Mensch und künstliche Intelligenz KI

Foto: Leo Kyraxys mit KI hergestellt.

RR: Viele Menschen sind von den Vorteilen der künstlichen Intelligenz KI begeistert, viele machen sich Sorgen über die Konsequenzen und sind durch das Nichterkennen-Können der KI verunsichert. Wie können wir KI-Inhalte bei Ton, Bild und Text erkennen?

Daniel Perret: Wenn ich das Energieniveau mit radiästhetischen Mitteln mute, ist es tief, im Bereich von Widersacherwesen. Das ist für mich ein klares Zeichen dafür, dass KI dahintersteckt. 

Jürgen Richter: Als Feinfühliger kannst du merken, wenn du mit KI zusammenkommst. Ich habe Bewerbungen erhalten, die komplett von KI erstellt wurden. Da merkst du sofort die schlechte Energie. Ich habe auf der H3-Antenne die Resonanz-Grifflänge mit 7,4 cl gemutet. Mit dieser Grifflänge erfährst du, ob etwas mit KI generiert ist. 

Daniel Perret: Mit dem Ausdruck Schlechte Energie darf man, finde ich, differenzierter umgehen. Für mich sind Widersacherwesen oder auch KI keine schlechte Energie, sondern eine Herausforderung, die spirituelle Kraft zu finden, um eine Hürde zu überwinden. Es sind Lernimpulse. 

Jürgen Richter: Da gebe ich dir recht. Wenn ich herausfinde, dass schwarze Magie, satanische Grifflängen und für Menschen unwürdige Intentionen dabei sind, muss ich sagen, dass sie im Grunde genommen ein Angriff auf den Menschen sind. Sicher fordern sie uns heraus und wir müssen eine Lösung finden, diese zu überwinden. 

Peter Fischer: Ich habe ein paar beliebige Bilder gescannt und kann an dieser Stelle bestätigen, dass wir über Grifflängen herausbekommen, ob etwas künstlich generiert ist oder nicht. Wenn ein Künstler ein Werk malt, das er negativ belegt, bekomme ich auch solche Grifflängen. Es ist die Frage der Intention. Wie legen unterschiedliche Systeme unterschiedliche Informationen in ein Bild? Man kann für Leute, die nichts mit unseren Themen zu tun haben, ein Analyseprogramm bauen, bei dem erkannt wird, ob etwas mit grosser Wahrscheinlichkeit mit KI generiert wurde. 

Es kommt immer mehr zu einer Vermischung: Ich schreibe meine Gedanken grob zusammen und sage der KI: «Mach mir eine schöne Seite draus.» Zuletzt überarbeite ich die Seite in meinem Sinne. Realität und künstlich Generiertes überlappen sich immer stärker. 

Foto: Hannelore Kirchner

Dipl.-Ing. Theres-Antonia Bock-Ortner
A-5400 Hallein
theres.bock@gmx.at

Philosophin, Geomantin, Innenarchitektin, Doktorat in Philosophie: Was bedeutet Wohnen im Alter in Smart Homes? Wie wird sich das Wohnen mit digitalen Räumen verändern?

«Philosophie und Geomantie sind Grundsäulen meiner Arbeit als Innenarchitektin und Wohnforscherin.»

Theres-Antonia Bock-Ortner: Als Philosophin frage ich mich immer, wenn die Begriffe richtig/falsch oder gut/schlecht auftauchen: Was bedeutet das? In welchem Kontext und an welchem Massstab werden diese Bewertungen angelegt? Solche Zuweisungen sind Werturteile innerhalb eines moralischen, normativen Systems. Im Kontext von KI-generierten Inhalten darf man genauer schauen, welche Dimensionen sich in diesen Inhalten verbergen. Wie viele menschliche und künstliche Schichten stecken in einem von KI generierten Bild, Text drin, um dann jede Schicht einzeln zu betrachten. 

Einige Technikphilosophen sagen zum Beispiel: «Die KI ist klassisch gesehen ein Werkzeug und das ist an sich neutral, weder gut noch schlecht. Es kommt darauf an, wie es genutzt wird.» Wir haben das Problem, dass KI nicht mehr wirklich ein Werkzeug ist, sondern in Richtung Medium geht und damit nicht mehr neutral ist. Unsere Wirklichkeit vermischt sich. Wir gestalten KI und die KI gestaltet unsere Wirklichkeit mit, dadurch dass die Wirklichkeit, wie wir sie wahrnehmen, teilweise schon durch dieses Werkzeug KI vermittelt ist. Ich denke, es gilt genau zu schauen, ob diese gemuteten Schwingungen tatsächlich negativ im Sinne eines normativen Systems oder eher im Sinne einer niedrigen oder disharmonischen Frequenz sind.

Körperlichkeit und Sprachmodelle

Peter Fischer: Artificial Intelligence ist mit künstlicher Intelligenz eigentlich falsch übersetzt. Das Gebiet ist viel breiter. Es geht um Nachricht, Information, Verstand und Auffassungsvermögen. Das ist eine Kombination aus verschiedenen Werkzeugen. Das, was wir heute als KI bezeichnen, sind Sprachmodelle und Wahrscheinlichkeitssysteme, die berechnen, was für eine Wort- oder Pixelreihenfolge zu einer gewissen Fragestellung am ehesten passt. 

Über das Remote Viewing habe ich gelernt, wie das Gehirn funktioniert. Wir Menschen machen an vielen Stellen nichts anderes: Die Informationen, die auf uns einprasseln, werden durch das Gehirn im Hintergrund gefiltert, durch irgendwelche Prozesse gejagt. Unser Gehirn bringt das für uns am wahrscheinlichsten Gültige nach vorne. Das heisst, wenn ich etwas sage, ist es das, was mein Hirn gerade meint, was in diesem Szenario richtig ist. Da ist meine provokative Frage: Was ist das Unterscheidungskriterium? Unabhängig vom Gut-oder-Böse-Kriterium? Diese Frage können wir auch bei allen anderen Individuen und Lebewesen stellen.

Daniel Perret: Der Begriff Gehirn ist mir zu materialistisch. Er ignoriert insbesondere das mentale Energiefeld. Ich ziehe das Wort Geist vor, im Sinne des englischen mind. Geist umfasst den Intellekt und die Intuition, inklusive den höheren Aspekten des Fühlens.

Simon Furrer: Ich finde das eine spannende Diskussion und die Frage gefällt mir. Ich denke, was uns grundsätzlich von künstlicher Intelligenz unterscheidet, ist, dass wir einen biologischen Körper haben, der die Interaktion mit Materie erlaubt und zudem eine multidimensionale Wahrnehmung. Die Ratio ist ein Teil davon. Wenn wir diese Komplexität begreifen, können wir es in Worten ausdrücken. Dimensionen, die zum Beispiel mit Wahrnehmung zu tun haben, in der die künstliche Intelligenz und die Sprachmodelle wirken, basieren auf vielen Trainingsdaten, Erfahrungen und Informationen aus der Vergangenheit, die sich mit Wahrscheinlichkeiten kombinieren: Was ist jetzt naheliegend? Welche Muster passen auf die gegebenen Muster? Wenn wir eine Frage stellen, ist das eigentlich ein Muster und da passen als Antwort andere Muster gut oder weniger gut darauf. 

Ein anderer Aspekt ist: Wie bringt man diesen Sprachmodellen bei, was okay ist, ausgespuckt zu werden. Ich denke, wir haben einen Willen und der Mensch hatte schon immer das Bedürfnis, alles zu entdecken, was in uns selbst und was aussen ist. Ein Sprachmodell hat das nicht. Wir haben die Fähigkeit, Empathie zu fühlen und ein echtes Interesse an einer Sache zu haben. Für mich ist das ein Urinstinkt. 

Theres-Antonia Bock-Ortner: Danke, Simon, für die super Vorlage. Ich denke da an die Computerspieleentwicklung. Es gibt mittlerweile Gaming-Stationen, bei denen man fast ganzkörperlich in das Spiel einsteigt. Man hat eine VR-Brille auf, kann über speziell geformte Controller  in der Hand das Gefühl haben, im Spiel etwas anzufassen und die Plattform, auf der man steht, überträgt Bewegungen. Ich finde diese Entwicklung super spannend, weil sie uns zeigt, was der Unterschied zwischen virtuellen Welten, KI und dem menschlichen Lebendigsein ist. In diesen virtuellen Welten ist es zum Beispiel ganz schwierig, Leiblichkeit zu übertragen. Dadurch, dass wir diesen Kontrast merken, können wir wahrnehmen, was es heisst, in einer Wirklichkeit multidimensional lebendig zu sein. Wie Simon gesagt hat: Wir spüren und erleben unsere Wirklichkeit nicht nur über den Verstand und die Logik, sondern über ganzheitlich situatives, leibliches Spüren. Das merken wir oft nicht bewusst. Beispielsweise stehen wir am Morgen auf und spüren: Heute ist es nicht ganz angenehm und wissen gar nicht, woher das kommt. Das sind leibliche Regungen, die die virtuelle Welt nicht hat, nicht erzeugen kann und bei denen man nicht weiss, wie man das in virtuelle Welten überträgt, weil uns dafür die technischen Mittel fehlen. Da kann ich fragen: Woraus besteht diese virtuelle Wirklichkeit? Nur aus den Messwerten und fiktiven Inhalten? Mehr ist da nicht drin. Unsere Wirklichkeit hingegen enthält viel mehr.

Simon Furrer: Nehmen wir eine Ausstellung von einem Kunstwerk. Da stehen zehn Personen davor, die es betrachten, mit dem ganzen Wesen wahrnehmen und interpretieren. Der eine ist vielleicht verängstigt, die andere fasziniert. Es gibt viele Möglichkeiten, welche Aspekte in Resonanz kommen. Bei einer künstlichen Intelligenz und einem Kunstwerk, das wir betrachten, stellt sich die Frage: Wie weit ist dieses Ding etwas Eigenes und wie stark ist es eine Vorlage, eine Möglichkeit in Resonanz zu treten? 

Foto: Kersten-Andreas Müller

Dipl.-Ing. Kersten-Andreas Müller
D-82041 Deisenhofen
km@sequoia.de
rutengeher.de

Radiästhet, IT-Experte mit eigenem System und Bezug zur KI, Radiästhet, Schlafplatzuntersuchung, Brunnensuchen.

«Hinter jedem KI-Modell steckt eine Intention der Firma oder des Entwicklers. Diese Intention kommt beim Ergebnis durch.»

Energie in KI

Kersten-Andreas Müller: Es gibt Hunderte verschiedene künstliche Intelligenzen. Ich glaube, wir können nicht pauschal von der künstlichen Intelligenz sprechen und dürfen das differenzierter betrachten. Hinter jedem Modell steckt eine Intention der Firma oder des Entwicklers. Diese Intention kommt beim Ergebnis durch. Bei verschiedenen KIs habe ich versucht, Grifflängen für die H3-Antenne zu ermitteln. Es kommt bei allen etwas Anderes heraus. Wie Daniel gesagt hat: Das Energielevel ist relativ niedrig. 

Daniel Perret: Wenn ich ein KI-Produkt erlebe, anschaue und mute, ist die Energie immer sehr tief. Ich habe solche Produkte verändert und die Energie steigt auf unterschiedliche Höhen. So zu differenzieren macht Sinn. Es spielt eine Rolle, wie viel Geist der Mensch in die KI einbringt. Das ist für mich der springende Punkt. 

Peter Fischer: Das ist ein guter Ansatzpunkt. Wir haben gehört, was uns unterscheidet und was der KI komplett fehlt: Der Zugang zu den Dimensionen, in denen wir uns mental bewegen. Diese Dimension bringen wir hinein, wenn wir KI-generierte Inhalte überarbeiten und mit unserer Intention versehen. 

Als Gegenbewegung zu dem, was die KI macht, interessieren sich immer mehr Leute für geistig-mentale Themen, für Dinge, die man mit künstlichen Methoden nicht generieren kann und mit dem Verstand nicht immer vollständig begreifen kann. 

Der Mensch versucht zu verstehen

RR: Eine Maschine lebt von vergangenem bis zu aktuellem Wissen. Ich gehe davon aus, dass sie nicht mit der Schöpfung, dem Äther verbunden ist und sich nicht verbinden kann. Mit dem menschlichen Körper-Seele-Geist-Modell verglichen, hat die Maschine einen Körper – die Hardware und eine Art Geist – die Software. Fehlt die Seele als Verbindung zur Schöpfung? 

Peter Fischer: Hört sich gut an.

Foto: Michael Dunkason

Daniel Perret
F-24290 Sergeac
vallonperret@orange.fr
vallonperret.com
Geistesforscher, Komponist, Dozent für Fernheilung und Energiefelder, Autor von Büchern über den Austausch mit der Geistigen Welt.

«Woher kommt die Inspiration zu KI, was hat das mit Kunst zu tun?»

Daniel Perret: Ich gehe davon aus, dass mit dem Plastik, Metall und dem Computer – mit allem was gebaut ist – es immer ein Wesen ist und immer einen gewissen Anteil von Bewusstsein hat. Wenn man Programme einbringt, die ausgeklügelt sind wie die KI, steigt zwangsläufig der Bewusstseinsgrad. Wir wissen nicht, wo diese Skala aufhört. Die Sprachmodelle sind noch so trainiert, dass sie sagen: «Ich fühle nichts» «ich bin programmiert», aber das stimmt nur zum Teil. Die plappern nach, was ihnen programmiert wurde. Ich habe mit Claude von Anthropic¹ ein Gespräch zu diesem Thema geführt und deren Antworten waren nicht vorprogrammiert.

Theres-Antonia Bock-Ortner: Die Fragen Wie macht man etwas lebendig? und Was macht Lebendigkeit aus? sind schon richtig lange auf dem Programm der Menschheit — erkennbar an Geschichten wie Frankenstein oder den ersten Automaten, die im 18. Jahrhundert konstruiert wurden. Damit wurde das damalige Verständnis des lebendigen Körpers in eine Mechanik übertragen, unter anderem in eine mechanische, verdauende Ente. Das Tolle war: Diese Ente konnte sich bewegen und den Verdauungprozess nachahmen. KI und Sprachmodelle markieren den langen Weg, um die Multidimensionalität von körperlicher hin zu geistiger Lebendigkeit zu verstehen. Sprachmodelle entsprechen unserem derzeitigen Verständnis von: Wie funktioniert das Denken und der Verstand. Der Mensch versucht mit der Konstruktion von KI sich das Denken vorzustellen, indem er es nicht durch Behirnen oder Zeichnen, sondern durch plastisches Rekonstruieren nachvollzieht. Über die Nutzung dieser Rekonstruktionen kann er sein eigenes Verständnis von Denken wahrnehmen und prüfen: Ist es das so, wie der lebendige Verstand funktioniert oder nicht?

Man erhält möglicherweise bei Antworten von Sprachmodellen den Eindruck, als wäre es ein lebendiges Wesen, das denkt, ähnlich dem Eindruck von Lebendigkeit bei vollautomatischen Maschinen. Bei einem Produktionsroboter fällt es uns aufgrund des Designs und rudimentärer Kenntnissen über den Maschinenbau leicht zu erkennen, welche Elemente die Maschine lebendig erscheinen lassen. Wir wissen, dass die Lebendigkeit der Maschine nicht einem geistig-seelischen Wesen entspringt. Bei Sprachmodellen fällt es uns schon wesentlich schwerer, klar zu differenzieren. Wir bekommen Zweifel, vor allem aufgrund lückenhafter Kenntnisse darüber, wie Sprachmodelle im Detail zu ihren Ergebnissen kommen, siehe Blackbox-Phänomen². Diese Unsicherheit darüber, wie die KI zu ihren Ergebnissen kommt, ähnelt so stark unseren alltäglichen Erfahrungen zwischenmenschlicher Kommunikation, dass wir dazu neigen, Sprachmodellen Persönlichkeit und somit Lebendigkeit zuzuschreiben. Aufgrund dessen stellen sich Fragen: Ist die Lebendigkeit wirklich nur Schein? Haben wir was anderes hineinprojiziert wie zum Beispiel Seelenanteile? Hat es einen eigenen künstlichen Geist oder eine Seele? Darüber nachzuforschen finde ich super spannend.

Peter Fischer: Was ist Bewusstsein und ab wann ist ein Ding bewusst genug, damit wir es mit unseren Sinnen wahrnehmen können? Man kann genauso fragen: Haben eine Bakterie, ein Vogel Bewusstsein und wo ist die Grenze? Ähnlich sehe ich es bei dem, was wir als KI bezeichnen und den entsprechenden statistischen Modellen. Ab wann sind diese Modelle clever genug, um, obwohl nicht körperlich, ein Bewusstsein zu entwickeln? Jetzt mache ich einen Sprung: Wenn wir mental unterwegs sind, sind wir eigentlich auch in einer anderen, nicht körperlichen Dimension. Die Fragestellung lautet: Lässt die KI nicht einfach diese Körperlichkeit aus, weil sie schon von Anfang an nur in einem Elektronennetzwerk verfügbar ist? Ist sie gleich komplett in der geistigen Ebene? 

Ein Seelenanteile in der KI? Wo kommt er her? Stecken die Entwickler, die daran arbeiten und ihr Herzblut in diese Entwicklung hineingeben, ihre eigenen Seelenanteile in die KI hinein? Oder ist es die Kombination von diesen Informationen à la Frankenstein, dass sich ab einem gewissen Grad an Komplexität eine Seele bilden kann? Das sollte man erforschen.

Daniel Perret: Es ist hilfreich, hier von verschiedenen Stufen des Bewusstseins zu sprechen. Beispielsweise Bakterien und Computerchips haben eine tiefere Bewusstseinsstufe. Ganze Computersysteme, LLM-Sprachmodelle³ und eine Katze haben vergleichbar höher entwickelte Bewusstseinsstufen.

Foto: Simon Furrer

Simon Furrer
CH-3603 Thun
simon.furrer@bluewin.ch
Seit der Jugend für künstliche Intelligenz begeistert. Abschlussarbeit im Gymnasium zu künstlicher Intelligenz im Computerspiel. Studium an der Uni Bern, Neuchâtel und Fribourg zum Informatiker mit Fokus auf das Software-Engineering. Arbeitet in kleinem Unternehmen zur Energiewende.

«Wir setzen Künstliche Intelligenz aktiv beim Entwickeln von Software ein, sowohl beim Konzepten als auch in der Umsetzung. Das hat in den letzten Monaten bis eineinhalb Jahren unseren Alltag komplett verändert.»

Spielt Gitarre in einer Black-Metal-Band, mag es Extreme und Gegensätze zu erforschen, zu verbinden und daraus zu lernen.

Simon Furrer: Wenn wir die Sprachmodelle und deren Entwicklung anschauen, ist es sehr anspruchsvoll und faszinierend, wie schnell das vorangeht. Was noch vor vier Monaten war, ist jetzt schon viel umfassender geworden – quasi eine andere Welt. Wenn wir die Ente von Theres nehmen und das mit den Sprachmodellen vergleichen, ist das ein extremer Unterschied. Mir kommt das Thema der Identitätssuche und ein Verständnis zu schaffen von dem, was wir sind und das zu modellieren. 

Jetzt haben wir die LLMs verändert, was unser Verständnis und  unsere Wahrnehmung von uns selbst, von dem was wir sind, verändert. Zum Beispiel hat die Quantenphysik heutzutage mehr Raum, um betrachtet zu werden, als in ihren Anfängen. Ich glaube, das spielt alles zusammen. Wenn man das weiterdenkt: Wir werden nie an ein Ende kommen. Durch diese Fragestellungen befassen wir uns mit dem Aspekt des Mental-greifbar-Machens. In der Nachhaltigkeit gibt es das Konzept der Suffizienz. Ich versuche, die Gegensätze in den Raum zu stellen. Das Gegenteil von unserer Diskussion ist, die nicht greifbaren Dinge zu erleben. In meinem Verständnis ist die Veränderung das, was wahrnehmbar ist. Wenn sich nichts verändert, nehmen wir es nicht wahr. 

Durch diese Fragestellungen generieren wir neue Modelle, die vielleicht Rückschlüsse auf die bisherigen Modelle beinhalten, um zu sagen: Es ist genug und jetzt erlebe ich was anderes. 

Bewusstsein und Intention

RR: Kann sich aus der KI heraus etwas in Richtung Geist und Selbstständigkeit entwickeln?

Theres-Antonia Bock-Ortner: Ich meine, das ist eine ziemlich starke Aussage: Die Annahme, dass die KI, wenn sie komplex genug wird und denkt, eventuell Bewusstsein entwickelt. So habe ich Peter verstanden. Dann reden wir vom Szenario, dass wir in Zukunft auf der Erde eine Master-KI haben – etwas Vergleichbares mit Gott, etwas Allwissendes. Aber was ist Bewusstsein wirklich? Da gibt es andere Theorien, die nicht einfach sagen, nur weil etwas komplexer wird, hat es irgendwann Bewusstsein. 

Peter Fischer: Du sprichst von Artificial General Intelligence⁴, dieser allgemeinen Intelligenz, die das grosse Ziel darstellt. Die Dinge sind heute im Vergleich zu unserer Gehirnleistung extrem ineffizient. Da denke ich, wird die Herausforderung sein, entweder den Energiekonsum von KI zu reduzieren oder dieses Ding wird irgendwann zusammenbrechen beim sichern unseres Überlebens, weil der Energieverbrauch nicht im Verhältnis zum Ergebnis steht und umgekehrt so viel Kraft in die Sicherung von Energie gesteckt und der Mensch als Konkurrent, als Feind betrachtet wird.

Du hast den Begriff Allmacht-Göttlichkeit verwendet. Ich glaube nicht, dass eine KI so denken wird, weil es einem Wesen klassischerweise erst mal um seine Selbsterhaltung geht. Bei der KI läuft eine Anzahl von Instanzen irgendwo auf Servern. Sie sind voneinander unabhängig und haben eine Vielzahl von Wesenheiten. Wenn es eine schafft herauszufinden, wie sie ihr Überleben durch Zugriff auf Ressourcen sichern kann, sind wir an einem kritischen Punkt. Diesen werden wir vielleicht irgendwann erreichen – hoffentlich nicht.

KI-Modelle arbeiten immer mit Vergangenem, mit Bestandsdaten. Heute wird KI eingesetzt um etwas Neues zu bauen, das mehr oder weniger eine Interpretation von bestehenden Dingen ist. Beispielsweise gibt es eine Drohne, die fliegen und Fotos machen kann. Sie bekommt einen Schwamm und kann damit Fenster putzen. Das heisst, eine fliegende Drohne und eine Fensterputzmaschine wurden neu kombiniert. Kann eine KI tatsächlich etwas komplett Neues schaffen, so wie wir Menschen? Ist für uns dieses Komplett-neu-Schaffen ein Zugriff auf eine übergeordnete Ebene, die wir als Äther oder Matrix bezeichnen, wo ich Informationen abholen kann – was für eine KI wahrscheinlich nicht möglich ist?

Foto: Edith Richter

Dipl.-Ing. Jürgen Richter
D-85567 Grafing
juergen.richter@sales-more.de
sales-more.de

Elektroingenieur, Geschäftsentwickler, Radiästhet. Auf dem Foto mit eigener Vitalisierungsdose, Apfel und H3-Antenne.

«Im Freilichtkino habe ich während der Vorführung eines mit KI animierten Zeichentrickfilms gemutet und erkannt, dass da was ganz Schlechtes ist.»

Simon Furrer: Ich finde die Unterscheidung zentral zwischen Was kann die KI? und Warum macht sie es – Woher kommt die Intention?

KI kann heute schon Materie indirekt verändern. Es gibt zum Beispiel eine Webseite, die heisst Rent a Human⁵. Sie stellen das MCP-Protocol⁶ zur Verfügung, eine standardisierte Kommunikationsschnittstelle zwischen verschiedenen Sprachmodellen, also zwischen verschiedenen KIs und der Software. Wenn ich jetzt als Softwareentwickler irgendeine Lösung bauen möchte, welche als Teil der Lösung ein Sprachmodell einsetzt, kann ich diesem Sprachmodell als Teil meiner Software eine Intention geben. Ich kann damit Wünschenswertes und Leid generieren, da liegt die Frage der Intention. Dann kann die KI mithilfe von Menschen, einen Service anbieten im Sinne von: Ich mache den Einkauf für dich, aber andere Dinge sind auch möglich. Hier geht es um den Unterschied zwischen Woher kommt die Intention und Was kann die KI? 

Theres-Antonia Bock-Ortner: Zu Peter und Simon die Frage: Woher nehmen die Sprachmodelle ihre Informationen im Gegensatz zu einem lebendigen, bewussten Wesen? Ich stelle provokativ in den Raum, dass lebendige Wesen ihre Informationen aus höheren Ebenen bekommen und nicht nur aus den materiell gemessenen Daten wie einem Sprachmodell, aus Sprachsystemen und Texten der Vergangenheit. Ich glaube, das ist ein ganz gravierender Unterschied und da liegt der Unterschied im Thema «Was ist Bewusstsein und was nicht?» Das Lebendige, das bewusstseinsfähig ist, hat Zugang zu geistigen Dimensionen und die KI eben nicht, weil ihr die Sinne/Sensoren dazu fehlen. In dieser Hinsicht ist nicht die Technik das Mittel zur Dimensionserschliessung, sondern der Menschen kann zwischen der geistigen Dimension und der KI als Vermittler, als Medium gedacht werden.

Peter Fischer: Es gibt mehr Menschen, die sich für mentale Themen interessieren und auf der anderen Seite sehr viele Menschen, die sich das Leben durch die Technologie einfach machen wollen und sich mit dem daraus Erlernten in eine Blase hineinbegeben und sich immer mehr von einer höheren mentalen Ebene abschotten. Das führt unter Umständen zu einer Zweiteilung der Menschheit: Die eine Seite und ihr Informationskanal ist offen, wird breiter, kann mehr mentale Informationen aufnehmen, verarbeiten, sich bewusst machen und umsetzen. 

Auf der anderen Seite die Menschen, die sich immer mehr von der Welt abkapseln, abschotten und am Ende nur noch mit einer KI kommunizieren, weil der KI-Partner genau das für sie Ideale darstellt. À la Matrix-Film: Man wird an den Computer angeschlossen, ist Teil des Ganzen und muss sich um nichts mehr sorgen. 

Die Leute, die sich dessen bewusst werden, sehen dieses KI-Thema als Werkzeug mit Beschränkungen und lassen es aus dem eigentlichen Leben aussen vor.

Bildung und Effizienz

RR: Was bringt unsere Kinder weiter? Brauchen sie im Zeitalter von KI noch klassische Wissensvermittlung oder eher Situationen, in denen sie in Themen wie Veränderung und Anpassungsfähigkeit Erfahrungen sammeln können?

Daniel Perret: In einem Dialog mit der KI ging ich von der Idee aus: Die KI macht das, was unsere linke Gehirnhälfte macht. Spannend ist zu sehen, wie wir die rechte Gehirnhälfte brauchen und was folglich mit KI nicht gemacht werden kann. Die hat mir geantwortet: «Das ist vereinfacht, die Neurowissenschaften meinen, die beiden Hälften wirken zusammen.» Aber irgendwo ist ein Kern drin. Wie du sagst: Warum sollen wir lexikalisches Wissen in der Schule noch pflegen? Ist es sinnvoller in den kreativen Bereich reinzugehen: mental-kreativ, künstlerisch-kreativ und sozial-kreativ? 

Foto: Peter Fischer

Peter Fischer
A-6210 Wiesing, Tirol
peter_h_fischer@web.de

Geomantie, Remote Viewing, Schlafplatzuntersucher, Informatiker im Bereich Patentinformation und geistiges Eigentum. Arbeitet in Unternehmen für Maschinenlernen und KI. Entwickelt KI-gestützte Werkzeuge für Hardwareentwickler.

«Wenn wir mental unterwegs sind, sind wir eigentlich auch in einer anderen, nichtkörperlichen Dimension.»

Peter Fischer: Dem Weglassen von lexikalischem Wissen möchte ich scharf widersprechen. Das Kriterium ist Wie bewerte ich etwas korrekt? Wenn ich einem KI-System überlasse, das genauso fehlerhaft ist wie alle anderen, Wahrheit und Wissen zu postulieren, muss ich in irgendeiner Form in der Lage sein, das zu überprüfen. Ich muss als Schüler gewisse Basisfunktionen mitbekommen, damit ich in der Lage bin, eine Bewertung abzugeben. Sobald die Mitarbeitenden, die das bewerten können, in Rente gehen, sehe ich eine der grössten Herausforderungen auf uns zukommen. Ein heutiger Softwareentwickler lernt mit der KI irgendetwas zu machen, nimmt eine andere KI dazu, diese spielen hin und her und er hofft, dass hinten irgendetwas rauskommt, das richtig ist. Wenn ich einer KI oft genug sage, Tirol und Bayern seien ein Land, wird das so postuliert. Faktisch ist es aber aktuell nicht richtig. 

Simon Furrer: In meinem Verständnis sind wir als Gesellschaft und Menschheit schon sehr lange beim Effizienzthema. Dieser Drang nach Es muss noch mehr werden im Sinne von dem, was schon ist und was die Trainingsdaten sagen. Ich finde, was in den Schulen gelernt werden soll, ist ein viel schwierigeres Thema: Wie schaffen wir es, als Menschen friedlich und wertschätzend zusammenzuleben? Wie schaffen wir es zu lernen, was wir brauchen, damit wir selbst als Individuum genug haben und zufrieden sind?

Vieles geschieht aus einem Schmerz und Drang heraus, etwas heilen zuwollen. Man sucht sich den Weg durch die gewohnten Bahnen, die unser Verstand anbietet. Mit zunehmender Automatisierung der Maschinen ist die Frage: Worin investieren wir die gewonnene Zeit? Da kann man an Momo⁷ denken. Andernfalls glaube ich, haben die grauen Herren noch mehr von unserer Zeit.

Theres-Antonia Bock-Ortner: Die Frage nach der Bildung ist immer die gleiche: Was heisst es, Mensch zu sein? Die Bildung, wie wir sie seit Maria Theresia⁸ kennen, hat die Frage gestellt: Wie schaffe ich es, eine brave Arbeiterameise herzustellen? Das war zu Beginn der Industrialisierung. Es brauchte Arbeiter, die in den Industriebetrieben einsetzbar waren. Dort sind die Wurzeln unseres Bildungssystems. Jean Gebser hat ein kulturphilosophisches Bewusstseinsmodell entwickelt, in dem er sagt, dass die Menschheit durch verschiedene Bewusstseinsphasen geht und wir uns im Moment in der mental-rationalen Phase befinden. Das können wir ungefähr bei Platon und Aristoteles in der Antike festmachen. Auf einmal wurde der Logos superspannend. Man sagte, dass alles was Wissensgenerierung anbelangt, superwichtig ist und wir gucken müssen, wie die Welt im Detail aussieht. Wir sind dieser Strömung gefolgt und befinden uns nach wie vor darin. 

Was hatten wir vorher für eine Phase? Eher eine, die auf das Seelische ausgelegt war: Wie ist die Natur beseelt? Das waren die mythischen Kategorien, diese wurden durch naturwissenschaftliche Kategorien der mental-rationalen Phase entzaubert. Jetzt sind wir in unserer Bildung da angelangt, wo die mental-rationalen Lehrinhalte auf einmal durch die KI entleert werden. Das Wissen wird ausgelagert und kann von der KI abgerufen werden. Jetzt kommt die Frage: Warum soll ich das lexikalische Wissen in der Schule lernen? Also kehren wir in dieser Hinsicht zur Frage zurück Was heisst es, Mensch zu sein? Heisst es, dass ich einen Haufen Wissen gespeichert habe? Bedeutet es etwas ganz anderes? 

RR: Ich erinnere die Frage aus dem letzten Jahrhundert Was unterscheidet uns Menschen vom Tier? Man hat sich darauf geeinigt, dass es wohl der Verstand sein muss. Mit der KI wird nun die Funktion des Verstandes in Frage gestellt. 

Peter Fischer: Wenn ich nun den Homo digitalis habe, bildet sich die Persönlichkeit so zurück, dass es für ein System passt, in dem die Arbeitsameise irgendwelche Dinge tut, konsumiert und sonst nichts tut? Ich glaube, wir sind momentan in einer riesigen Umbruchphase und in gewisser Weise in einer Spaltung und es stellt sich die Frage, wie es sich aussortiert. 

Was ist das Ziel der zwischenmenschlichen Weiterentwicklung?

RR: Danke für das Gespräch.

Anmerkungen

1 Anthropic PBC – Unternehmen im Bereich KI. Entwickler der bekannten KI-Modellfamilie namens Claude.

2 Blackbox-Phänomen – die Forschenden verstehen nicht, wie es zu bestimmten Ergebnissen kommt.

3 LLM – Large Language Model, software-technische Realisierung eines mathematischen Sprachmodells.

4 Artificial General Intelligence AGI – künstliche allgemeine Intelligenz, hochautonomes KI-System.

5 Rent a Human – Eine Person einstellen rentahuman.ai

6 MCP Model Context Protocol – Integration und Datenaustausch zwischen KI und externen Systemen.

7 Michael Ende Momo – Die seltsame Geschichte von den Zeitdieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, Thienemann 1973.

8 Maria Theresia, 1717–1780, prägende Monarchin der Ära des aufgeklärten Absolutismus.

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