Die Seele ist von Natur aus rein
Richtungsänderung, Intensität und Polarisation
Eike Hensch: Und führe mich nicht in Versuchung ist ein Irrtum. Es darf heissen Und führe mich DURCH die Versuchung. Wir müssen Versuche machen, Felder verändern und sehen, was passiert. Wir müssen es kontrolliert machen.
Bei der Feldveränderung gibt es drei Grundprinzipien. Zunächst einmal die Richtungsänderung: Woher kommt der Strahl, wo geht er hin? Zum Beispiel ein Hufeisen. Bei einem Bauern fand ich die neue Bedeckung seines Hofes mit Betonplatten. Der Boden wurde mit einem Bagger 30 Zentimeter tief weggeschachtet und da lag ein Hufeisen. Ich packte die Rute aus. Bei einem Hufeisen gliedert sich eine Strahlung in zwei Richtungen auf, in diesem Fall genau am Kuhstall vorbei. Das ist ein alter Trick. Solche Richtungsänderungen begegnen mir öfter, wie auch bei der Ameisenstrasse: Im Frühling habe ich Ameisen im Haus. Ich bändige sie mit einem Spiegel, schräg in die Ameisenstrasse gestellt.
Das zweite Grundprinzip ist die Änderung, die Minderung der Strahlungsintensität. Eine kräftige Ohrfeige bedeutet hohe Intensität – man kann auch streicheln.
Das dritte Grundprinzip, die Polarisationsänderung ist biologisch entscheidend. Linksdrehend oder rechtsdrehend. Es gab linksdrehende Wasseradern, die entstört werden sollten. Warum? Weil im Vorgarten genau auf der Schwerpunktlinie ein Storch aus Bronze steht, der eine Feldveränderung herbeiführt. Nun kann man sagen, dieser Storch aus Bronze ist von Menschenhand gemacht, das heisst, der Mensch regiert und sortiert es so, wie er es für sein Wohlbefinden braucht oder besser gesagt, zu seiner neuen Erkenntnis.

Foto: Daniel Linder
Seine Motivation kennen
Daniel Perret: Ich benötige Definitionen. Was ist ein Feld? Für mich ist es wichtig, dass ein Feld immer ein Wesen und ein Bewusstsein hat. Darf man ein natürliches Feld verändern? Antwort: Du kannst nicht sein, ohne zu verändern. Da sind immer multiple Felder. Es gelingt dir nicht, nicht zu verändern.
Wenn man da reinschaut, kommt man ins Hundertste und Letzte. Am Einfachsten ist es, wenn man seine Motivation kennt. Warum bin ich hier? Was habe ich vor? Respektiere ich den Ort und die Menschen hier? Für mich ist die Ethik der Ausgangspunkt. Ethik klingt nach etwas Objektivem. Aber die Motivation ist persönlich und bedeutet die tieferen Lagen in sich selbst zu kennen. Was treibt mich an, sowas zu sagen, sowas zu unternehmen, so zu sein? Das ist für mich der einfachste Schlüssel, um aufmerksam zu werden, was wir verändern.
Werner Bornholdt: Wenn der Titel Radionik heisst, ist das ein Anspruch Felder zu verändern? Was sind das für Felder? Gibt es physische und andere Felder? Felder, hinter denen grundsätzlich eine Wesenheit steht oder die eine Wesenheit sind? Oder ist es etwas naturwissenschaftlich Skalares ohne eine Richtung? Das ist mir noch nicht klar. Ich glaube, es gibt alles Mögliche.
Das habe ich als Kind gelernt: Ich gehe ins Bett, falte meine Hände und spreche ein Gebet. Was mache ich da? Ich verändere ein Feld. Ich will etwas erreichen mithilfe einer geistigen Institution. Wir befinden uns dauernd in dieser Sphäre, in diesem Arbeitsgebiet und sind dabei, auf Geister einzuwirken. Wir beide haben vorhin schon mal geschaut, ob der Platz hier schön und gut ist. Ich fand hinter der Grundstücksgrenze da hinten auf der Wiese ein Elementarwesen, das uns wahrscheinlich wohlgesonnen ist. Das sind Felder. Alleine die Tatsache, dass ich dieses Wesen wahrnehme oder mir einbilde, es wahrzunehmen, ist bereits eine Feldveränderung. Ausrufezeichen und Fragezeichen. Da bin ich mir noch im Unklaren.
Unbewohnbare Felder
Rosa Schwarzl: Ich habe im Seminarbetrieb das Wort Mitfeld kreiert. Wir sprechen oft von Umfeldern. Wir haben aber fast nie ein Umfeld, sondern sind im Feld mittendrin. Indem wir mittendrin sind, verändern wir in all unserem Tun dieses Feld. Wir müssen es nicht bewusst verändern. Wir reden meistens vom Bewussten. Das soll so sein. Aber wir Menschen verändern unser Feld unbewusst viel stärker, als wir es bewusst können. Das gleiche bei Tieren und Pflanzen. Ein Nussbaum und eine Eiche verändern an ihrem Standort von Natur aus das Feld. Ein Feld ändert sich immer.
Ob wir etwas bewusst verändern oder nicht, ist eine zweite Geschichte: Nämlich wenn wir hingehen und sagen, wir verändern das Feld. Ich bin im Moment im Konflikt mit der Geomantie, wie sie in Europa gehandhabt wird: Geomanten, die hingehen, Steine aufstellen und mit Kosmogrammen bebildern. Ich kenne solche Leute und weiss: In deren Haus darfst du nicht einmal ein Blatt fallen lassen, weil das für sie schon eine Feldveränderung darstellt. Aber sie gehen hinaus, setzen Steine mit Kosmogrammen, um dort gezielt etwas zu verändern. Da beginnt für mich die Feldveränderung eine intensiv negative Schwingung zu bekommen, denn die betroffenen Menschen reagieren darauf. Ich kenne solche Felder und auch Menschen die sehr negativ auf diese Steinsetzungen reagieren. Der Geomant geht nach getaner Arbeit nach Hause in der Meinung, er habe etwas Gutes getan. Das wird publiziert und von der Gemeinde und dem Umfeld bewundert.
Im Moment haben wir eine aktive Zeit der Feldveränderung. Das gab es auch früher: Dort wo Steine umgelegt wurden, hat man später ein Feld bewohnbar gemacht. Bei aufgestellten Steinen entstehen Felder, in denen der Mensch nicht wohnen kann, sich biologische Systeme unwohl fühlen.
Wenn es um Feldveränderung geht, wie Eike das mit verschiedenen Grundprinzipien ausgeführt hat, kann man das so machen, aber es braucht eine Kontrolle, die ist mir wichtig. Jede bewusste Feldveränderung braucht eine Kontrolle. Man kann nicht hingehen und sagen «Ich mache das dort» und nicht wiederkommen. Wenn ich etwas mache, zum Beispiel einen Steinkreis setze, besuche ich den zwei-, dreimal im Jahr, um selber nochmal zu schauen, ganz unabhängig von den Rückmeldungen der Personen, bei denen das gemacht wurde. Es sind Grundstücke weit weg von bewohnten Gebieten und es handelt sich trotzdem um Feldveränderungen. Mir ist die Kontrolle einer Feldveränderung von demjenigen, der sie ausgeführt hat wichtig, weil nur er die Intention kennt, die dahinter steht. Ein anderer geht hin und sieht eine Intervention, aber kann nicht entsprechend eintauchen.
Das Feld als Hilfskonstruktion
Hendrikje Arzt: Ich bin auch der Meinung, dass es nicht einfach ist, ein Feld überhaupt zu definieren: Wir haben so viele Einflüsse, von den kosmischen bis zu unseren ätherischen. In der Geomantie spricht man von Holon. Wie willst du einen Raum abgrenzen und sagen: «Das ist jetzt das Feld»? Wo hört es auf, wo fängt es an? Ich glaube, es beginnt und endet da, wo es mit einer Intention, einer Gruppe oder irgendeinem Ziel verbunden ist.
Die Motivation und Haltung, die ich einem Ort gegenüber habe, was Daniel angesprochen hat, spielt eine grosse Rolle. In einer gewissenhaften Geomantie gehe ich nicht irgendwohin, verantworte irgendein Geschehen und denke, ich verbessere was, sondern ich versuche auf Fragen zu antworten, die ein an diesem Ort Lebender hat. Dann schauen wir vorsichtig, inwieweit da Einflüsse gewünscht und erlaubt sind. Dazu nehme ich Kontakt auf zu Dingen, Wesen und Hierarchien, die an diesem Ort wirken. Du hast vollkommen recht, es ist wichtig, sich Rechenschaft abzulegen, was für eine Beeinflussung bewirkt wird.
Ich glaube nicht, dass man es in seinen Folgen wirklich kontrollieren kann. Wir haben das Problem auch in der Homöopathie. Es gibt Menschen, die sagen, man darf keine Hochpotenzen verwenden, weil sie karmisch wirken. Ich frage dich, welche Potenz wirkt nicht karmisch? Welches falsche oder richtige Mittel wirkt nicht karmisch? Alles was wir tun, wirkt karmisch. In dieser Arbeit können wir uns nicht vor Fehlern, vor Unbedachtheiten, vor dem Nicht-Beachten-vielleicht-höherer-Dinge schützen, die eine Rolle spielen, wenn ich Einflüsse, die auf einen Ort wirken, nicht berücksichtigen kann, weil ich noch nicht so weit bin, das wahrzunehmen. Wenn ich das absolut sehe, ist die Frage, ob ich überhaupt das Recht habe, irgendwie bewusst einzugreifen?
Eine Pferdekoppel war mit Holzzäunen eingekoppelt. Der Landwirt sagte: «Ach, das ist immer so eine Arbeit, nach zehn Jahren muss man diesen Zaun neu machen. Wir benutzen jetzt mal Stahlpfähle, dann hält das für ein paar Jahre.» Gregor sagte damals: «Das fühlt sich nicht gut an. Wie eine Erdakupunktur und so unbewusst nach Pi mal Schnauze.» Die Pferde sind reihenweise krank geworden. Wurde da ein Feld kreiert? Es hat jedenfalls eine Wirkung erzeugt. Mit dieser Akupunktur sind alle möglichen Schichten betroffen. Auch solche, die wir vielleicht noch gar nicht wahrnehmen können.
Ich erachte es als eine Hilfskonstruktion, von einem bestimmten Feld zu sprechen, damit wir überhaupt eine Orientierung haben, aber wissend, dass es das eigentlich nicht definitiv gibt, weil so viel von anderen Feldern und Direktiven durchstrahlt, die uns nicht bewusst sind. Ich finde es schwierig, das Feld überhaupt zu fixieren.
Betroffenheit und Resonanz
Eike Hensch: Es geht um das Thema Betroffenheit und die Frage, ob einen irgendetwas betrifft oder nicht. Mit meinem Lehrer aus Celle habe ich viele radiästhetische Hausuntersuchungen gemacht. Bei der Untersuchung sagte er immer: «Jetzt gehst du an irgendeine Tür innerhalb der Wohnung, am besten vom Schlafraum zu einem anderen Raum und schaust bei der Tür, genau in der Mitte, ob du da, sagen wir mal, einen Wurm findest, eine Strahlung. Die verfolgst du mit der Rute und landest dann in der Fliessrichtung immer an der Wunde, die der Bewohner hat. An dieser Wunde findet sich die Information.» Ein Spiegel hat was zu sagen, eine von jemandem geschenkte Blume vielleicht. Mit dieser Information geht man durch die Wohnung auf der Suche nach Störern. Wenn sie gefunden sind, verändert sich an der Wunde etwas. Es zeigt sich, dass es nur für den betroffenen Menschen gilt und andere das gar nicht stört. Das ist bei jedem Menschen anders. Jeder Mensch hat seine Wunde woanders. Das nennen wir Betroffenheit.

Foto: Daniel Linder
Nicht eingreifen
Ulrich Gläser: Bei Daniels Aussage: «Hinter jedem Feld steckt ein Bewusstsein und eine Wesenheit», bin ich mir nicht sicher. Es gibt Felder, die kommen mir unbelebt vor, sie sind einfach da. Gerade bei Technomantien. Es gibt Felder, bei denen man nicht weiss, ob sie menschengemacht oder natürlich sind. Stichwort Gittersysteme: Sie kommen nicht aus der Erde, weil sie ohne Schrägstrahlung sind, wo kommen sie her? Der Geomant Wolfgang Stark hat Brennpunktschulen energetisch saniert und festgestellt, dass dort wo in jeder grossen Pause wegen Gewalttätigkeiten die Polizei kommen muss, es keine Hartmann- und keine Benkerlinien gibt. Er stellte fest, dass 14-jährige Mädchen Spuk verursachen und solche Systeme schlicht und ergreifend auflösen können. Wenn sie von Menschen aufgelöst werden können, ist das ein Hinweis darauf, dass sie menschengemacht sind.
Ich erhalte zunehmend den Auftrag zu suchen, wo es menschengemachte Feldveränderungen gibt. Wo sind Geistwesen deaktiviert, gebändigt, gedemütigt worden? Mit dem Effekt, dass die Feldveränderung, wenn ich sie machen lasse, ein Rückbau menschengemachter Feldveränderung ist. Für mich ist das natürliche Feld die Summe aller natürlichen Felder. Ich sehe die Rosi an, weil sie von Bäumen spricht. Jeder Baum ist eine beseelte Feldveränderung. Es sind diese natürlichen Felder, die mich unglaublich faszinieren, die ich im wahrsten Sinne des Wortes anhimmele und nimmer verändern möchte. Ich habe gelernt, wie man eine Wasserader verschlagen kann, so dass man auch im Rückwärtsschreiten nicht mehr herausfindet, wo sie mal war. Ich würde es nie machen lassen, weil ich mir dominant vorkäme. Ist es meine Aufgabe, die Natur zu dominieren? Nein. Ich will sie mir nicht untertan machen. Ich persönlich will Teil der Natur sein und sie mit allem achten und respektieren.
Bei Eike habe ich gelernt, dass ich garantiert kein Geopathologe werden will. Ich bin nicht ein Pathologe, der die Natur seziert und irgendwie einbalsamiert. Auf meinem Visitenkärtchen steht Zu Hause schlafen wie bei Mutter Natur. Deshalb werde ich, um einen Schlafplatz zu optimieren, nie und nimmer in ein natürliches Feld eingreifen. Ein künstliches Feld entfernen lassen – gerne.
Marion Eggers: Ich merke, dass ich täglich mit Feldveränderung im Mitfeld zu tun habe. Die Stadt Hamburg hat am Strassenrand auf Grünstreifen in Abständen von anderthalb Metern viele Granitsäulen eingepflanzt, damit da niemand parkt. Ich bin immer wieder mit dieser Veränderung im Feld. Was kann, darf, soll ich tun? Finden wir anhand dieser Fragen für mich ein Ergebnis, bei dem ich denke, ja, vielleicht kann ich doch was tun?
Eine Verantwortung
Daniel Perret: Ich denke, wenn wir von Feld reden, ist es wichtig direkt zu verkoppeln, dass das mit dem Bewusstsein identisch ist. Wenn wir ein Feld verändern, ist es immer auch ein Bewusstsein, das wir mitverändern. Für mich ist das so konkreter. Feld klingt ein bisschen abstrakt. Das Andere ist die Frage nach der Verantwortung. Das wurde von Uli angesprochen. Überall, wo wir hingehen, ist das Bestreben, ein Bewusstsein von Balance in uns zu haben und zu erkennen, ob der Ort in Harmonie ist. Wenn wir merken, dass er nicht im Gleichgewicht ist, arbeiten wir mit unserem eigenen Vermögen und Verständnis an einem Gleichgewicht. Im besten Falle.

Grafik: Eike Hensch
Eine kanadische Wissenschaftlerin hat Eingeborene verschiedener Völker und Kulturen der Erde eingeladen, darüber zu diskutieren, welche gemeinsamen Werte sie in ihren Kulturen haben. Es wurde klar ausgedrückt, dass was immer sie tun, es an einem Ort immer darum geht, eine Balance herzustellen. Das sei in Ihrer Verantwortung. Wenn Du an einen Ort kommst, der aus irgendeinem Grund nicht ausgeglichen ist, ist es deine Aufgabe, mit deiner Wahrnehmungsfähigkeit zum Gleichgewicht beizutragen. Meistens heisst das nicht, dunkle Kräfte zu bekämpfen, sondern mehr Licht reinzubringen. Da sind wir wieder bei der Motivation. Wenn du die Kapazität hast, Licht an einen Ort, in einen Menschen zu bringen, ist es deine Verantwortung. Das kann unser Beitrag sein.
Feldveränderung mit Krakeln
Eike Hensch: Hahnemann hat immer Eigenversuche gemacht. Beim Thema der persönlichen Problematik möchte ich über einen Eigenversuch sprechen: Ich habe den ganzen Blumenkohl an Verwandten gezeichnet und meinen Namen reingeschrieben. Ich habe eine Mutter, das ist ein Ast und einen Vater, das ist dieser. Der Vater hat eine Oma und so weiter. Ich habe ein hängendes Augenlid und die Ursache muss einen Einfluss auf die Vorgänger gehabt haben, denn meine Mutter hatte es auch und mein Grossvater mütterlicherseits hatte dieses hängende Augenlid auch. Ich habe mit einem Freund im Blumenkohl nach dem auslösenden Ast gesucht: Wo kommt es her? Da sind wir tatsächlich unabhängig voneinander dahintergekommen, dass an einem bestimmten Ast Jemandem der Partner mit einer Eisenstange über den Kopf gehauen hatte. Das kann man radiästhetisch nachtesten. Man braucht nicht dran zu glauben, um zu sehen, was passiert. Mein Sohn und mein Enkel haben es nicht mehr. Mein seit vorgestern geborener Urenkel hat das hängende Augenlid auch nicht mehr.
Da geht es um ein Thema. Es hat in dem Bereich keine Versöhnung stattgefunden. Versöhnung ist die stärkste Energie, die Menschen aufbringen können, um etwas zu begradigen. Wir haben hier im Marienheim, 20 Kilometer weiter südlich, eine Stätte gemietet und eine Versöhnung durchgeführt. Der Platz hat noch wochenlang nachgeklungen und radiästhetisch gewirkt, weil wir uns dort eine grosse Versöhnung gegönnt haben.
Wie ist es möglich, bei längst nicht mehr Lebenden, die es betrifft, eine Versöhnung herbeizuführen? Da gibt es einen Trick. Man kann Leute, die längst nicht mehr leben und zusammen im Streit waren, versöhnen, indem man Folgendes macht: Ich nenne es das Krakeln. Wir haben zwei weiche 8B-Bleistifte, das sind die Weichsten, die es gibt. Hier unten auf dem Blatt Papier sind die beiden zu Versöhnenden. Durch das Umpolarisieren herrscht seitdem Ruhe.

ein Blatt Papier krakeln. Hensch: «Das Krakeln hört nach wenigen Minuten auf, dann ist es abgeschlossen. Das Geschriebene ist der Ausdruck des Bedeutsamen, deshalb schreiben, lesen und staunen wir.»
Grafik: Eike Hensch
Feldveränderung und Selbstermächtigung
Rosa Schwarzl: Es ist wunderbar, was ihr alles einbringt, für mich passt alles. Wenn ich draussen ein Auto abstelle, wenn jemand zur Tür hereinkommt, wenn der Nachbar ein Schimpfwort oder etwas Lobendes sagt, verändert sich das Feld. Ich sehe unsere Aufgabe im geomantischen Unterricht im Weitergeben unserer Erfahrungen aus der Mutungspraxis. Wie erkennen wir veränderte Felder und wie gehen wir mit sich immer verändernden Feldern um? Spüren wir, wann sich ein Feld verändert und was es mit uns macht? Ist das für uns positiv oder negativ und wie ändern wir das? Diese Mechanismen sind wichtige Werkzeuge. Es ist nicht wichtig zu wissen, wie man ein Auto baut, sondern wie man es gut fährt. Das kommt mir im Unterricht zu kurz. Wir suchen wie ein Platz aufgebaut, wie er manipuliert ist, aber nicht, was er jetzt mit mir macht und wie ich damit umgehe und wie ich mich dazu verhalte? Vorher in der Kirche sagte Marion, dass sie es intensiv spüre. Dazu: Lernen wir mit allem, was etwas mit uns macht, bewusst umzugehen. Egal wie die Definition vom Feld ist, jedes Feld macht etwas. Die erste Stunde ist Erdung, Reinigung, Erkennen von Einflüssen und wie stelle ich sie ab oder wen kontaktiere ich, der mir helfen kann?
Licht ins Feld bringen
Hendrikje Arzt: Alles, was ihr sagt, berührt die Frage nach Freiheit. Wie weit dürfen wir gehen? Wann touchieren wir die Anderen? Gerade, was Eike erzählt hat, finde ich beeindruckend. Ich kenne das aus der Homöopathie: Unfälle und Traumata früherer Generationen tauchen beim Klienten auf und machen was. Mein Ansatz ist es nicht, die Verstorbenen zu kurieren, sondern in der Ebene, in der ich bin, zu schauen, wo die Resonanz ist und wie das Thema für mich zu lösen ist. Damit löst sich das auch für die Vorfahren und ich muss nichts bemühen, nicht zu Sphären greifen, in denen ich nicht berechtigt bin, zu manipulieren.
Ich möchte dem Klienten, der unter der Folge von familiären Zwistigkeiten und Fehlhandlungen leidet, zum Bewusstsein verhelfen, dass er darauf Einfluss hat, indem er an sich arbeitet, an seinem Potenzial zu verzeihen und herausfindet warum er in Resonanz mit diesem Verwandten ist, der das gleiche Thema hat und es nicht auflösen konnte. Es wird weitergereicht, damit ich es an dieser Stelle aufgegriffen wird. Ich weiss es oft nicht. Das berührt das, was Daniel sagt: Hauptthema ist das Bewusstsein. Ich verhelfe zum Bewusstsein.
Zu deinem Ärgernis, Rosa, gegenüber Menschen, die zumindest von aussen gesehen den Eindruck vermitteln, dass sie geomantisch willkürlich tätig sind. Ich bin geneigt, das beurteilen zu können, obwohl ich nicht dabei bin und nicht wirklich weiss, was da vielleicht noch an Intention und Effekt mitschwingt, was ich vielleicht gar nicht wahrnehmen kann. Im Sinne von Die Kraft, die stets das Gute will und das Böse schafft und umgekehrt. Wir machen mit den besten Absichten Schwachsinn und ermöglichen dennoch auf einer anderen Ebene eine Entwicklung für das, was entsteht.
Ich merke, ich bin jemand, der immer scharf geurteilt hat. Das war nicht falsch, aber trotzdem nicht notwendig und hat meine Mitwelt irritiert. Diese Urteile waren für mich eine Feststellung, eine Sekundenerscheinung und ich hatte sie am Morgen bereits vergessen. Die Anderen haben das lange mit sich herumgetragen, haben es fixiert und es hat auf sie gewirkt. Auch mein Mann hat manchmal darunter gelitten, dass ich etwas beurteile. Für mich war es eine Momentaufnahme. Ich merke, dass das Bedürfnis wächst, das nicht zu müssen und wie es Daniel gesagt hat, eher zu schauen, wie ich Licht ins Dunkel bringe.
Wir sind nicht allein
Werner Bornholdt: Wenn wir irgendetwas tun und unsere Aufmerksamkeit darauf richten, tun wir das in diesem Leben. Ich habe Gott sei Dank die Erfahrung gemacht, dass mich Menschen, die nicht mehr hier leben, angesprochen haben. Ich kann mich dem nicht erwehren. Es ist in letzter Zeit passiert, dass Tote zu mir gekommen sind, merkwürdigerweise oft aus Russland. Das waren überwiegend Menschen, die in der Ukraine mit 18 bis 35 Jahren verstorben sind. Hilfe war erwünscht und ich habe natürlich gefragt: Kann ich das? Darf ich das? Soll ich das?
Was passiert eigentlich, wenn solche Feldveränderungen da sind und auf mich wirken? Das war die Frage von Rosa. Das erste Mal, als mir das passiert ist, war es wie folgt: Ich war noch mit Gudrun verheiratet, die inzwischen gestorben ist. Sie kam damals zurück von ihrer Heilpraktikerin und sagte: «Weisst du was? Ich habe eine Besetzung.» Diese Besetzung fand die Heilpraktikerin durch einen Menschen aus Südamerika. Dieser Mensch hatte eine Tochter, die in Deutschland lebte und mit uns eine Beziehung hatte. Bei ihnen ist es Brauch, Schamanen anzurufen, zum Beispiel mithilfe eines Fotos, um dafür zu sorgen, dass dieser junge Mensch in Deutschland behütet, gehalten und freundlich aufgenommen wird.
«Du kannst diese Besetzung auflösen, indem du die Geister bittest, dies zu tun.»
Geistwesen
Ich fragte: «Kann ich das herausbekommen?» Die Besetzung bei Gudrun wurde bestätigt und bei mir auch. Da ich täglich mit Geistern arbeite, fragte ich die Geister: «Stimmt das? Was passiert da? Was kann ich machen?» Die Antwort hiess: «Ja, das stimmt. Du kannst diese Besetzung auflösen, indem du die Geister bittest, dies zu tun.» Das ist gelungen. Zu einem späteren Zeitpunkt hatte ich ein solches Feld noch einmal und sehr intensiv. Schlaflose Nächte, Kopfschmerzen, Herzrasen. Auch da konnte ich es mit Hilfe der Mächte der Hierarchie und der Trinität beseitigen lassen. Es sind immer Geister in diesem Umfeld und Bewusstsein, die etwas mit mir tun. Ich merke das nicht. Sie stört es nicht, wenn ich sage, wie toll ich bin. Sie helfen mir ganz still.
Ich bin sehr dankbar und enorm bescheiden geworden.

Foto: Michael Gaida
Hausbau – Eine grosse Feldveränderung
Eike Hensch: Tiere haben ein Fell und eine Technik um zu überleben. Warum werden wir Menschen eigentlich nackt geboren? Weil wir dadurch nachzudenken haben, wie wir uns wärmen. Da sind Architekten gefragt. Wie wirkt ein Haus? Nicht nur auf die Bewohner, sondern auch auf die Anderen. Sie müssen das Haus sehen und da fängt die ganze Problematik an. So rede ich als Architekt. Jedes Haus das wir errichten, ist eine totale Feldveränderung und Beeinflussung der Menschheit.
Es ist ein Interagieren
Rosa Schwarzl: Das mit den Geistwesen ist so eine Geschichte. Ich bin seit meiner Kindheit betroffen und da wusste ich noch nicht, was es ist. Immer dort, wo ich wohne, sammeln sich irgendwelche Geister an und verweilen. Kommen, gehen, machen eigentlich nie etwas, ausser sich bemerkbar. In meinem Haus zum Beispiel merkt das jeder. Es hat nichts mit dem Haus zu tun, sondern mit mir. Überall dort, wo ich übersiedelt bin, kehrt dieses Phänomen ein. Es gibt für alles einen guten Geist. Ich bin immer ganz fasziniert, dass man eigentlich nur darum zu bitten braucht. Geistheilung ist nichts anderes als mit diesen Geistern zu arbeiten. Oder sie wollen mit einem arbeiten. Ich sehe mich als Werkzeug.
In dieser Ahnenreihe, bei Eike, ist, irgendetwas passiert. Ich glaube auch, dass man nicht zurückzugehen braucht und es in der Jetztzeit lösen kann. Dinge wie dein Augenlid erledigen sich einfach.
Es ist das gute Arbeiten an einer Sache und soll immer für alle passen. Dann passt auch die Feldveränderung. Neben dem Bedanken sollte immer der Wunsch stehen, dass es für alle passt. Das ist im Austausch mit der Geistigen Welt mein letzter Satz.
«Wir wachsen aneinander, miteinander und mit allen Geistern.»
Rosa Schwarzl
Es ist eine vernetzte Geschichte und niemand kann sich aus diesem Mitfeld herausnehmen. Ich glaube, wir wachsen aneinander, miteinander und mit allen Geistern. Auch mit denen, die wir vielleicht nicht als hilfreich bezeichnen. Ich sehe sie nicht negativ. Ich sehe, sie zeigen etwas auf, zeichnen ein Bild, das uns hilft, weiterzukommen. Deshalb braucht es immer irgendwie eine Feldveränderung, ein Interagieren. Erfolge sind alle wunderbar und willkommen. Die Lernaufgaben sind das Wichtige. An denen dürfen wir wachsen bis an unser Ende.
Das Wesen beim Namen nennen
Hendrikje Arzt: Wenn ich Hinweise bei einem Mittel bekomme, erfolgt das immer unbewusst. Es besteht die Möglichkeit, dass sich Geister, die es nicht gut meinen, einschalten, wenn ich etwas heilen, erreichen, verbessern will. Das habe ich immer irgendwie geahnt, konnte es aber nicht greifen. Dann habe ich einen neuen steinerschen Meditationsweg beschritten, den ich erst auch nicht greifen konnte, weil er abstrakt formuliert ist. Ich kam mit diesem Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? nicht zurecht. Ich fand das sehr theoretisch. Dann habe ich eine Priesterin getroffen, die das nach einer bestimmten Methode mit verschiedenen Meditationen durch den Tierkreis macht. Es gibt eine Stelle, wo du sozusagen erfährst, mit welchem Wesen du da im Gespräch bist. Dann ist es wichtig, nicht zu sagen: «Ich denke, das ist das oder dieses Wesen.» Es geht auch nicht, dass ich frage. Weil wenn ich frage, beantwortet das Wesen es mit: «Ja, das bin ich.» In dem Moment, wenn ich ihm den Namen zuspreche, kann es nicht lügen. Dann habe ich eine Stimmigkeit oder eine Unstimmigkeit in mir, die darauf antwortet und erfahre, ob ich das Wesen richtig oder falsch benannt habe. Das hat bei mir etwas verändert. Früher habe ich gedacht, dass wenn ich das Gute rufe, nur das Gute kommt. Das ist nicht der Fall, das gehorcht gewissen Gesetzmässigkeiten.
Dazu muss ich Namen von Wesen benennen, die ich noch gar nicht kenne. Das ist unglaublich aufwendig, aber zumindest für mich eine Möglichkeit, ein bisschen mehr Vorsicht walten zu lassen, mit wem ich da mit welchen Absichten unterwegs bin.

Foto: Daniel Linder
Alle arbeiten in der Gegenwart
Ulrich Gläser: Eike hat uns den Ahnenblumenkohl gezeigt, Werner hat berichtet, dass er durchaus in frühere Leben zurückgehen muss, um zu finden, was ist und Hendrikje sagt, dass die Toten tot sind und wir im Jetzt leben sollen. Da ist eigentlich gar kein Unterschied, denn der, der das hängende Lid aus der Familie verursacht und nicht aufgelöst hat, ist längst tot. Die anderen tragen nur die unbewusste Erinnerung in sich. Es ist das, was Eike und was Werner beschrieben: Nicht den Ursprung zu therapieren, sondern den Ursprung zu suchen, um im Jetzt die richtige Frage zu stellen. Das heisst, alle arbeiten in der Gegenwart. Der Weg zurück ist nur der Weg an die Quelle, die längst versiegt ist. Aber das früher gequollene Wasser fliesst weiter von einer Generation zur nächsten. Das gilt es in Harmonie zu bringen.
Nenne den Geist beim Namen
Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass wenn man einen Geist fragt: «Bist du ein guter Geist?» er immer sagt, er sei gut. Man bekommt die Antwort, die man hören will. Von Werner habe ich gelernt, dass wenn man wissen will, ob es ein Dämon ist, man ihn beim Namen nennt. Das haben wir als Kinder gelernt. Rumpelstilzchen ist der klassische Dämon: «Heute back ich, morgen braue ich und tue Gutes. Ich backe Brot und mache Getreide als leckere Flüssigkeit haltbar. Übermorgen hole ich der Königin ihr Kind.» Das ist die klassische Dämonentechnik: «Ach, wie gut, dass niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss.» Nenne den Geist beim Namen. Ich habe das einmal bei einem vermeintlich grossen Ortsengel gemacht. «Bist du ein Sorat?» In dem Augenblick war es wie bei einem um sich sausenden Wirbelwind. Ich hatte keine Vision, sondern die Wahrnehmung von Rotation. Dann war er weg. Rumpelstilzchen verabschiedet sich im Märchen genauso. Dieses Märchen beschreibt den klassischen Dämon und wie man ihn beseitigt.
Es kommt auf das Bewusstsein an
Werner Bornholdt: Ihr Lieben. Was machen wir, wenn wir eine Rute in der Hand haben? Ich greife Uli auf. Wenn ich der Meinung bin, da ist eine Wasserader, finde ich sie garantiert. Da kann sein, was will: Ich finde, was ich mir vorstelle.
Wenn ich trainiere und sage, ich bin ohne Urteil und nehme, was kommt, kann es sein, dass ich verführt werde. Rumpelstilzchen. In dem Moment, wo ich mir sage: «Klasse, das ist alles Physik!» ist es grottenfalsch. Was bleibt da übrig? Wir reden mit Geistern und die spielen eine Rolle? Dann brauche ich auch keine H3-Antenne. Ich kann es mit der Hand, mit den Augen, irgendwie. Und jetzt kommt es auf das Bewusstsein an, dann bist du wieder an der Reihe.
Als Kind schon ins Feld gerufen
Rosa Schwarzl: Ich bin ohne theoretisches Wissen zu diesen Erkenntnissen gekommen. Ich wurde mit etwas geboren, das mich als Kind stark überfordert hat. Ich war in einem Umfeld, das das alles nicht praktizierte. Als Kind gab es für mich ein Feld mit allgemeinem Wissen, in dem alles gespeichert ist und auf das ich uneingeschränkt Zugriff habe. Als ich realisierte, dass das nicht jeder hat, war ich total verwirrt. Ich habe festgestellt, dass man überhaupt nicht über die wesentlichen Dinge im Leben spricht.
Wenn irgendetwas war und ich als Kind eine Notwendigkeit erkannt, habe, rief ich in dieses Feld: «Hallo, das wäre jetzt zu erledigen.» Und es ist passiert. Immer. Auch mit groben Geschichten und Erkrankungen in meinem Umfeld. Der Nachbarsbursche, mit dem ich aufgewachsen bin, lag im Koma. Ich besuchte ihn und sagte: «Hallo, macht etwas!» Und er ist aufgewacht. Meine Grossmutter hatte Brustkrebs und ich habe nebenan gearbeitet. Da war ich 17. Zwei Wochen später hatte sie keinen Krebs mehr. Unfassbar. Dieses Bewusstsein, dass man nur anzuklopfen und zu sagen hat: «Ich bitte darum, das zu machen» und hintennach ein Zeichen als Dank daraufsetzt, das habe ich als Kind schon gehabt. Ich weiss nicht, ob es Geister oder diese vielen Funken des Lebens sind, von denen wir kommen.

Foto: Steven Sheppardson
Für mich ist es ein Talent, das Wissen aller Ahnen mitzubringen. Meine Ahnen waren vom Massenmörder bis hin zum Heiligen alles Mögliche. All das trage ich in mir und in die Arbeiten, die mit einer Aufstellung zu tun haben, indem ich die Klienten mit ihren Ahnenmitbringseln arbeiten lasse. Irgendwo da ist das versteckt, was im Fall von Eike dieses hängende Lid bewirkt: Damit kommunizieren und es quasi auflösen. Für mich ist das alles in einem Feld und es sind keine guten und schlechten Geister, sondern hilfreiche Geister. Hilfreich sind auch die vordergründig nicht Schönen und Guten. Dieses Eintauchen in das Feld macht es für mich aus. Nicht, weil es logisch ist und nicht, weil es so unterrichtet wird, sondern weil ich das als Kind schon gemacht habe.
Besetzungen muten
Eike Hensch: Das Wort Besetzung ist gefallen. Guckt doch mal bei einem Menschen oder bei euch selber nach. Ihr könnt euch zeichnen, euren Namen reinschreiben und dann seid ihr das. Wenn da rechts oder links von euch eine grosse Blase hängt, dann habt ihr einen Hinweis, dass eine Besetzung vorliegt. Die Besetzung erfolgt durch eine Frau oder durch einen Mann. Wenn diese grosse Blase einen zweiten Kreis in sich trägt, ein Loch hat, lebt diese Figur noch.
Magisches Arbeiten
Hendrikje Arzt: Das Märchen vom Gevatter Tod hat mich beeindruckt. Der Patenonkel schenkt dem Patenkind die Fähigkeit zu sehen, ob jemand, den er behandelt und heilen will, dem Tode geweiht ist oder nicht? Der Tod steht vorne beim Kopf vom Kranken, wenn es heilbar ist oder bei den Füssen, wenn er stirbt und es sich nicht mehr lohnt, eine Behandlung einzuleiten. Durch diese Kenntnis wird er ein berühmter Arzt und hat viel Erfolg, weil er nur die behandelt, die sich lohnen, sie zu behandeln. Er trifft einen König, verliebt sich in die Königstochter und sieht, wie der Tod bei ihren Füssen steht. Was macht er? Er dreht sie kopfvoran um und sie überlebt. Er hat die Vorsehung ausgetrickst. Das Ende vom Lied ist, dass der Tod mit ihm in einen Raum mit Millionen von Kerzen geht und ihm erklärt, dass nachdem er das getan hat, die Kerze der Königstochter nicht ausgeht, weil er sie durch seine ersetzt hat und er an ihrer Stelle sterben wird. Wir können viel Heilkraft bewirken. Die Frage ist, was nehmen wir in Anspruch und wenn es magisch wird: Wie bezahlen wir das? Wir können nicht Gut und Böse aus unserem Arbeitsfeld eliminieren. Das Böse ist immer mit dabei.
Magisch heisst, mit einem eigenen Interesse jemanden heilen zu wollen und dafür Geister und Kräfte in Anspruch zu nehmen, weil ich dieses und jenes verhindern will und nicht frage: «Was soll passieren?» Für mich ist das Zauberei und somit die egozentrische Variante.
Ehrlichkeit und Schutzengel
RR: Wir haben gehört, dass Feldveränderungen mit Geistwesen zu tun haben und zum Wohle aller im Sinne des Ganzen angeregt werden dürfen. Wie können wir uns in der Praxis versichern, egofrei auf dem ganzheitlichen Weg zu sein?
Daniel Perret: Das ist eine heikle Frage. Es geht darum, wie wir fähig wir sind, uns betreffend der Motivation selbst zu hinterfragen. Wenn wir das nicht können, werden wir es nicht herausfinden.
RR: Wie können wir uns hinterfragen?
Daniel Perret: Mit Ehrlichkeit.
RR: Gibt es eine Technik, sich der eigenen Ehrlichkeit zu versichern?
Hendrikje Arzt: Zum Beispiel mithilfe der körperlichen Stimmigkeit, der Resonanz. Wenn wir eine Frage stellen, reagiert der Körper. Wir haben einen feinen Sinn dafür, was die Wahrheit ist. Wir müssen nur darauf hören.
Viele Menschen sind dissoziiert und gar nicht richtig da. Deshalb können sie nicht wahrnehmen, was läuft und lassen sich vom Kopf bestimmen. Sie nehmen ihren Körper und wie sie auf Dinge reagieren nicht wahr, weil sie ausserhalb ihres Körpers sind. Es ist ein Bewusstseinsweg, dass wir im Körper landen und uns wahrnehmen.
Marion Eggers: Der Bewusstseinsweg passiert durch schlichte Körperwahrnehmung, meditative Übungen, Yogaübungen. Entspannung. Einatmen, Ausatmen. Ankommen.
Rosa Schwarzl: Ich bin ein praktischer Typ. Erstens muss etwas zu mir kommen und nicht ich zu etwas gehen. Es muss eine Anfrage kommen, grob oder feinstofflich. Nun hake ich bei Hendrikje ein. Worte und Sprache sind nur Vereinbarungen. Für mich ist es das Bauchgefühl, dass ich dafür zuständig bin. Wenn ich dafür zuständig bin, bin ich ganz und gar zuständig. Da ist vieles, das mir nicht gefällt. Für viele Leute und Situationen möchte ich nicht arbeiten. Ich will nicht in der Früh aufstehen und 200 Kilometer fahren, weil ich dort etwas zu erledigen habe. Mittlerweile 50 Jahre spiele ich mit dem Thema: Mache ich das jetzt oder nicht? Ich mache es. Wenn ich in der Früh nicht fahre, fahre ich halt am Mittag los und komme umso später wieder nach Hause. Dinge kommen und sind meine. Oft sage ich: «Bitte rufen sie da oder dort an.» Das klappt nicht. Das sind Dinge, die bekomme ich und ich muss sie erledigen. Daran scheitern oft meine Partnerschaften. Wenn die Ansage ist, nach Linz zu fahren: «Was machst du in Linz?» Keine Ahnung, das weiss ich dann in Linz. Ich fahre nach Linz. Es trifft sich immer, ich bin noch nie umsonst gefahren. Es ergibt sich alles. Am Ende eines Themas weiss ich, wann es fertig ist. Das ist dieses Bauchgefühl. Und ich weiss genau, wo ich noch eins draufzusetzen, welchen Ort ich noch zu besuchen oder welche Person ich zu kontaktieren habe. Mittlerweile habe ich in Europa eine sehr aktive Community, die auch so arbeitet. Hin und wieder darf man sich darauf berufen, seines getan zu haben und es durch einen Anderen weiterlaufen zu lassen. Dann ruf ich an und sage, ich habe da eine Geschichte. Er sagt: «Ich habs schon erhalten, gut, ich mache da weiter.»
Es ist etwas, das einem befohlen und aufgetragen wird, das man erledigen darf. Ich kann nicht ausweichen. Für mich ist das eine Art Pakt. In meinem Leben sind mir Personen und Energien begegnet. Es sind Abmachungen, Versprechen, Einweihungen und die kommen nicht von Personen. Es ist eine Art Handel mit einer Umwegrentabilität. Diese Dinge funktionieren oft ganz ohne Geld und ohne Energieausgleich. Wenn ich etwas brauche, kommt es einfach daher. Dieses Etwas kommt, wenn der Zeitpunkt da ist, es zu erledigen und du zuständig dafür bist. Dann ist es an dir, das zu erledigen. Da geht nichts daran vorbei.
Werner Bornholdt: Jeder von uns hat seinen Schutzengel. Das ist so sehr in unserer Kultur verankert, dass es eine Selbstverständlichkeit ist. Dieser Schutzengel hat nicht nur eine Schutzfunktion, er leitet und führt uns. Merkt ihr, dass ich dasselbe sage wie Rosi. Das ist ein Pakt. Ich glaube, die Wirkung eines Schutzengels ist viel grandioser und viel wirkungsvoller und viel natürlicher, als wir es uns bisher eingebildet haben.
Marion Eggers: Beobachte deinen Schutzengel: Wenn ich noch nicht weiss, was mein Schutzengel ist, würde ich morgens beim Aufstehen um geistige Führung bitten. Das kann ich üben und ein Gespür dafür bekommen. Diese geistige Führung ist einfach da und begleitet mich durch den ganzen Tag. Als Yogalehrerin gebe ich einfache Übungsanleitung, um die Erfahrung zu machen in Kontakt mit diesen Kräften und Energien zu kommen und das zu spüren: Sich für einen Moment in die Ruhe setzen, stehen und sich erden. Sich mit beiden Füssen auf die Erde stellen und in den Kontakt gehen. Morgens zuerst in diese Einstimmung gehen. Das kann man über Singen und über Körperübungen machen, um tatsächlich im Hier und Jetzt in der Gruppe anzukommen und gemeinsam in eine Arbeit einzusteigen.
Ulrich Gläser: Ich weiss, meine Seele kommuniziert als Geistwesen mit anderen Wesen. Meine Seele hat eine Ahnung von Geistwesen und von der Geistigen Welt. So kann ich sie auch mal was fragen! Das habe ich schlicht und ergreifend in den letzten Jahren geübt.
Hinweis für die Leserschaft: Erstellt Euch ein eigenes Bild von Eurer Seele und fragt sie was Euch interessiert. Geht aktiv mit der Seele um. Sie ist der Vermittler zur Geistigen Welt. Die Seele ist von Natur aus rein, klar und nicht böse: ein guter Weggefährte.
Daniel Perret: Die Begriffe Seele, Schutzengel, Ich, höheres Selbst dürfen nicht verwechselt werden. Es geistern zwei Seelen-Begriffe herum. Die Anthroposophen reden von einer Seele, die all das ist, was Du fühlst und dessen Du Dir bewusst bist. Das ist Deine in diesem Leben funktionierende gefühlsmässige Wahrnehmungsfähigkeit, Deine Persönlichkeit.
Der andere Begriff meint die zeitlose, lebensübergreifende Seele, ein Bewusstseinsstrom, der mit Dir und mit Deinem zeitlosen Urgrund verbunden ist. Das sind zwei verschiedene Begriffsinhalte.
Der Schutzengel ist nochmal etwas anderes. Die Frage, was eine zeitlose Seele, ein höheres Selbst, ein Schutzengel ist, ist nicht leicht zu beantworten. Eine tiefreichende, echte schamanistische Ausbildung, eine Druidenausbildung und Ähnliches braucht meiner Erfahrung nach 20 Jahre. Das sind Transformationsprozesse, die Zeit brauchen. Wir sind nicht hier, um an zwei Wochenenden oder in einem Jahr das Leben zu lösen und danach ist Ferienaufenthalt am Strand. Die Frage des Lebenssinns erfordert ein durch eine fortwährende persönliche Transformation erworbenes Verständnis.
RR: Im Kern unserer Botschaft dürfen wir die Gemeinschaft ermutigen.
Eike Hensch: Mit Humor und Loslassen. Ich merke es im Alter. Alles was ich brauche, kommt auf mich zu.
RR: Danke für das Gespräch.
Praxis-Tipp von Werner Bornhold
Liebe Leute, achtet mal drauf: Der Schutzengel achtet nicht nur auf Euch, wenn ihr die Geschwindigkeit überschreitet – fahrt nicht schneller als Euer Schutzengel fliegen kann – sondern er ist jemand, der Euch führt. Achtet darauf und prüft es nach. Wirkt es? Redet mit Leuten. Übrigens, hier sitzen ein paar, die das können. Nehmt gerne Kontakt auf: werner.bornholdt@stw.de
Ganzen Artikel lesen für FR 3.-
Dieser Artikel ist kostenpflichtig.Sie können den Artikel hier kaufen oder ein Jahresabo bei uns bestellen.
Sie müssen angemeldet sein um einen Kommentar zu schreiben.
Anmelden