Verwerfungen, Risse, Klüfte, Höhlen
Die Basis des Landlebens ist der Untergrund, bestehend aus unterschiedlichen in verschiedenen Erdzeitaltern entstandenen Gesteinsschichten.
Bei der Entstehung unserer Planeten wurden radioaktive Elemente aus dem Weltall in das Material der Erde eingelagert. Deren Halbwertszeit ist teils so gewaltig, dass diese Isotope¹ auch heute noch in Gesteinen zu finden sind. Dies sind zum Beispiel Thorium 232 (Halbwertszeit² von 14 Mrd. Jahren), Uran 238 (HWZ von 4,5 Mrd. Jahren), Uran 235 (HWZ von 0,7 Mrd. Jahren) oder Kalium 40 (HWZ von 1,3 Mrd. Jahren).
Der radioaktive Zerfall dieser Stoffe initiiert eine Zerfallsreihe, in deren Ablauf neue radioaktive Isotope unter Abgabe von radioaktiver Strahlung entstehen. Zu diesen radioaktiven Zerfallsprodukten gehört auch das Edelgas Radon, das aus dem Erdboden entweichen und bei seinem weiteren Zerfall mit einer maximalen Halbwertszeit von 3,8 Tagen, den Menschen gefährden kann. Diese Zerfallsreihen setzen sich ungehindert fort, bis sie schliesslich bei einem stabilen Element zum Stoppen kommen.
Darüber hinaus entstehen in der Atmosphäre laufend radioaktive Stoffe, angeregt durch kosmische Strahlung wie zum Beispiel dem Sonnensturm. Zu diesem gehört das Kohlenstoffisotop C14, das für die Altersbestimmung in der Archäologie eine grosse Rolle spielt. Zusammenfassend bezeichnet man die natürliche Radioaktivität, die in den Böden, den Gesteinen und in der Luft vorhanden ist, als terrestrische Strahlung. Sie ist ein Bestandteil der Evolution. Wie bei Giften gilt: Es kommt auf die Dosis an.

Zeichnung: Ewald Kalteiß
Messdetektoren für Radioaktivität und Radon
Um Radioaktivität technisch zu erfassen, bedarf es unterschiedlicher Messgeräte, da bei einem radioaktiven Zerfall sowohl die elektromagnetische Gammastrahlung als auch Partikel abgestrahlt werden können. Bei letzteren handelt es sich um Alphastrahlung, bestehend aus einem Heliumkern oder um ausgesendete Elektronen der Betastrahlung.
Im Rahmen der Radiometrie, die sich mit der Erkundung der Radioaktivität des Untergrundes auf die Erdoberfläche beschäftigt, werden Strahlungsdetektoren eingesetzt, die die Gammastrahlung erfassen können. Sie werden zum einen in der Aeroradiometrie in Flugzeugen eingesetzt, zum anderen können Geologen damit Wasservorkommen, Hohlräume im Untergrund, Erzlager et cetera entdecken. Gute Messergebnisse auch hinsichtlich des Radons lassen sich in Höhlen, Gesteinsrissen, Klüften und insbesondere bei Verwerfungen erzielen.

Zeichnung nach Vorlage: Ewald Kalteiß
Der Bohlen und der Grosse Pfahl
Zwei besonders bekannte Beispiele für Verwerfungen sind der Bohlen in Thüringen sowie der Grosse Pfahl im Bayerischen Wald.
Der Bohlen bei Saalfeld-Obernitz ist ein 800 m langer und 100 m hoher geologischer Aufschluss im Saaletal. Zu sehen sind im unteren Teil dunkle, während der variszischen Gebirgsbildung vor etwa 338 Millionen Jahren gefaltete, gebrochene und steil gestellte Tonschiefer und Grauwacken des Devons und Karbons. Überlagert werden sie durch jüngere, helle Kalkablagerungen des Zechsteins. Dies zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich auf kurzer Strecke die geologischen und damit auch die geomantischen Energien sein können.


Foto und Zeichnung: Ewald Kalteiß
Ein weiteres beeindruckendes Beispiel für eine Verwerfung ist der Grosse Pfahl im Bayerischen Wald. Er besteht aus Quarz, einem wichtigen Grundstoff für die dortige Glasindustrie. Er ist zirka 150 km lang, 10 bis 40 m hoch und erstreckt sich von Schwandorf im Nordwesten bis nach Aigen im Mühlviertel. Entlang dieser gigantischen Bruchlinie wurde der Vordere Bayerische Wald um mehrere hundert Meter gegenüber dem Inneren Bayerischen Wald angehoben. Die Gesteine in der Nachbarschaft der Verwerfungsfläche wurden dabei zerrieben und in Schiefer umgewandelt. Steilstehende Klüfte und Hohlräume im zentralen Bereich füllten sich schliesslich bis zu einer Tiefe von 6 km mit heissen, quarzhaltigen Lösungen. Der daraus resultierende Pfahlquarz ist ein sehr hartes Gestein, so dass die natürliche Verwitterung das umliegende, weichere Gestein bevorzugt abgetragen hat. So zeigt sich der Quarz heute auf grossen Strecken als ein aus der Landschaft herausragender Härtlingszug – ein klassisches Beispiel für eine Drachenlinie.

Skizze: Monika Petermüller-Strobl
Der Untersberg
Verwerfungen sind nicht nur Bereiche, in denen verstärkt radioaktive Strahlung austreten kann, sie wirken durch ihre besondere Energie auch geomantisch, besonders dann, wenn sich ursprünglich zusammengehörende Gesteinsschichten offen gegenüberliegen. Die verbindende Energie bleibt bestehen genauso, wie wir es von gespaltenen, geklobten Steinen kennen. Interessant zu sehen und zu spüren ist dies am Untersberg, wo es eine Reihe von Einbrüchen in fast regelmässiger Form gibt. Viele Geomanten erleben beim Durchwandern eine Art Übergang, eine Grenze, eine Schwelle beziehungsweise einen Ausgleich in ihrem Körper durch die Abgabe von Belastungen und die Aufnahme positiver Informationen. So gibt es in den Klüften viel zu spüren und zu muten.
So wie am Untersberg ranken sich zahlreiche Märchen und Sagen um besondere Orte, die vielfach mit Verwerfungen zu tun haben. Und wieder spielen die geologischen und damit die geomantischen Kräfte eine grosse Rolle.
Schauen wir uns das heutige Geschehen an Verwerfungen an, zeigt sich, dass entlang von Rissen Wasser oder Radongas nach oben steigen kann. Dieses Geschehen erfolgt nicht gleichmässig, vielmehr ist ihre unterschiedliche Intensität von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zeichnung: Ewald Kalteiß
So reagiert nicht nur der Meeresspiegel auf die Kräfte von Sonne und Mond, auch die Erdkruste unterliegt Ebbe und Flut. Ohne, dass wir es jemals bemerken, hebt und senkt sich der Boden, auf dem wir stehen. So sind es zum Beispiel in München bei Voll- und Neumond rund 20 cm. Damit bekommen wir gemäss dem Gezeitenrhythmus von 12 Stunden und 25 Minuten ein Aufsteigen und Absinken des Untergrundes. Überlagert werden diese Erscheinungen durch die Anziehungskraft der Sonne, die zur Mittagszeit am grössten und um Mitternacht am geringsten ist.
«Auch die Erdkruste unterliegt Ebbe und Flut. Der Boden, auf dem wir stehen, hebt und senkt sich.»
Ewald Kalteiß
Durch das ständige Heben und Senken wird der Druck auf die Gesteine verringert und wieder vergrössert, was zur Folge hat, dass Risse und Hohlräume im Untergrund mal entlastet, mal zusammengepresst werden. Erhöht sich der Gesteinsdruck, führt dies dazu, dass Wasser und Gase wie Radon nach oben gepresst werden.
Der Wetterbrunnen
Auch das Wetter spielt eine Rolle. Nähert sich eine Warmfront, sinkt der Luftdruck, wovon auch Gase und Wasser in Rohren und Klüften beeinflusst werden. Durch den geringeren Druck dehnen sie sich nach oben aus. Es beginnt zu blasen, was bedeutet, dass aus Brunnen, Spalten und Verwerfungen vermehrt Radongas ausströmt. Gleichzeitig beginnen Abwasserschächte zu riechen. Besonders schön ist die Wirkung auf dem Grundwasserspiegel an sogenannten Wetterbrunnen zu beobachten.

Zeichnung: Ewald Kalteiß
Dass auch sehr kurze Rhythmen auftreten können, zeigen Messungen radioaktiver Impulse in der Kirche Sainte Marie-Madeleine von Rennes-le-Château in Südfrankreich. Eine Messdauer von zwei Minuten zeigt eine Erhöhung mit einer Dauer von drei Sekunden. Nach zwei Sekunden niedrigeren Werten erfolgt wieder ein Anstieg von etwa drei Sekunden und so weiter.



Verschiedene Arten von Verwerfungen:
Grabenbruch.
Blattverschiebung.
Aufschiebung.
Zeichnungen: Ewald Kalteiß
Die Kreativität und Inspiration anregen
Da die Situation eines Ortes zeitlichen Schwankungen unterliegt, kann seine Beurteilung durch Messen und Muten nur für einen bestimmten Zeitpunkt gelten. Auch was die Energie aus dem Boden betrifft, ist kein Ort mit einem anderen Ort identisch. Die Intensität ist abhängig von der Art und Lage der Gesteine und vom Zeitpunkt der Messung. Zusätzlich kommen die Einflüsse der Sonne mit ihren Sonnenwinden und damit die Beeinflussung des Erdmagnetfeldes dazu. Nix ist fix. Es ist immer nur eine Momentaufnahme!
«Nix ist fix. Wir machen immer nur eine Momentaufnahme!»
Ewald Kalteiß
Etwa Orte der Kraft können diese Veränderungen spür- und messbar anzeigen. Hinweise auf besondere Orte sind als mögliche aktuelle Angaben zu sehen und viele Faktoren haben Einfluss auf den Moment. Halten wir uns auf solchen Orten auf, haben wir je nach Zeitpunkt und Veranlagung unterschiedliche Empfindungen, die als feinstofflich bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um die Veränderung, die unser Astralleib erfährt. Der menschliche Körper ist umgeben von einem Energiefeld, welches von unserem seelisch-geistig-körperlichen Befinden abhängig ist. Besonders stark sind die Einflüsse über Verwerfungen. Hier wird die Kreativität angeregt. Aber nicht automatisch bei Allen und nicht zu jedem Zeitpunkt.
Verwerfungen sollten kein Platz für einen Daueraufenthalt sein. Für einen ruhigen Schlaf sind diese Plätze weniger geeignet, ausser man möchte im Traum Anregung finden. Die geistige Aktivität ist erhöht. Solche Plätze dienen der Kreativität, der Fantasie, der Inspiration. Wenn zusätzlich der richtige Zeitpunkt gewählt wird, steht guten Ideen, Anregungen, Erkenntnissen nichts mehr im Wege.
Die Weisheit der Verwerfung
Auch in Kirchen spielen Verwerfungen eine grosse Rolle. Manche Kirchen zeichnen sie sogar in ihrem Verlauf nach. So ist die Kirche Maria-Magdalena-auf-der-Biber bei Brannenburg ungewöhnlicherweise nach Südwesten ausgerichtet. Ähnliches zeigt sich bei der Kirche St. Johannes der Täufer in Grainau.
Wie intensiv in früheren Zeiten die Kraft von Verwerfungen genutzt wurde, zeigt die Anlage von Orakelplätzen wie zum Beispiel Delphi. Ausströmende Gase und die besonderen energetischen Verhältnisse machen das Aussergewöhnliche dieser Orte aus.
Wir dürfen diese Plätze nutzen, auf ihre Weisheit hören und ihnen auch in der heutigen Welt Aufmerksamkeit schenken denn, wie Georg Christoph Lichtenberg um 1777 schreibt:³ «Die Orakel haben nicht aufgehört zu reden, als vielmehr die Menschen, ihnen zuzuhören.»
Anmerkungen
1 Isotope – Abarten eines Elementes, die sich nur durch die Anzahl der Neutronen unterscheiden, somit unterschiedlich schwer sind. Die Zahl hinter der Abkürzung des Elementes gibt die Anzahl der Kernteilchen an.
2 Halbwertszeit – Die Zeit, in der die Hälfte eines radioaktiven Stoffes zerfällt.
3 Georg Christoph Lichtenberg, 1742–1799, Sudelbuch F, Eintrag F 401
Praxis-Tipp von Ewald Kalteiß
Wege um mit einer Verwerfung in Verbindung zu kommen:
Fühlen – Mit dem Bewusstsein, ich sitze – stehe – auf einer Verwerfung, verbinde ich mich mit dem Ort. Die Schwingungen regen die Fantasie an. Manche Menschen erleben eine starke Meditation.
Muten/Detektieren – Mit der Rute/Antenne nehme ich Kontakt auf über die zur Verwerfung gehörende Grifflänge/ Wellenlänge. H3-Wert 8,65 cm, für die KR50: 15,5 cm. Darauf schliesst sich das Muten/Fühlen an.
Messen der Radioaktivität und/oder des Radongases. Reine Detektion und Analyse.
Ewald Kalteiß
D-83209 Prien am Chiemsee
kalteiss@t-online.de<br />kalteiss.de
Arbeitet seit 1989 als Log. Per. Messtechniker. Log. Per. steht für Logarithmisch Periodisch und bezeichnet u.a. breitbandige Antennen.
Dr. Monika Petermüller-Strobl
D-81547 München
Monika.Petermueller-Strobl@t-online.de
Physische Geographin, Geomorphologin, Geomantin.
Ganzen Artikel lesen für FR 3.-
Dieser Artikel ist kostenpflichtig.Sie können den Artikel hier kaufen oder ein Jahresabo bei uns bestellen.
Sie müssen angemeldet sein um einen Kommentar zu schreiben.
Anmelden