Tektonische Störungen und Energielinien der Erde

Die Geologie fasst sie meist unter dem Begriff Lineamente zusammen: Verwerfungen, Falten, Kontaktzonen, Klüfte und Gesteinsgänge. Diese linienhaften Störungen in der Erdkruste besitzen nicht nur geologische Bedeutung, sondern haben auch eine geobiologische und radiästhetische Dimension. 

Während geologisch messbare Phänomene wie die Radonfreisetzung oder Grundwasserführung reale Einflüsse auf den Menschen haben, treten im geobiologischen Diskurs Erfahrungswerte dazu, die über längere Zeiträume beobachtet wurden. 

Die Radiästhesie interpretiert diese Orte als energetisch wirksame Felder und verknüpft sie mit einer langen Tradition spiritueller Bedeutungen. Sie verdeutlichen, wie eng Geologie, Gesundheit und Kulturgeschichte miteinander verwoben sind.

Leider werden manche dieser Begriffe oft synonym verwendet und meist als Störung bezeichnet. Dabei werden belastende Wirkungen auf die Gesundheit betont und förderliche Wirkungen vernachlässigt. Günter Kantilli betonte immer wieder: «Es gibt in der Natur keine Störungen, es gibt nur belastende Nutzungen.» In diesem Sinne möchte ich in diesem Artikel die unterschiedlichen linienhaften Phänomene auf ihre belastenden und förderlichen Wirkungen hin betrachten.

Verwerfungen und Bruchflächen 

Geologische Einordnung

Verwerfungen gehören zu den bekanntesten Lineamenten der Erdkruste. Sie entstehen, wenn Gesteinspakete infolge tektonischer Spannungen entlang von Bruchflächen gegeneinander verschoben werden. Abhängig von der Art der Belastung können sich verschiedene Typen ausbilden: Bei Dehnungsvorgängen sinken Blöcke ab, während sie bei Druckbelastung gehoben werden. Dabei entstehen Gräben und Horste. Horizontale Scherkräfte führen zu Verschiebungen. Solche Strukturen prägen viele Regionen Mitteleuropas.

Geobiologische Wirkung

Aus geobiologischer Sicht gelten Verwerfungen als Störzonen, da sie den natürlichen Energiefluss im Untergrund verändern. Entlang von Bruchzonen können Radon und andere Gase verstärkt austreten. Die elektrische Leitfähigkeit des Untergrundes verändert sich und häufig tritt eine unruhige Grundwasserführung auf. Für den menschlichen Organismus bedeutet dies, dass bei langfristigem Aufenthalt über einer solchen Zone Symptome wie Schlaflosigkeit, Nervosität, Kopfschmerzen oder chronische Müdigkeit auftreten können. 

Radiästhetische Wahrnehmung

In der Radiästhesie gelten Verwerfungen als besonders starke Strahlungszonen. Die Felder können sich über mehrere Meter Breite erstrecken und sich deutlich von Wasseradern unterscheiden. In der Volksüberlieferung wurden solche Orte gemieden, wenn es um Wohnungen und Ställe ging, zugleich aber kultisch genutzt, wenn man besondere Heiligkeit oder Energie wahrgenommen hat. Verwerfungen gelten bei temporärer Nutzung als besonders förderlich für Kreativität und Schaffenskraft.

Schematische Darstellung einer Falte mit Scheitel, Trog und Flanken: Schwächere aber dennoch wahrnehmbare Lineamente.
Grafik: Wolfgang Strasser

Falten

Geologische Einordnung

Falten entstehen, wenn Gesteinsschichten durch tektonische Kompression plastisch verformt werden. Sattel (Antiklinalen) und Mulde/Trog (Synklinalen) sind die Grundformen dieser Strukturen, die in verschiedenen Lagen, wie aufrecht, liegend, geneigt und gekippt auftreten können. Am Sattel finden wir eine Weitung, in der Mulde/Trog eine Engung der Gesteinsstrukturen vor.

Geobiologische Wirkung

Geobiologisch sind Falten weniger stark wirksam als offene Brüche, da sie keine direkten Austrittswege für Gase bieten. Dennoch können sie durch Spannungsumlagerungen Kluftsysteme erzeugen, die wiederum als Leitbahnen für Wasser und Radon wirken. Auch die komplexe Schichtung kann unruhige Grundwasserströmungen hervorrufen, was in baubiologischen Untersuchungen als Belastung empfunden wird.

Radiästhetische Wahrnehmung

Radiästhetisch werden Falten als schwächere, aber dennoch wahrnehmbare Lineamente empfunden. An Satteln finden wir eine geweitete Energiesituation vor, in den Mulden eine verdichtete. Eine energetische Übergangszone mit leicht angeregter Energiesituation finden wir an den Flanken vor. Diese unterschiedlichen energetischen Situationen weisen auf die unterschiedlichen Anforderungen bei der Besiedlung auf Scheiteln oder Flanken hin. 

Schematische Darstellung einer Kontaktzone unterschiedlicher Gesteine mit einer oder mehreren Gesteinsschichten: Viele Kultstätten und Kirchen wurden an geologischen Übergängen errichtet.
Grafik: Wolfgang Strasser

Kontaktzonen unterschiedlicher Gesteine

Geologische Einordnung

Kontaktzonen entstehen dort, wo unterschiedliche Gesteinsarten aneinandergrenzen. In Mitteleuropa sind etwa Übergänge von Granit zu Gneis, von Marmor zu Kalk, von Porphyr zu Dolomit und von Sandstein zu Basalt typisch. Solche Grenzen sind geologisch hochinteressant, da sich dort unterschiedliche mechanische Eigenschaften, Mineralzusammensetzungen und Wasserführungen begegnen.

Geobiologische Wirkung

Kontaktzonen können geobiologisch auffällig sein, da sie die elektrische Leitfähigkeit und das Strahlungsverhalten beeinflussen. Häufig bilden sich dort Grundwasserscheiden und mineralisierte Zonen können chemische Anomalien im Boden hervorrufen. Für den Menschen bedeutet dies, dass an solchen Orten Unruhe oder Unwohlsein empfunden werden kann.

Radiästhetische Wahrnehmung

Radiästheten beschreiben Kontaktzonen als instabile Felder, die Schlafplätze beeinträchtigen können. Bemerkenswert ist, dass viele historische Kultstätten und Kirchen an geologischen Übergängen errichtet wurden. Vermutlich spielte dabei eine sichtbare Landschaftsgrenze eine Rolle, zudem die energetische Qualität, die solchen Orten zugeschrieben wurde.

Schematische Darstellung von Klüften im Gestein und in Gesteinskontaktzonen, zum Beispiel im Kontakt von Granit und Gneis: Bedeutende Wasserleiter und häufig die eigentliche Ursache von Wasseradern.
Grafik: Wolfgang Strasser

Gesteinsklüfte, -brüche und -risse

Geologische Einordnung

Klüfte und Brüche sind feine Risse im Gestein, die durch tektonische Spannungen oder Abkühlungsprozesse entstanden sind. Sie durchziehen viele Gebirge in dichten Netzen und sind bedeutende Wasserleiter. In der Hydrogeologie spielen sie eine zentrale Rolle, da sie Grundwasser speichern und weiterleiten.

Geobiologische Wirkung

Geobiologisch betrachtet sind Klüfte häufig die eigentliche Ursache von Wasseradern. Im Granit bezeichnen wir sie als Kluftwasser, im Kalk als Karstwasser. Sie bilden Wege für unterirdische Wasserbewegungen, die das elektromagnetische Umfeld beeinflussen können. Auch Radon wird über Kluftsysteme an die Oberfläche transportiert. Menschen, die auf Kluftkreuzungen schlafen, berichten nicht selten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Radiästhetische Wahrnehmung

In der radiästhetischen Wahrnehmung gelten Kluftsysteme als klassische Störfelder. Besonders Kreuzungspunkte mehrerer Klüfte werden als stark belastend beschrieben. In der Volksmedizin wurden solche Plätze meist gemieden, während sie in Einzelfällen, wenn die Intensität als besondere Energie interpretiert wurde, auch kultisch genutzt wurden.

Schematische Darstellung eines Ganggesteines in homogener Gesteinsumgebung oder an Kontaktzonen unterschiedlicher Gesteine: Vor allem die Randzonen zu den umgebenden Gesteinen wirken auffällig.
Grafik: Wolfgang Strasser

Gesteinsgänge und Ganggesteine

Geologische Einordnung

Ganggesteine entstehen, wenn Magma oder hydrothermale Lösungen in bestehende Risse eindringen und dort erstarren. Quarzpfähle wie der bayerische oder der böhmische Pfahl sind einzigartige Beispiele dafür. Aber auch Ganggesteine wie Aplite, Pegmatite, Porphyrite bilden schmale Linien bis hin zu einem Flickenteppich auf geologischen Karten. Ein schönes Beispiel ist die Geologie entlang der Donaustörung in Oberösterreich.

Geobiologische Wirkung

Geobiologisch sind Quarzpfähle von besonderem Interesse, da Quarz ein stark leitfähiges Mineral ist. Er wirkt als geologischer Leiter für elektrische und magnetische Felder. Untersuchungen deuten auf geochemische Besonderheiten und erhöhte Radonfreisetzung hin. Auch die Vegetation zeigt entlang der Quarzgänge auffällige Unterschiede. Bei den genannten Flickenteppichen unterschiedlicher Ganggesteine sind es vor allem die Randzonen zum umgebenden Gestein, die auffällig wirken.

Radiästhetische Wahrnehmung

Der Quarzpfahl ist eine der stärksten Strahlungsachsen Mitteleuropas mit einer aussergewöhnlichen Intensität: Entlang des Pfahls liegen zahlreiche Kapellen, Kirchen und Kultstätten, die in die Tradition der Drei-Bethen-Verehrung eingebunden sind. Hier zeigt sich besonders deutlich das Zusammenspiel von geologischer Realität, geobiologischer Wirkung und radiästhetischer Wahrnehmung. Auch Landschaften, wie entlang der Donaustörung in Oberösterreich, können hochenergetisch sein.

Schematische Darstellung einer Spalte in homogener Gesteinsumgebung oder mit unterschiedlichen Gesteinsschichten: Wird für Durchkriechbräuche zur Reinigung, Heilung, Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Übergangserfahrung genutzt.
Grafik: Wolfgang Strasser

Gesteins- und Felsspalten 

Geologische Einordnung

Entlang von Klüften und Karsten im Gestein können sich an der Oberfläche breite Spalten zeigen, durch die man durchkriechen kann. Diese entstehen meist durch Erosionsprozesse in bereits bestehenden Klüften, beispielsweise durch eine Wassererosion oder Frostsprengung. 

Geobiologische Wirkung

Je nach Gesteinsart ist in den Spaltbereichen eine Veränderung lokaler elektromagnetischer Felder, der Ionisation und Luftströmung, aber auch Quarzpiezoeffekte und eine erhöhte Radonabgabe festzustellen. Dies führt zu einer Reizwirkung auf das Nervensystem und zur Förderung von Entspannung oder Belebung.

Radiästhetische Wahrnehmung

Spalten wurden entsprechend regionaler Traditionen für rituelle Durchkriechbräuche genutzt. Es sind Orte alter Kulttraditionen, die sich mit heiligen oder rituellen Überformungen für die Reinigung, Heilung, Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Übergangserfahrung zeigen. Die Wirkungen resultieren aus der Spaltung vormals verbundener Gesteinspartien. Eine Sonderform sind Kluft- und Karsthöhlen mit ähnlicher Wirkung.

Eine differente Wirkung zeigt sich in Kontaktzonen unterschiedlicher Gesteine, an denen sich die Kontaktfläche geweitet hat.

Eine dritte Form von Durchkriechsteinen entsteht durch langsames Nachrutschen von Blöcken oder durch Überlagerung von Felsen, Restlingen oder Findlingen. Sie stehen in einem benachbarten energetischen Verhältnis zueinander. Oft bilden diese mit ihrer Lage auch Unterstände und Blockhöhlen.

Geomantie Grundstücksuntersuchung
Wolfgang Strasser bei einer Grundstücksuntersuchung im oberösterreichischen Mühlviertel.
Foto: Wolfgang Strasser

Praxis-Tipp von Wolfgang Strasser

Stell Dich auf die Mittellinie aller Phänomene, soweit praktisch möglich, geh in achtsame Wahrnehmung und beobachte, welche Reaktionen sich in Deinem Körper zeigen. Lass Dir Zeit dafür. Notiere die physischen und energetischen Körperreaktionen, die emotionalen und mentalen Resonanzen. Notiere die geologischen Standortfaktoren, die Gesteinsarten, die Tageszeit und die Witterungsbedingungen. Ein Formblatt erleichtert die Notiz. Im Laufe der Zeit wirst Du eine sehr unterstützende Tabelle erhalten. Viel Freude beim Forschen!

Mag. Wolfgang Strasser

A-4040 Linz
w.strasser@raumimpulse.at
raumimpulse.at
raumdialog.at
naturdialog.at
Steinmetzmeister, Geomant, Baubiologe, Raumenergetiker. Lebensraum- und Unternehmensberater, Grundstücks-, Haus-, Schlafplatz- und Arbeitsplatzuntersuchung.
Vorstand Europ. Verband für ganzheitliche Raumkultur EAS, Österreichischer Verb. für Radiästhesie & Geobiol. ÖVRG, Bundesverband für ganzheitliche Raumkultur BGR, Baubiologisches Institut Österreich BBI.

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