20 Jahre Radiaesthesieverein Deutschland RVD
RR: Was hat Euch dazu bewegt, diesen Verein zu gründen?
Ingeborg Lüdeling: Wir hatten Kontakt zu krebskranken Kindern und deren Schicksal hat uns berührt. Wir wollten einen Kongress organisieren und den Überschuss spenden. Wegen der Mehrwertsteuer ging das nicht. Spenden dürfen nur Vereine. Deshalb haben wir einen Verein gegründet.
Hartmut Lüdeling: Argo kommt von Arbeitsgemeinschaft Geobiologie Ostwestfalen. Das ist immer noch der Name der Firma, die wir gemeinsam haben. Wir hatten sehr guten Erfolg mit der H3-Antenne und wollten ein Symposion machen, bei dem wir das Wissen bündeln und einen Brückenbau zwischen Radiästhesie und offizieller Wissenschaft machen. Das ist nach wie vor unser Bestreben.
RR: Was bedeutet der RVD für Euch und Eure Arbeit?
Hartmut Lüdeling: Wir waren sieben Jahre Wegbegleiter. Da steckte eine Menge Herzblut drin. Auf der anderen Seite haben wir privat Seminare gegen Entgelt gemacht. Daher war uns wichtig, die Qualität des Rutengehens über den Verein zu gewährleisten. Jeder, der bei uns und zum Beispiel bei Ewald Kalteiß eine Ausbildung gemacht hat, wurde eingeladen, in den RVD einzutreten. Wir haben gesehen, dass wir eine Art öffentliche Qualitätskontrolle brauchen. Da kann eigentlich so ein Verein ein wichtiger unabhängiger Qualitätsgarant sein. Wir haben einen Kodex für Hausuntersucher entworfen. Der war nicht die Mitglieder verpflichtend. Wer diesen Kodex unterschrieben hat, konnte in die Rutengängerliste aufgenommen werden. Nach dem Satzungszweck geht es darum, Wissenschaft und radiästhetische Forschung miteinander zu verbinden.
Ingeborg Lüdeling: Und es geht darum, von diesem übersteigert Mentalen wegzukommen. Dieses Einmal-Schnippen-und-dann-ist-die-Störung-unter-dem-Bett-weg. Da haben wir einen höheren Anspruch, weil wir eine hohe Verantwortung haben. Das war uns immer wichtig, diesen Brückenschlag hinzubekommen, damit man auch im Aussen anerkannt wird. Wenn du schnippend durch die Gegend läufst, wirst du ganz schnell in die Schublade Spinner gesteckt. Eine Frau hat von einem Hausuntersucher erzählt, der gesagt hat, sie müsse sich erst ausziehen, dann könne er sagen, was da für Strahlungen sind. Ich war entsetzt. Später haben wir alle zusammen diesen Kodex erarbeitet und unsere Ausbildung mit Zertifikat angeboten.
RR: Bedeutet die wissenschaftliche Akzeptanz der Radiästhesie bessere Ergebnisse für die Hilfesuchenden, für unser Klientel?
Hartmut Lüdeling: Zumindest moralisch verlässlichere. Wir haben das Problem, dass wir mit diesen Scharlatanen in einen Topf geworfen werden. Das ist wie ein roter Faden. Seit 1900 gibt es beispielsweise einen Kampf zwischen zum Beispiel der Geologie und der Radiästhesie. Ich zitiere das Archiv zur Klärung der Wünschelrutenfrage, das nach dem Krieg nochmal wiederbelebt wurde und 1955 noch existiert hat, bei dem gesagt wird: «Unser Ziel ist, gemeinsam zu arbeiten.» Diese Technik der Radiästhesie, sagen wir mal, der Geologie zur Verfügung zu stellen und umgekehrt die geologischen Erkenntnisse zu nutzen. Die physikalisch orientierte Radiästhesie ist keine Hellseherwissenschaft. Wir können nur anhand der Strahlung, die zum Beispiel aus dem Boden kommt, versuchen eine Analyse zu machen. Wir haben es natürlich im RVD mit einer ganzen Bandbreite an Mitgliedern zu tun gehabt, die vollkommen unterschiedlich reingegangen sind. Das haben wir alles akzeptiert und jeder hatte seine Freiheit. Wir haben dafür geworben, dass es in die Richtung Wissenschaft und Kooperation geht. Zu meiner gewissen Frustration muss ich sagen, wir haben es leider nur in sehr überschauberem Umfang geschafft, dass dieser Seriositätsgedanke bei den Mitgliedern angekommen ist.

Foto: RVD e.V.
Als Vorsitzender habe ich mit Ingeborg darauf hingearbeitet, dass der RVD alle zwei Jahre die Symposien gemacht hat. Da musste man versuchen, die Beiträge und die Referenten sagen wir mal halbwegs auf erträglichem Niveau zu halten, damit dieser Faden von Wissenschaft und Radiästhesie nicht abreisst. Die unterschiedliche Sprache zum Beispiel im Thema Drachenenergie versteht ein physikalisch denkender Wissenschaftler nicht. Wenn man ihm aber sagt, diese Energie könnte die Folge von unterschiedlichen elektrischen Ladungen sein, interessiert er sich dafür. Hellsichtige können solche Phänomene möglicherweise sehen, aber mangels physikalischer Ausbildung nicht so beschreiben, wie man das vielleicht als Physiker machen würde. Kommen Beschreibungen wie: «Da fliegt ein Drache der schwänzelt» geht beim Physiker die Klappe runter. Hätte er sich in diese unterschiedlichen Sprachdefinitionen vertieft, hätte er es vielleicht verstanden und gesagt: «Mensch, das ist eine Bereicherung. Sie sieht auf einmal das, was ich total umständlich messen muss.»
Ingeborg Lüdeling: Das braucht eine Art Dolmetscher. Die Mitgliederzahl ist im RVD explosionsartig angewachsen. Es wurde immer schwieriger, den Seriositätsgedanken zu vermitteln, je grösser der Verein wurde.
Hartmut Lüdeling: Wir hatten nach diesen sieben Jahren 320 Mitglieder. Viele waren auch auf uns persönlich fixiert. Dann gab es Lokalgruppen, die ihre eigenen Sachen machten. In dem Moment, wo das RVD-Label draufsteht, ist der Verein insgesamt, ich will nicht sagen haftbar, aber zumindest muss man vereinsintern eine Wortwahl haben, auf die man sich verständigen kann und die nach aussen wirkt. Sowas erzeugt im Verein logischerweise Spannungen und das macht das Leben des Vereinsvorsitzenden nicht einfacher.
In die Naturwissenschaft eingliedern
RR: Wird möglicherweise die Zeitenwende dieses Anliegen der wissenschaftlichen Akzeptanz überholen? Wird der Schalter im kollektiven Bewusstsein der Menschen auf einem anderen Weg umgelegt, so dass der Versuch einer Beweisführung in der Grenzwissenschaft überflüssig wird?
Hartmut Lüdeling: Ja, das wäre eine Chance. Das wäre dann möglich, wenn es diesen Austauschkanal zwischen Wissenschaft und Radiästhesie gibt. Wenn es den nicht gibt, wer soll es dann in die Gesellschaft tragen? Man darf eins nicht vergessen. Es gibt starke wirtschaftliche Interessen, die das Thema Radiästhesie am liebsten von der Agenda streichen würden. Denn der Radiästhet ist in der Lage, wissenschaftliche Aussagen zu hinterfragen und für sich selbst zu prüfen und sie dann vielleicht abzulehnen. Die Radiästheten sind nicht umsonst ein bisschen eigenbrötlerisch und stehen nicht im sonnigen Licht des Mainstreams. Wir haben einen Gleichklang zwischen wirtschaftlichen Interessen und den stark verbreiteten öffentlichen Medien. Da hat man es als Aussenseiter schwer, zumal ein Verein und die Mitgliederschaft nicht homogen ist und eine Menge Angriffspunkte bietet.
Wir hatten beispielsweise im Verein das Thema der Bovisskala, die als radiästhetisches Instrument oder Detektionshilfe eingesetzt wird. Aber warum muss man ausgerechnet einen Massstab auf Pappkarton mit Wellenlängen verknüpfen, die sich dort überhaupt nicht abbilden? Dann gibt es die Boviswerte, die urspünglich mit Ångström gleichgesetzt werden. Dabei handelt es sich nun mal um genau definierte Wellenlängen, die was mit dem sichtbaren Licht zu tun haben. Die Lichtwellen werden in Ångström¹ oder Nanometer gemessen. Wenn ich die 6.500 Boviseinheiten habe, bin ich im orange-roten Bereich. Das liegt fest und steht auch so auf den handelsüblichen Bovis-Skalen. Wenn man sagt: «Alles was orange-rot ist, ist besonders bekömmlich und was höher ist, ist noch bekömmlicher und so weiter» mag das auf Nahrungsmittel in gewisser Weise zutreffen. Aber die Krux ist, diese Skala in den Bereich der Geomantie zu übertragen. Je höher der Boviswert, desto kraftvoller der Platz. Nur nicht nur der Physiker weiss, je länger die Wellenlänge, desto geringer die Energie. Das ist das physikalische Grundprinzip. Das heisst je niedriger der Boviswert, desto höher das Energielevel. Das ist eine Sache, wo die Gräben zwischen Radiästhesie und Wissenschaft von den Grundlagen her vertieft werden. Während zum Beispiel das Lechersystem über das Modell der stehenden Wellen ein System ist, das sich nahtlos in die klassische Naturwissenschaft eingliedern lässt. Damit kann man was anfangen. Ob es funktioniert oder nicht, lassen wir dahingestellt.
Wenn ich über Frequenzen rede: Ich kann mit radiästhetischen Indikatoren Frequenzen weder messen und noch bestimmen. Das ist auch unseren Kolleginnen und Kollegen nicht auszutreiben. Das einzige Instrument, das annähernd geeignet wäre, ist das Pendel. Da kann ich die Drehzahl, die Umdrehungsgeschwindigkeit feststellen. Aber das hört auch irgendwann auf. Ich kann nicht 5.000 Umdrehungen pro Sekunde zählen. Die Antennen und Ruten können nur Wellenlängen, nicht aber Frequenzen bestimmen. Warum? Solange ich nicht die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Strahlung kenne, kann ich von einer Wellenlänge nicht auf eine Frequenz umrechnen.
Das sind Kleinigkeiten, die nicht entscheidend sind. Man möchte den Radiästheten nicht ihre Freude nehmen. Wir wollen über die Begeisterung arbeiten. Wenn man mit solchen Anforderungen zu kleinkariert ist, haben viele kein Interesse mehr. Da siehst Du, das Ganze ist eine Gratwanderung zwischen den Zielen, die man sich setzt und dem praktischen Alltag.
Wenn sich eine Türe schliesst, gehen zehn andere auf
RR: Was sind die emotionalen Vorteile einer Mitgliedschaft im Verein.
Ingeborg Lüdeling: Viele Freundschaften sind entstanden und es arbeitet sich besser in einem geschützten Raum und mit freundschaftlichem Gefühl. Da kann man über alles reden, muss nichts zurückhalten und kann darauf vertrauen, verstanden zu werden. Die Freundschaften bestehen teilweise immer noch. Ohne Verein hatten wir immer wieder die Schwierigkeit, ein Ergebnis gefunden zu haben und das mit keinem austauschen zu können. Wir hatten dann ja Einzelveranstaltungen und regionale Treffen. Dort war es zumindest möglich, dass die Teilnehmer deutschlandweit, in der Schweiz, sich in einem freien Raum austauschen und vernetzen konnten.

Foto: Selbstauslöser
RR: Wie seid Ihr aus dem RVD ausgestiegen?
Hartmut Lüdeling: Es gibt in Vereinen unterschiedliche Gruppen und Netzwerke. Es passiert schnell, dass sich untereinander nicht alle grün sind. Dann gibt es natürlich Spannungen. Das hat dazu geführt, dass wir beide am Ende gesehen haben, dass unser persönliches Heil darin besteht, aus dem Verein auszutreten. Wir wollen das in der Rückschau nicht negativ beurteilen. Das ist ein Prozess, aus dem man persönlich lernt. Als ich für mich entschieden hatte, den Vorsitz wieder abzugeben, konnte kein Nachfolger gefunden werden. Man wollte mich überreden, weiterzumachen. Aber ich hatte keine Lust und keine Zeit mehr, mich dem Verein zu widmen. Ich musste damals mein Planungsbüro aufbauen und das hat irrsinnig viel Zeit verschlungen. Ich bin 2013 ausgetreten.
Ingeborg Lüdeling: Wir hatten neben dem Verein eine Vereinszeitung. Die haben wir beide fast alleine aus dem Boden gestampft. Das war irrsinnig viel Arbeit. Du musst Dich um die Artikel kümmern, Du kennst das ja. Wir haben Nachtschichten gemacht. Meine eigenen und unsere gemeinsamen Seminare liefen nebenbei. Wir haben mit Eike Hensch gesprochen: «Könntest Du mit Eva Martin wegen dem Vorsitz sprechen.» Eva hat Gott sei Dank zugesagt. Es sagen viele: «Ach, was war das schön mit Euch auf Reisen.» Wir waren, glaube ich, die Ersten, die in Stonehenge eine Genehmigung bekamen, da mit einer Gruppe reinzugehen. Es war eine spannende Zeit und alles war im Aufbruch und Umbruch.
Als es mit dem RVD auseinanderbrach, war das für mich emotional schlimm. Es brach erstmal eine Welt zusammen, weil im RVD viele Freunde waren. Wenn sich eine Türe schliesst, gehen zehn andere auf. So war es. Wir sind auf unsere Art daran gewachsen und konnten zu anderen Projekten weitergehen. Im Nachhinein bin ich dankbar dafür, weil sich bewusstseinsmässig etwas ausgeweitet hat.
Quantität und Qualität
Ingeborg Lüdeling: Ich hatte einen Vortrag bei einem Kongress, da hatte ich diese Geschichte mit den Boviseinheiten eingebaut, die so wie sie benutzt werden, für mich wie ein rotes Tuch sind. Weil es bei den Chakrafarben genau und sichtbar vorgezeichnet ist. Die Bovisskala verkauft den roten, langwelligen Bereich als besonders spirituell. Rot ist aber das Wurzelchakra und wenn ich da sitze bin hoch spirituell. Hallo? Das passt nicht.
Hartmut Lüdeling: Wir hatten eine Folie mit den Chakrenfarben eingebaut. Die kurzen Boviseinheiten, das ist sozusagen das Scheitelchakra, blau und auf der farbigen Bovisskala abgebildet. Jetzt hat dieser Alfred Bovis Wein getestet und gesagt, okay, wenn der besonders bekömmlich ist, hat er die 6.500 überschritten, die mit Rot. Er hat das aber nicht nach einer Skala gemacht, die wir heute als Bovisskala kennen, sondern mit einem Pendel gearbeitet und dann Winkelgrade genommen. Wenn es einen bestimmten Winkelgrad ergab, hat er dem einen Boviswert, nämlich diese 6.500 zugeordnet. Das ist auch verfahrenstechnisch vollkommen anders als das, was Blanche Merz am Ende und der Simoneton später aus dieser Bovisidee gemacht haben. Herr Bovis wird manchmal als Doktor der Physik gehandelt. Tatsächlich war er Eisenwarenhändler in Nizza. Im französischen Wikipedia-Ableger ist das beschrieben.
Ingeborg Lüdeling: Mein Vortrag hiess Haben Engel eine Grifflänge? Das war ein bisschen provokativ. Ich erzählte von Spiritualität und Bovis und redete mir den Mund fusselig. Beim Mittagstisch kam ein Österreicher auf mich zu und sagt: «Wie viele Boviseinheiten hat jetzt der Engel?» Oh, ich dachte, ich falle tot um.

Foto: learnreligions.com
Spektralfarbbereiche
Violett 670–750 THz
Blau / Indigo 610–670 THz
Grün 540–610 THz
Gelb 510–540 THz
Orange 480–510 THz
Rot 430–480 THz
Die Schumannfrequenz 7,83 Hz wird 46-mal oktaviert zu 551 THz und als Farbton Grün sichtbar.
Hartmut Lüdeling: Umgekehrt ist uns das auch passiert, dass Menschen aus einem scheinbar physikalischen Unverständnis oder mit einer ganz anderen Arbeitsweise auf einmal zu ganz präzisen physikalischen Feldverteilungen gekommen sind, die hundertprozentig kongruent sind. Die aber, wenn sie das in ihrem Radikreis weiter vermitteln wollen, auf vollkommenes Unverständnis stossen. Mir ist ein Rutengänger über den Weg gelaufen, auch aus Österreich, der kam extra mit einem Dolmetscher, weil ich hätte den gar nicht verstanden. Der kam aus dem Waldviertel. Das Schöne war, der hatte Dinge rausgefunden, die mich in der physikalischen und radiästhetischen Erkenntnis unglaublich beeinflusst haben. Der Einstieg war, er hat relativ genau die Feldlinien von seiner Richtfunkstrecke aufgezeichnet, wie er es erpendelt hatte. Er arbeitete nur mit Pendel. Seine Herangehensweise habe ich nirgendwo anders gesehen und es deckte sich ziemlich genau mit den physikalischen Messergebnissen, die er nicht kannte. Er ahnte nicht, was er da für einen Schatz losgetreten hatte und sagte: «Da sind immer so Ringe drumherum, die ich finde.» Das ist genau das, was wir hier auch beschreiben können. Wir gehen in ein Feld rein und nehmen immer nur die Linien der Zunahme wahr und nicht das Feld selber. Das heisst, wenn das Feld stark zunimmt, haben wir viele Ausschläge kurz hintereinander, wenn es flach ist, kann es sein, dass wir es gar nicht finden oder nur einen Ausschlag haben.
RR: Wie machte Bovis das mit den Winkelgraden?
Hartmut Lüdeling: Das kann ich dir jetzt nicht sagen. Er hat nicht mit 360 Grad gearbeitet, ich meine maximal 30 Grad. Also viel mehr Abweichung hatte der nicht. Wie er auf diese Werte kam? Wir können es nicht nachvollziehen. Simoneton hat versucht, das Ganze physikalisch ein bisschen klarer zu machen. An sich wäre das für Lebensmitteltestungen gar nicht das Problem gewesen. Der grosse Fehler: Blanche Merz kam auf die Idee, das in die Geomantie zu übertragen und reinzutragen. Sie hat den guten Platz mit Boviswerten überprüft. Das ist dann explodiert. Da liegt der grundsätzliche Gedankenfehler, der unserer Mentalität entspringt: Das Thema Je höher die Zahl, desto besser. Das heisst, wir reduzieren eine radiästhetische Qualität auf eine radiästhetische Quantität. Je stärker, desto besser. und widerspricht zudem auch dem radiaestheischen Resonanzprinzip. Es kommt in erster Linie auf die Qualität der Strahlung an, der Boviswert drückt aber nur eine Quantität aus. Das ist unsere Erkenntnis. Wer sagt, ich bleibe nur bei Lichtwellenlängen, der weiss jetzt, die Weinfärbung auf Rot ist besonders bekömmlich. Dagegen ist nichts einzuwenden. Das kann man überprüfen.
«Blanche Merz kam auf die Idee, das in die Geomantie zu übertragen.»
Hartmut Lüdeling
RR: Welche Rolle spielt der Empfänger?
Hartmut Lüdeling: Das kommt dazu, dass der Mensch mit einem guten Platz in Resonanz geht und dann die Boviswerte ab gehen. Befreit von diesem physikalischen Hintergrund kann man sagen, okay, er hat sich da besonders wohlgefühlt. Der nächste würde aber sagen: «Der Platz ist überhaupt nichts für mich.»Obwohl der eine an dem Platz 25.000 Boviseinheiten ermittelt hat. Das ist eine individuelle Resonanzbeziehung. Vermutlich würde der andere im Blindversuch nur auf 2–3.000 Einheiten kommen.
Besondere Erlebnisse
Ingeborg Lüdeling: Ich möchte was zu diesen wunderschönen Kongressen erzählen. Da gab es eine Besonderheit. Und zwar hiess das Der Markt der Möglichkeiten. Man kann nicht immer nur den Geist füttern. Da konnte jeder, der ihm RVD Mitglied war, seine Sachen vorstellen, die er noch so nebenbei oder hauptberuflich macht, was im weitesten Sinne mit Radiästhesie und Geomantie zu tun hat. In den Pausen konnten Gespräche mit den Referenten stattfinden. Das hat mir besonders gut gefallen und es wurde gut angenommen.
Hartmut Lüdeling: Wir haben eine Kampagne gemacht, als die EU die Glühlampen abschaffen wollte. Da haben wir vom Verein her offiziell mit dem Vereinslogo alle 99 deutschen Europaabgeordneten persönlich angeschrieben und darauf hingewiesen, dass es hier um einen starken Eingriff geht und dass es gesundheitliche Aspekte hat. Von den 99 hat sich einer ernsthaft gemeldet und der kam aus Bayern von der CSU. Er ist heute noch in der Politik. Ich habe anderthalb Stunden mit ihm telefoniert. Der war richtig aufgeschlossen. In die Gesellschaft wirken heisst auch, sich um gewisse Sachen zu kümmern. Man muss akzeptieren, dass man nicht eine zwanzigprozentige Rücklaufquote hat. Aber man konnte sachlich und vernünftig mit Menschen über diese Sache reden. Das war ein toller Erfolg.

Foto: Daniel Linder
Ingeborg Lüdeling: Ich möchte nochmal in die Vergangenheit greifen, weil ich schön finde, wie früh wir mit manchen Dingen waren. Luc Bürgin hat damals darüber berichtet, wie Pflanzen durch Elektrobiologie in ihren Urzustand zurückzuversetzen. Sie wurden in ein elektrisches Gleichfeld gegeben und mit sehr hoher Leistung bestrahlt. Die Pflanzen sind in den Urzustand gegangen und erzeugten einen Wahnsinnsertrag. Sie waren grösser und widerstandsfähiger. Diese Forschungen sind von der Ciba-Geigy eingestellt worden. Luc Bürgin sagte, dass sie bedroht wurden und alles einstellen mussten. Das kommt aber jetzt wieder und wird als etwas Neues unters Volk gebracht. Wir haben angeboten, was uns interessierte und versucht, weiterzuforschen und die anderen mitzunehmen und zu inspirieren. Unser Lehrer Schneider sagte immer: «Prüft es selber nach.»
Hartmut Lüdeling: Eine Geschichte ereignete sich an unserem ersten Symposion in Freckenhorst 2006. Eike Hensch war mit auf dem Podium.
Ingeborg Lüdeling: Willst Du das wirklich erzählen?
Hartmut Lüdeling: Doch, das muss ich erzählen.
RR: Wenn Inna so reagiert, werde ich neugierig!
Hartmut Lüdeling: Alle sitzen auf dem Podium. Ich war noch nicht oben.
Ingeborg Lüdeling: Ich muss vorher was sagen. Ganz wichtig. Weil dieses Symposium war mit Vorträgen und Eike war als Erster dran und ich als Zweite. Es war mein erster Vortrag vor vielen Menschen.
Hartmut Lüdeling: Ich habe von unten gesehen, dass Eike auf einmal mit seinem Stuhl zu sehr an den Rand rückte. Auf einmal stürzte er mit Getöse ab, ich hätte fast gesagt in den Orchestergraben. Das war Sekunden bevor er eigentlich dran war, das Wort zu übernehmen. Schlagartig war Stille. Wir wussten nicht, was ist. Gott sei Dank hatte er neben ein paar blauen Flecken keine Probleme. Er war aber ein bisschen durcheinander. Wie geht es jetzt weiter? Eike kann sich jetzt gerade nicht hinstellen. Dann warst Du dran.
Ingeborg Lüdeling: Ich war völlig verwirrt. Ich wusste nicht mal mehr, wie ich heisse. Ich wusste gar nicht, wie ich vortragen sollte. Aber es hat dann doch noch geklappt.
Hartmut Lüdeling: Wir sind mit diesem Symposion erstmals mit dem Verein an die Öffentlichkeit gegangen. Das war am 21. und 22. Januar 2006. Wir verkündeten: Es gibt den RVD und der ist jetzt ganz frisch. Aus diesem Symposium heraus hat es gleich 30, 40 Mitgliederanträge gegeben. Das Stolpern des Vereins in die Wirklichkeit hat eine gewisse Symbolik.
RR: Eike konnte wohl mit Erschütterungen umgehen.
Ingeborg Lüdeling: Er war schockiert und musste sich erstmal berappeln.
Hartmut Lüdeling: Eike konnte fallen und wieder aufstehen. Das war immer wieder sein Thema. Deswegen war das eigentlich klar. Wie Lehrer Lämpel in Wilhelm Busch mit seiner Pfeife dann doch das Ganze überlebt.
RR: Danke für das Gespräch.
Bemerkungen
1 Ein Ångström entspricht dem zehnmillionsten Teil eines Millimeters.
Jubiläumsfeier 20 Jahre Radiaesthesieverein Deutschland
Moderne Radiästhesie – Impulse für neue Entwicklungen
24.–26. Oktober 2025, D-99084 Erfurt
Radiaesthesieverein Deutschland RVD e.V
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