Carnac-Serie: Menhire und deren Verwendung

Claudia Eikmeier am Heilstein. Foto: Daniel Linder

Carnac ist ein Dorf in der Bretagne am Atlantik, bekannt durch die zahlreichen prähistorischen Steinmonumente. Die Steine bestehen aus Granit der nahen Atlantikküste. Jedoch nicht nur.

Während einem viertägigen Aufenthalt besuchten wir sechs Plätze mit deutlich unterschiedlichen, energetischen Zuständen.

Steinreihen von Kerzerho, Erdeven im Département Morbihan

Durch den Bau der Strasse zwischen Erdeven und Plouharnel wurden die Steinreihen von Kerzerho beschädigt. Zuvor bildeten sie eine zwei Kilometer lange und 65 Meter breite Anlage aus rund 1100 Steinen. Heute kann man die Reste einen Kilometer südlich von Erdeven besichtigen.

Rosa Schwarzl: Als wir angekommen sind, hat es mich hineingezogen. Ich konnte leider nicht auf Euch warten und musste mittendrin stehen. Das heisst für mich immer, dass ich einen persönlichen Bezug zum Platz habe. Die Steine haben sich bedankt, dass wir endlich gekommen sind. Ich war in einem früheren Leben auf dem Platz, erkenne den Platz und der Platz erkennt mich. Es ist eine Art Aufregung und Wiedersehensfreude. Heute haben die Steine schnell gesprochen. Ich durfte gleich den Mittelstein erkennen und dass wir an diesem Schaltstein eine Aktion setzen sollen. Alle haben sich unabhängig voneinander dort eingefunden. Interessant fand ich, dass jeder beim Hineingehen seinen eigenen Weg gegangen ist. Jeder kommuniziert in seiner Resonanz. Dieser Begegnungsplatz unter der Eiche ist für mich ein zentraler, sehr heller Platz, zu dem es einen hinzieht. Die Geister des Ortes bestimmen, wann man kommt und wieder geht.

Steinreihen von Kerzerho, Erdeven, 17. Juli 2025: In der Bildmitte der zentrale Versammlungsplatz unter der Eiche.
Foto: Daniel Linder

Stefan von Arb: Den Unterschied vor und nach dem Reinigungsritual mit Trommeln, Glocken und Gesängen festzustellen, war ergreifend. Die Idee, dass die Plätze ein Problem haben, weil sie wenig Energie aufweisen, stimmt für mich nicht. 

Ein fauler Zauber

Ulrich Gläser: Als ich an diesen Ort kam, spürte ich die Aufgabe, mit einem Wesen Kontakt aufzunehmen. Darf ich nähertreten? Ich bin irgendwo am Rand der Anlage mit der Frage stehen geblieben: «Wer bist Du?» Es hat sich als Feuerelementarwesen vorgestellt. Ich fragte: «Kann ich Dir helfen?» Die Antwort war Ja. «Hast Du irgendeinen Parasiten, den ich entfernen lassen kann?» Die Antwort war Ja. Ich habe meine Mantren gemurmelt, die mir Kontakt zu Helfern aus der Geistigen Welt geben. Nach einiger Zeit hatte ich den Eindruck, dass sein Widersacher weg war. Ich versuchte vergeblich dieses Feuerwesen wieder anzupeilen. Wo war es jetzt? Ich kam zum nächsten Geistwesen und fragte: «Kann ich Dir helfen oder hilfreiche Geistwesen vermitteln?» Die Antwort war Ja. Dann verschwand auch dieses Geistwesen. Seltsam. Ich kam zu einem Geistwesen aus der Gattung der Dracowesen, die Täuschungen erzeugen können. Wesen der destruktiven Art. Da fragte ich die mir bekannten guten Wesen, ob sie dieses Wesen wandeln wollen und können. «Ja». Das dauerte länger, aber irgendwann war dieser Täuscher gewandelt. Ich fragte: «Gibt es an diesem Ort gute Geistwesen?» Das Feuerwesen, das zuerst an einem anderen Ort gestanden ist, war wieder da und stand jetzt beim zentralen Stein, bei dem Ihr Eure Arbeit gemacht habt. Es ragt in aller Pracht darüber hinaus. Von da an war es mir möglich, Antworten zu bekommen, die Bestand hatten. Ein fauler Zauber, der mich in die Irre geführt hatte, lag über diesem Ort. 

Mehr wahrnehmen

Werner Bornholdt: Ihr Lieben. Ich mag es nicht, an einen interessanten Ort zu kommen, ohne vorher darüber nachgedacht und auf Google Maps gesucht zu haben. Ich hatte zu Hause wie Du Ulli das Gefühl, ich werde an der Nase herumgeführt, musste mich öfter wieder einklinken und darum bitten, dass mir überhaupt etwas gezeigt wird. 

Ich fand bei diesen Steinreihen fünf Planetenlinien. Eine Jupiterlinie, eine Marslinie, die Mondlinie, die Sonnenlinie und eine Venuslinie. Das erste Merkwürdige: Es gibt eine gewisse Strecke an Steinen, aber die Planetenlinien sind in beide Richtungen um das Acht- bis Zehnfache länger. An den Enden dieser Planetenlinien habe ich wie erwartet Geister der Hierarchie gefunden, die diese Planetenlinien bedienen. Das zweite Merkwürdige: Die Planetenlinien sind nicht natürlich sondern künstlich gemacht. Sie haben offenbar eine Verbindung mit den Steinen und sind mitunter leicht neben den Steinlinien vorzufinden. Kurz hinter den Enden der Planetenlinien ist jeweils ein megalithisches Heiligtum. Ich gehe davon aus, dass sie mit den Geistern der Hierarchie und mit den Linien zu tun haben. Die Linienführung war nicht zufällig gesetzt. Die Steine wurden absichtsvoll hingestellt, obwohl das für die damalige Zeit verdammt viel Arbeit war. 

Wie Ihr habe ich gemerkt, dass einzelne Steine herausragend sind.Der erste Grosse östlich vom zentralen Platz sprach mich besonders an. Auf den bin ich eingegangen. Ich fand einen indirekten Widersacher, ein Geistwesen mit vier Sphären, das aufgelöst werden wollte. Ich fragte: «Kann ich das? Darf ich das? Soll ich das?» und liess es tun. Plötzlich tauchten über dem Gebiet diverse weitere Geister mit nur einer Hierarchiestufe auf. Das sind für mich Überbleibsel von Geistern mit dem Wunsch aufgelöst zu werden. Ich fragte wieder, ob ich das kann, darf und soll. Da habe ich offenbar eine Aufgabe erfüllt, die zu erfüllen war und bin zufrieden damit. In diesen Steinreihen von Kerzerho gab es wahrscheinlich mehrere zentrale Aufgaben der Nutzung. 

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich so etwas alleine mache oder mit Euch. Alleine dadurch, dass Ihr in der Nähe wart, habe ich andere Wahrnehmungen gehabt und mehr wahrgenommen, als wenn ich das alleine gemacht hätte. Ich danke Euch. 

Daniel Perret: Ich stellte fest, dass die Steinreihen von Kerzerho ganz anders orientiert sind als die übrigen Steinreihen der Region Carnac. Möglicherweise ist das ein älterer Ort, ein Vorgänger. Als ich reinkam, ging ein Raum auf, der mich überrascht und berührt hat. Wie wenn ich in eine riesige Kathedrale eintrete. Das ist mein Haupteindruck von diesem Ort. Am Anfang sieht es aus wie ein Haufen Steine. Aber man kann diese Steine lesen wie Bücher. Im Grunde genommen ist das eine 8.000 Jahre alte Bibliothek. 

Von zu Hause und vor Ort stellte ich fest, dass die Energie sehr tief ist. Wenn ich das sage, ist das nicht in dem Sinne, wie Du das beschrieben hast, Stefan. Für mich ist es ein gesundheitsschädlich tiefes Energieniveau. Wenn ich das bei einer Kirche finde, sage ich, dass da was geschehen muss, weil das den Besuchern nicht guttut. Mich erstaunt, dass wir das gleich zu Beginn ausgleichen konnten. Der Menhir ganz hinten im Wald nördlich der Steinreihen und der zirkuläre Versammlungsort um die Eiche in der Mitte der Steinreihen haben sehr grosse Luftelementarwesen und eine Energie, die uns emporhebt. Viele weltliche Versammlungsorte wie Rathausplätze und Stadtzentren haben einen Ort mit einem grossen Luftelementarwesen, der die Diskussionen, die öffentlichen Debatten befruchtet und hebt. 

Repräsentationssteine für eine Gruppe

Hendrikje Arzt: Für mich ist es ein neuer Zugang, direkt einen kultischen Akt auszuüben und danach erst in die Wahrnehmung zu gehen. Ich war lange damit beschäftigt, ob ich da hingehöre, das machen soll, ob ich nicht übergriffig werde? Die Antwort war, dass es okay ist. 

Am Nachmittag hatte ich bei den Steinen nördlich nebenan in Erdeven das Gefühl, dass die beiden Steingruppen auf unterschiedlichen Zeitschienen entstanden sind. Bei jedem einzelnen Menhir hatte ich das Gefühl, vor einer Persönlichkeit und Wesenheit zu stehen. Ich stellte folgende Frage: «Gibt es hier einen Stein, der kein Heilstein ist?» Die Antwort: «Nein, es sind alle Heilsteine.» Sie sind alle unfassbar aufgeladen. Unter den Bäumen fragte ich, was da früher war. Es wurde mir vermittelt, dass diese Menhire je für eine Population, eine Sippe, eine Gruppe standen, die sich dort repräsentierte, sich ihre Kraft geholt und Fürbitten gemacht hat. Das war ihr Repräsentationsstein. Es ging darum, sich dort zu finden. Bei Gruppen, die verschwunden sind, wurden die Menhire absichtlich umgeschmissen. Die Gruppe wurde nicht mehr repräsentiert, weil es sie nicht mehr gab. Das habe ich so noch nie gelesen oder gehört. 

Ich habe mich mit einzelnen Steinen beschäftigt und war überrascht, was alles gestaltet worden ist: Einmal der Ort um den Stein herum und auf den Steinen selbst habe ich öfter kreuzähnliche Strukturen gesehen. Keine im christlichen Sinne, sondern anderer Art. Ein Kreuz, das um den ganzen Stein herum- und dann an der Seite herunterging. Als wenn jemand versucht hätte, den Stein zu individualisieren. 

Steinreihen von Kerzerho, Erdeven, nördlicher Bereich: Rosa Schwarzl auf dem Altarstein ohne Aura. Rechts Mitglieder der Redaktion.
Foto: Daniel Linder

Akustische Resonanzgeber – multidimensionale Maschinen

Daniel Linder: Ich fragte am östlichen Zugang zu den Steinreihen nach dem Platz, wo meine Anwesenheit am meisten erwünscht ist und blieb am ersten Menhir stehen. Der Willkommensstein. Ich spürte eine Sehnsucht: Für uns, für alle da zu sein. 

Am nördlichen Zugang zur Anlage auf der Rückseite vom grossen Menhir und Heilstein, von den übrigen Steinen abgewandt, befindet sich ein Resonanzpunkt, der mich an einen Wasserfall erinnert hat. In einem Bereich von weniger als einem Meter in der Breite ist die Akustik verändert. Die eigene Stimme und die Mitwelt klingen anders. Feststofflich gibt es einzig diese eine flache Menhirwand und keine weiteren Resonanzgeber wie etwa in einer Kirche unter der Kuppel. Der Effekt ist trotzdem vergleichbar. Ein akustisches Phänomen. Ich fragte: «Was darf ich heilen lassen?» Mein Halschakra meldete sich und erhielt Zuwendung. Mein Zugang zur feststofflichen Welt wurde gestärkt. 

Ich zog ein paar Meter weiter und sah Rosa auf einem Altarstein liegen. Sie sagte, dieser Stein habe keine Aura. Ich legte mich ebenfalls auf den Stein und erkannte: Wow, Zentrierung! Ich konnte in ein Gefühl reingehen und dieses wurde sofort verstärkt. Ich ging in ein anderes Gefühl und dasjenige wurde verstärkt. Dieser Stein reagiert auf Impulse und ist ein dynamischer Verstärker.

«Die Funktionen der Steine und die Situierung zueinander haben damit zu tun, wie man Gemeinschaften
moderieren kann.»
Rosa Schwarzl

Rosa Schwarzl: An den Steinreihen von Kerzerho sind alles ruhende, multidimensionale Maschinen. Mir kommt keine bessere Bezeichnung in den Sinn. Die Funktionen der Steine und die Situierung zueinander haben damit zu tun, wie man Gemeinschaften moderieren kann, indem man einen Platz in bestimmter Art und Weise bespielt. Das Bespielen findet statt, indem man sich mit den Steinen verbindet oder sie – geführt durch unsichtbare Kräfte – an dafür vorgesehenen Stellen anfasst oder sich auf einen bestimmten Platz setzt und erkennt, welche Funktion die Steine haben. Dies kann auch mit Ritualen, Bewegung, Tönen, Geschenken und so weiter möglich sein. Immer in Verbindung mit den Ortsenergien, mit Bitten und sich bedanken! Diese Funktion bleibt erhalten, man kann wiederkommen und es funktioniert gleich. Man darf dankenswerterweise noch zusätzliche Funktionen erkennen. 

An den Steinreihen von Kerzerho gibt es viele verschiedene Funktionen wie in Avebury, in Cornwall Mên-an-Tol oder an vielen anderen Orten in Ägypten, Peru und in Teneriffa bei den Pyramiden. Die Funktionen werden immer über Schaltpunkte gesteuert, um gewisse Effekte auszulösen. Jeder Steinkreis hat einen Schaltstein. Keltenschanzen funktionieren auch so und man kann meistens viele Geistwesen erspüren. Ich kenne keine derartigen alten Plätze, die nicht von Geistwesen belebt sind. Meine Geistwesen kennen keine Hierarchien und ich benutze Eure Worte nicht. Die Plätze sind beseelt. Für mich ist das ein besserer Ausdruck, mit dem ich leichter kann. 

Man hat in Kerzerho Schaltpunkte gesehen, an denen der Steinkreis komplett hinuntergefahren und hochgefahren werden kann. Wenn man gewisse Plätze aktiviert, ist es möglich, dass der Steinkreis linksdrehend oder rechtsdrehend in der Gesamtenergie abstrahlt, also abbauend, aufbauend und auf verschiedenste Weise auch pulsierend ist. Das funktioniert in der Regel schon bei fünf Steinen und bei so vielen Steinen wie hier gibt es viel mehr Geheimnisse, die man erkennen und auch erkunden darf. Es stehen oft sieben, acht, neun Steine. Das System aktiviert sich mit der Anwesenheit und Bewegung von Personen. Es springt über drei Steine hinweg an und der Vierte ist der, bei dem die Energie hochfährt. Energie hochfahren heisst für mich nicht rechtsdrehend-aufladend, sondern diese Plätze sind überwiegend nicht rechtsdrehend-aufladend und nicht in hoher Intensität. Sie sind ruhend bis man sie bespielt. Dann fahren sie hoch und wieder hinunter. Man spürt eine Energiebewegung und unterschiedliche Wirkungen auf Körper, Geist und Seele. 

In meinen Seminarunterlagen steht: «Der Friede kehrt dann ein, wenn die passenden Plätze mit den passenden Aktionen der passenden Akteure zum Wohle aller bespielt werden.» Man kann Plätze zum Wohle aller bespielen. Zum passenden Zeitpunkt ist es passenden Personen erlaubt, den Eingebungen zu folgen. 

Steinreihen von Kerzerho, nördlicher Bereich, zwei Menhire mit zwei liegenden Steinen: Ganz starke Verbindung in die Erde – Sich auf den ersten Blick verlieben – Den Platz zum Wohle aller bespielen.
Foto: Daniel Linder

Nach meiner Erkenntnis ist der Zugang zu dieser Anlage von Norden her über den Platz mit dem Heilstein. Der Heilstein ist einer der ersten Steine der ganzen Anlage. Da geschieht Reinigung wie bei einer Kirchenschwelle. Er hat dieses Akustik-Phänomen und vieles mehr. Danach geht man an den auf- und abladenden Steinen vorbei und wird immer wieder auf- und abgeladen wie in einer Kreuzwegsituation. Von hinten (Norden) nach vorne kommen die weisse Göttin, die rote und die schwarze. Man kommt an diesen zwei Menhiren mit den zwei liegenden Steinen an, die für mich männlich-weiblich sind. In der Mitte wo man draufsitzen kann, bildet sich bei Männern dieses X. Wenn Frauen es aktivieren, ist es die Vagina, ein Dreieck oder V. Oben ist das Scheitelchakra und aus dem Basischakra entsteht eine ganz starke Verbindung in die Erde. Man darf in so viel Information, Aktivität und Erkenntnis eintauchen. Wenn man hinausgeht, macht der Platz für einen zu und ruht bis der Nächste kommt, der das vielleicht ganz anders macht. 

Die Gemeinschaft pflegen

Bei diesem Versammlungsplatz, wo Du, Hendrikje, fragtest, ob man das darf oder nicht, hast Du vollkommen recht. Für mich war das kein Reinigungsritual, sondern ein Ritual für den Geist des Ortes und eine Ehrerbietung für alles hier Vorhandene.

Ich glaube, um einen wirklichen Zugang zu diesem alten Wissen zu bekommen, braucht es eine Gruppe. Vielleicht, um mit genug Obacht damit umzugehen und sich gegenseitig etwas zu moderieren. Alleine ist es auch wunderschön, aber man kommt nicht so rasch zu diesen weitreichenden Erkenntnissen. Jeder bringt etwas ein und man steigt in ein Wissenskonstrukt ein. Das funktioniert in unserer Gruppe ganz grossartig. Jeder geht seinen Weg und doch arbeiten wir gemeinsam. Es ist ein Segen und eine Gabe, dass wir einander getroffen haben und dass Du Daniel uns für diese Gruppe gefunden hast.

Die Redaktion arbeitet an den Steinreihen von Kerzerho, nördlicher Bereich: Eine lebenstüchtige nächste Generation in die Welt setzen und das Überleben sichern.
Foto: Daniel Linder

Ich glaube, es ging bei dieser Anlage hauptsächlich um Gemeinschaft-Pflegen zu einem gewissen Zweck. Vielleicht zum Zweck, dass sich zu gewissen Zeiten verschiedene Sippen hier getroffen haben um gemeinsam gesunden Nachwuchs zu zeugen. So dass gesunde, lebenstüchtige nächste Generationen, tüchtig für die Zukunft in die Welt gesetzt werden konnten und dadurch ein Überleben der Sippe gesichert war. Wie wir sehen durften, kann man das so aktivieren und wir dürfen das spüren. Als wir in dieser Situation auf den bestimmten Plätzen gesessen haben, bin ich kurz in der Zeit zurückgereist. Auf dieser Reise habe ich gesehen, dass sich Männer und Frauen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Versammlungsorten getrennt nach Frauen und Männer versammelt haben um sich auf das Ritual vorzubereiten. Männer und Frauen sind um die einzelnen Steine gestanden. Das heisst, es hat sich dieser Nullpunkt aktiviert und es haben sich die Paare individuell gebildet: Wer gerade gemeinsam auf diesem Level war. Wenn du nicht mit einem anderen auf einem gemeinsamen Level bist, findet keine Aktivierung statt. Man könnte sagen, es ist wie ein sich auf den ersten Blick verlieben. 

Ulrich Gläser: Die These war immer, die grossen kulturellen Leistungen seien in Städten entstanden. Aber Göbekli Tepe, im Grunde genommen der Vorgänger von Stonehenge, ist von Nomaden erschaffen worden. Die Ausgrabung hat ein Weltbild auf den Kopf gestellt. Nomaden brauchten Treffpunkte zwecks genetischen Austausches. Ihr grosser Feind in der damals dünnen Besiedelung war das Aussterben durch Inzest. Es musste ein genetischer Austausch stattfinden. Die wenigen Menschen die da waren mussten einander kennen- und liebenlernen. In der Jugend, wenn die Vermehrung stattfindet, war wichtig, dass eine Frau möglichst nicht zwei Kinder vom selben Mann hat, weil das inzuchtgefährdend war. Geschwister durften unter nomadischen Bedingungen nur Halbgeschwister sein. In den nördlichen Gebieten waren die Treffen zu den Sommersonnenwenden und Wintersonnenwenden in einer inzestbedrohten Menschenmangelsituation überlebenswichtig. Aus dieser Notsituation heraus ist Göbekli Tepe und die späteren Steinkreise entstanden. Diese Monumente haben die Funktion, das Leben zu feiern und das neue Leben vorzubereiten. 

Rosa Schwarzl: An diesen Orten hat ein grosser Austausch stattgefunden. Es waren Versammlungsorte. Unabhängig von dem, was man alles gemacht hat. Ich glaube, man hat sich dort zu Sonnenwende, Tagundnachtgleiche und vielen weiteren Tagen versammelt, die sich nicht im gregorianischen Kalender niedergeschlagen haben. Man fühlt, man hat Gemeinschaft gepflegt und eine gemeinsame Identität erschaffen. Alle sind immer wieder an den gleichen Ort und haben an den gemeinsamen Ritualplätzen gebaut. Für mich zeigt sich in vielen Untersuchungen, dass eine gemeinsame Identität der Steinzeitkulturen dort stattgefunden und entwickelt wurde.

Ulrich Gläser: Das waren Treffpunkte, wo man sich überregional getroffen und Wissen ausgetauscht hat. Da war eine unglaubliche Spiritualität. Wir dürfen nicht vergessen: Diese Steine, die wir heute gesehen haben, sind mit bronzezeitlichen Techniken nicht zu bewegen, zu bearbeiten und zu transportieren gewesen. 

RR: Danke für das Gespräch.

Carnac-Serie

In RR 1/2026 geht es weiter mit Wahrnehmungen und Gedanken zu Carnac: Besonders ausgebildete Kronenchakren und andere Denkstrukturen, der Ausgleich der Natur aus sich heraus mit dem Summen von Insekten, das Vergeistigen von Materie und das Nichwissen, wie Heilung geschieht.

Videos der Redaktion RR in Carnac siehe youtube.com/@d-a-ch-kanal > Playlist Arbeit mit Steinen

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