Wertschätzung des Wassers
Wasseradern oder in der Fachsprache der Geologen, Hydrogeologen und Höhlenforscher Grundwasserleiter sind das reinste Naturwunder! Die meisten werden meiner Aussage wohl zustimmen. Einige sehe ich die Hände über den Kopf schlagen und höre sie ausrufen: «Der hat keine Ahnung, er lag noch nie auf einer Wasserader, die ihm den Schlaf raubte und ihm gesundheitliche Probleme bescherte.» Egal, welcher Gruppe Sie zugeneigt sind: «Ich lade Sie ein, sich meine Argumentationen zu Gemüte zu führen. Danach dürfen Sie mir gerne ihre Meinung sagen.»
Wissen Sie welche Sujets auf der Schweizer 100-Franken-Banknote abgebildet sind? Auflösung folgt.
Befassen wir uns sachlich mit dem Thema Wasserader! Es handelt sich um ein natürliches Phänomen im Boden unter unseren Füssen. Was Auswirkungen auf unseren Organismus haben kann. Zuerst betrachten wir Grundlagen aus der Geologie. Die Wissenschaft hat in der Geologie und verwandten Fachgebieten in den vergangenen Jahrzehnten enorme und messbare Fortschritte erzielt. Vieles, was Radiästheten seit Jahrhunderten muten, kann heute wissenschaftlich untermauert werden. Wasseradern sind keine Frage des blossen Glaubens mehr. Die Grundwasserleiter sind gut erforscht, in der Theorie sogar berechenbar, wenn nicht Wetter und Klima Streiche spielen.

Hauptzonen und
Grundwasserleiter
in der Schweiz.
Von links nach rechts
– Im Kluftgestein in den Alpen,
– Im Lockergestein im Mittelland,
– Im Karstgestein im Jura und in den Voralpen.
Quelle: BUWAL


Geologie, Geobiologie
Der Geologe befasst sich mit dem Aufbau der Erde seit der Urzeit des Planeten bis heute, vom Kern bis an die Oberfläche. Der Beruf des Geobiologen befasst sich mit dem Leben auf geologischer Grundlage. Die Wurzel des Baumes gründet in der Geologie. Wasseradern sind die Blutbahnen der Erde.
Etwas präziser zum Berufsbild des Geobiologen: Er ist ein Naturbeobachter und Wahrnehmer mit allen Sinnen: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Manchmal beansprucht er einen sechsten und siebten Sinn. Geobiologe kann jeder sein, der die Natur liebt, offen ist für ihre Sprache, ein grosses Herz, einen weiten Horizont und Interesse an der Natur- und Geisteswissenschaft hat.
Die Radiästhesie (Strahlenwahrnehmung) ist ein wichtiger Teil der geobiologischen Tätigkeit. Für mich gehört die wissenschaftliche Seite integriert. Anerkennen wir die Errungenschaften der Wissenschaft und nutzen wir die Synergien.
Bezeichnungen wie Rutengänger und Wasserschmöcker greifen heute zu kurz. Als Geobiologe bin ich interdisziplinär tätig in Geologie, Baubiologie, Geomantie, Feng Shui, Psychologie, Spiritualität und im Gesundheitswesen. Mit Kopf, Herz und Hand. Ich arbeite wissenschaftlich und komplementär. Die Beobachtung der Natur ist wichtig wie das Studium von Daten und die Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten.
Die Arbeitsgebiete des Geobiologen sind Grundstückuntersuchung – idealerweise im frühen Planungsstadium des Bauvorhabens, Optimierung des Bauprojektes, Hausuntersuchung, Quellensuche, Hilfestellung bei gesundheitlichen Problemen. Welch Erleichterung, wenn die Bewohner nach einer Hausuntersuchung wieder gut schlafen und sie sich in den eigenen Wänden wohl fühlen! Welch Freude, wenn eine Bohrung nach Wasser erfolgreich verläuft und sauberes Trinkwasser zu Tage gefördert wird!
Die Geologie der Schweiz
Das Gebiet der Schweiz und nahen Umgebung lässt sich in drei Hauptzonen einteilen: Die Alpen bestehen vorwiegend aus kristallinen Gesteinen und Sedimenten. Im Mittelland überwiegen Ablagerungen, Nagelfluh, Sandstein und Mergel. Im Jura und in den Voralpen dominiert Kalkgestein.

Die Karten haben ziemlich verbindlichen Charakter, zum Beispiel bei Bauvorhaben. Sie werden neuen Erkenntnissen angepasst.
Quelle: geo.lu.ch
Die Geoportale des Bundes und der Kantone
Für den Geobiologen sind wissenschaftliche Daten interessant. Eine Auswahl, die ich regelmässig vor Hausuntersuchungen und bei der Quellensuche konsultiere, sind Historische Karten: von der Dufourkarte ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu den aktuellen Karten. Man staunt über die Veränderungen im Verlaufe der Zeit im Siedlungsgebiet sowie in der Landschaft. Oberirdische Wasserläufe wurden eingedolt, Flüsse begradigt, Flächen für die Landwirtschaft eingeebnet.
Gefährdungskarten Oberflächenabfluss: Diese Karten sind ein computergeneriertes Modell. Die Situation muss vor Ort genauer betrachtet werden. Die Karten stellen potentielle Überschwemmungsgebiete bei einem Jahrhundertregenereignis dar – das nach meinem Gefühl heute alle 10 Jahre eintritt: Es betrifft den oberirdischen Wasserabfluss bis zum nächsten Gewässer.
Gefahrenkarten: Sie geben Auskunft über die Gefährdung eines Ortes und werden laufend den neuesten Erkenntnissen angepasst, beispielsweise nach Naturereignissen wie Überschwemmungen, Murgängen und Bergstürzen.

Foto: Konrad Uebelhart
Unterirdische Wasseradern
Wasseradern können in Dolinen, Höhlen, Klüften, Rissen, Spalten, Verwerfungen verlaufen. Haben Berge Karies? Ja. Man nennt es Karst. Karies entsteht in unseren Zähnen durch Säure, die von Bakterien gebildet wird. Der Karst, die Löcher im Kalkstein, entstehen durch leicht saures, einsickerndes Regenwasser. Diese Löcher nennt man Dolinen. Sie entstehen durch das Lösen von Kalkstein und das Nachrutschen des Bodens. Karstgebiete wie der Weissenstein im Jura sind arm an Gewässern, weil das meiste Wasser unterirdisch abläuft.
Die schönste unterirdische Wasserader der Schweiz ist der 300 Meter lange Lac souterrain¹ in Saint-Léonard im Kanton Wallis. Der Besuch ist ein Erlebnis!
Die Dimensionen und Bilder der Grottes de Vallorbe im Kanton Waadt sind eindrücklich. Der Orbe begegnet man einmal als stillem, glasklarem See, dann durch die nächste Kluft sich tosend stürzend. Von den über 6 Kilometer erforschten Gängen sind etwa 300 Meter zugänglich.
Auf der anderen Talseite der Grottes de Vallorbe befinden sich die Grottes aux Fées. Mit gutem Schuhwerk und Stirnlampe ist sie bis in eine Tiefe von 150 Metern begehbar, erforscht sind etwa 4 Kilometer. Die absolute Dunkelheit und Stille hinten in der Halle ist ein prägendes Erlebnis – wenn man sich darauf einlässt. Es braucht ein bisschen Mut und Vertrauen, bis sich in der Seele ein wunderbares Gefühl von Ruhe und Geborgenheit einstellt. Ein etwa im Minutentakt von der Decke fallender Wassertropfen hält die Erinnerung ans irdische Dasein wach.

Foto: Konrad Uebelhart
Zwei eindrückliche unterirdische Wasseradern finden wir in der Beatushöhle und in den Trümmelbachfällen im Berner Oberland.
1863 wurde die Grotte aux Fées in Saint-Maurice im Kanton Wallis entdeckt. Sie ist 1 Kilometer lang. Nach einem 500 Meter Spaziergang durch teils schmale, aber sichere Gänge mit 63 Windungen in kompaktem Fels, gelangt man in eine sich mystisch anmutende Halle mit einem kleinen See. Inmitten ein 50 Meter hoher Wasserfall aus einer Kluft an der Decke – eine einzigartige Naturdusche mitten im Berg. Das Wasser stammt vom Gletscher der Dents-du-Midi.
Weitere Höhlen die besucht werden können: Die Höllochhöhlen in Muotathal im Kanton Schwyz: Mit 207 Kilometer Gängen auf mehreren Ebenen das längste Höhlensystem der Schweiz und eines der längsten weltweit.
– Die Höllgrotten in Baar, Kanton Zug.
– Die Grottes de Réclère bei Réclère in der Ajoie im Kanton Jura.
– Les Moulins souterrains du Col-des-Roches bei Le Locle im Kanton Neuenburg.
– Die Höhle Silwängen in der Schrattenfluh bei Sörenberg im Kanton Luzern.
– Die Kristallhöhle Kobelwald bei Oberriet im Kanton St. Gallen.
Oberirdische Wasseradern
Quellen, Bäche, Flüsse, Wasserfälle, Seen, Gletscher können als oberirdische Wasseradern beschrieben werden.

Foto: Konrad Uebelhart
Ein spektakuläres Naturereignis: Der Brünigsee im Kanton Obwalden ist selten zu sehen. Er bildet sich nur bei rascher Schneeschmelze oder starken Regenfällen. Er hat nur einen unterirdischen Abfluss. Wenn Sie das nächste Mal in Luzern die Zentralbahn Richtung Interlaken besteigen, setzen Sie sich am besten in Fahrtrichtung rechts hin. Kurz vor der Brünigpasshöhe sehen Sie vielleicht einen See. Wenn es regnet bildet er sich vielleicht gerade oder Sie erkennen zumindest einen kleinen Bachlauf, der sich in der Wiese unvermittelt verläuft. Dort befindet sich der Abfluss in den Berg hinein. Er ist zu eng um grosse Wassermassen zu schlucken. Nach und nach verschwindet das Gewässer im Boden – bis zum nächsten Regenfall.

Foto: Konrad Uebelhart

Wandernde Wasseradern
Wie oben so unten. Wasseradern im Untergrund kann man sich ähnlich vorstellen wie an der Oberfläche. Sie haben unterschiedliche Dimensionen, sind in der Lage, an- und abzuschwellen oder ganz zu versiegen. Diesem Umstand muss sich der quellensuchende Radiästhet bewusst sein, andernfalls nimmt er an einer Lotterie teil.
Wasseradern können wandern. Durch die unterschiedlichen Druck- und Mengenverhältnisse verändert sich das Fliessverhalten vieler Wasseradern wie bei oberirdischen Gewässern auch. Dies ist der Grund dafür, dass ich bei einer Quellensuche nie nach nur einer Begehung im Gelände meine Mutung preisgebe.
Quellen
Oberhalb Morgins im Kanton Wallis liegt eingebettet in den Bergen der Lac de Chésery. Der Bergsee entwässert sich durch das Kluftgestein im Seegrund und speist 150 Meter tiefer die Quelle Fontaines Blanches.
Der Eisee im Kanton Obwalden, oberhalb Sörenberg, entwässert sich unterirdisch und sprudelt 430 Meter tiefer beim Emmensprung aus dem Berg. Daraus zu trinken empfiehlt sich nur, wenn oberhalb auf den Alpen kein Vieh weidet.
Das Wasser der Serenbachfälle in Amden am Walensee im Kanton St. Gallen, stürzt sich über drei Kaskaden von 50, 190 und 305 Metern in die Tiefe. Wenige Meter nebenan ergiesst sich direkt aus der Felswand die Rinquelle in die Schlucht. Ein unterirdisches Flusssystem das weit unter die Churfirsten reicht. Saisonal sprudeln hier bis zu 30 m3 Trinkwasser pro Sekunde aus dem Berg.
«Als einziger der sechs Quellbrunnen am Jura-Südhang ist der Dube-Brunnen in Egerkingen kalkfrei und fliesst auch bei Trockenheit. Es wird angenommen, dass das Wasser aus der Alpenregion kommt.» Mathias Wagner.

Foto: Alois Winiger
Viele Ortschaften am Jura-Südhang stehen auf einem Geschiebedelta und sind in der komfortablen Lage, Quellwasser vom Berg und Grundwasser aus dem vorgelagerten Flachland nutzen zu können.
Im Jura ist Wasser ein rares Gut. Vielerorts versickert es im karstigen Untergrund und fliesst oft erst weit entfernt in einer Quelle zu Tage. Viele Gemeinden sind gezwungen, Wasser von weit her zu beschaffen. So bezieht die Stadt La Chaux-de-Fonds Wasser von der Areuse-Quelle im Val de Travers. Ein 20 Kilometer langes unterirdisches Aquädukt versorgt seit Ende des 19. Jahrhunderts die Stadt mit diesem Wasser, das bei der Fassung 500 Meter hochgepumpt werden muss.
In Pontarlier im französischen Jura verbrannte einst eine Destillerie. Die Schnapsfässer barsten und das Feuerwasser versickerte im Boden. Nach mehreren Tagen roch das Wasser der sehenswerten, aus einer senkrechten Felswand entspringenden Source de la Loue nach Alkohol, 12 Kilometer entfernt von Pontarlier. Die entsprechenden Wasseradern waren wohl zeitweise Schnapsadern.

Trinkwasserspeicher.
Foto: Konrad Uebelhart
Gletscher
Was hat ein Gletscher in einem Bericht über Wasseradern verloren? Mehr als man vermutet! Auch ein Gletscher fliesst. Zeitrafferaufnahmen belegen, dass der Aletschgletscher im Wallis jährlich 120–200 Meter talwärts fliesst. Das Tragische ist, dass mehr wegschmilzt als nachfliesst. Gegenwärtig schmelzen die Gletscher nur so dahin. An den Bergflanken erkennt man die ursprüngliche Mächtigkeit. Gletscher gestalten die Landschaft und beeinflussen den Wasserhaushalt im Boden, sie speisen Flüsse und Wasseradern. Der Fluss Massa ist der Abfluss des Aletschgletschers. Es tut weh zu wissen, dass ein grosser Anteil der Massa Schmelzwasser des Gletschers ist. Die Massaschlucht zwischen Riederalp und Belalp war vor 100 Jahren mit Eis gefüllt.

Grafik: Marcel Burri
Wasser formt die Landschaft
Die Infotafel am Wanderweg zwischen Leuk und Sierre im Wallis dokumentiert, wie sich eine Landschaft durch das Einwirken von Wasser verändert. Dieser Prozess ist nie abgeschlossen. Die Gletscherschmelze und auftauender Permafrost lässt ganze Bergflanken instabil werden und abrutschen. Murgänge in Seitenflüssen schaffen im Talboden Geschiebedeltas, wie aktuell in Blatten im Lötschental. Eine Tragödie für das Dorf und seine Bewohner. Geologisch betrachtet schlicht ein Naturereignis.
Der Bergsturz am Illhorn und die Murgänge im Illgraben haben ein Riesengeschiebedelta im Rhone-Talboden geschaffen und die Rhone an die andere Talseite verschoben. Das Dorf Susten und der Pfynwald stehen heute darauf. Letzteres ein nationales Naturschutzgebiet. Vor 20.000 Jahren war das Rhonetal unter 2.000 Metern Eis begraben.

Rhonegletscher zurückgelegt.
Foto: Konrad Uebelhart
Der Rhonegletscher deckte weite Teile des Mittellandes ein bis Klus bei Oensingen. Wäre er ein paar Kilometer weiter vorgestossen, hätte er in der Klus eine Seitenmoräne deponiert und im dahinterliegenden Tal einen See gestaut. Hätte. Dann wäre vielleicht auch die Grossi Flue, der Riesenfindling aus dem Val de Bagnes bei Martigny nicht in der solothurnischen Exklave Steinhof, sondern in Langenthal eine Sehenswürdigkeit. Wäre.
Unglaublich: Der 1.200 Kubikmeter grosse und 3.500 Tonnen schwere Orthogneis legte zusammen mit seinem Menhir Kleinmatterhorn auf dem Rhonegletscher eine Strecke von 180 Kilometern zurück. Sie waren auf dieser Reise mehrere Tausend Jahre unterwegs.

Quelle: map.geo.admin.ch
Veränderung der Landschaft
In den vorangehenden Kapiteln betrachteten wir Naturerscheinungen in sehr grossen und weit zurückliegenden Zeiträumen. Nun schauen wir auf Veränderungen und Entwicklungen in jüngster Zeit. Man könnte sich auf jede beliebige Gegend und auf jeden anderen Ort konzentrieren. Ich wähle hier das Gäu im Kanton Solothurn.
Der Rhone-Aare-Gletscher stiess bis in den Raum Niederbipp vor und kam dort zum Stillstand. Moränen und Findlinge sind Zeugen seiner Arbeit als Landschaftsgestalter. Das Gäu ist ein breites Sohlental mit einer Schotterflur und durchzogen mit vielen Bächen im damaligen Vorfeld des Gletschers. Wasser sucht sich bekanntlich immer den Weg des geringsten Widerstandes. So bahnte sich der Hauptfluss aus dem sich zurückziehenden Gletscher, die Aare ihren Weg zwischen Wangen an der Aare und Olten am südlichen Rand des Gäus. Jenes Gebiet liegt heute etwa 20 Meter tiefer als das Gäu. Leider schaffte es der Gletscher nicht, eine dichte Endmoräne zu bilden wie der Reussgletscher beim Sempachersee. Immerhin hat er uns mit dem Burgäschisee und dem Inkwilersee zwei idyllische Gewässer geschenkt und etwas weiter entfernt die schöne Dreiseenlandschaft.
Der Fluss Dünnern brachte Geschiebe aus dem Tal durch die Klus und lagerte es in der mit Bächen durchzogenen und immer wieder von Überschwemmungen heimgesuchten Gäuebene ab. Nun hatte die Aare definitiv keinen Stich mehr und vollzieht seither und bis heute einen Bogen um das Gäu und überlässt den Raum der Dünnern.
In den 1930er Jahren wurde die Dünnern zwischen Oensingen und Olten begradigt und kanalisiert. Man war sich der Nöte überdrüssig, die die Überschwemmungen mit sich brachten. Offenbar fürchteten selbst die Eisenbahnbauer 1876 die Gäuer Überschwemmungen, denn die Geleise wurden zwischen Oensingen und Olten auf einem Damm verlegt. Nebst der Dünnern blieben nur noch der Krebskanal und das Hardbächli übrig. Alle übrigen Bäche und Rinnsale sind verschwunden oder wurden eingedolt.

Quelle: map.geo.admin.ch
Es ist kaum zu glauben, wie sich das Gäu in nur 120 Jahren verändert hat. Landesweit wurden Flüsse begradigt und kanalisiert. Unsere Vorfahren meinten es gut, wussten es nicht besser. Sie wollten die Überschwemmungen und die damit verbundenen Nöte aus der Welt schaffen. Wie wir heute wissen, folgten neue Probleme als Folge der massiven Eingriffe in die Natur. Glücklicherweise findet langsam ein Umdenken statt. Heute gilt: Wasser soll zurückbehalten werden und langsam abfliessen. Man spricht von Retensionsanlagen, Flussverbreiterungen, Renaturierungen und Schwammstädten.
Vorbereitung, Zuversicht und Vertrauen
Wenn ich als Geobiologe, Quellensucher und Rutengänger um die Geschichte eines Ortes ein wenig Bescheid weiss, fällt es mir leichter in Resonanz mit diesem Ort und meiner Aufgabe zu gehen. Dies ist der Grund weshalb ich mich für Aufgabestellungen gut vorbereite. Die wissenschaftliche Datenaufbereitung wie bisher beschrieben, ist der eine Teil der Vorbereitung. Der andere Teil ist die geistig-spirituelle Vorbereitung. Da versuche ich Verbindung aufzunehmen mit jenen Wesenheiten, die in die Sache involviert sind und mich bei der Lösung der Aufgabe unterstützen. Das tönt vielleicht kompliziert, ist es nicht: Ich bete und danke.
Bei den Fragen, die an uns herangetragen werden, handelt es sich meistens um ernste Angelegenheiten. Eine gute Vorbereitung, Einstellung und Ausführung der Arbeit ist selbstverständlich und Ehrensache. Über den Erfolg müssen wir uns nicht kümmern, er kümmert sich schon um uns und es stellt sich ein, was richtig ist. Zuversicht und Vertrauen dürfen wir einbringen.

und Klüfte im Kalkstein.
Foto: Konrad Uebelhart
Wasseradern in der Trinkwasserversorgung
Das neue Gebäude wird, wie die Nachbargebäude links und rechts, auf Fels gebaut. Die Felsanker und der Spritzbeton sind eine Absicherung für die Häuser und die Bauarbeiter. Uns interessieren die Wasseraustritte, die Rinnsale aus dem Felsen. Das Bild macht deutlich, wie schwierig es im Kalkgebirge des Juras sein kann, an Trinkwasser zu gelangen. Man kann hier fast senkrechte Baugruben ausheben, aber nicht nach Wasser bohren, es versickert durch die Spalten so schnell und so kurz, wie es geregnet hat.
Eine Liegenschaft im Kanton Baselland hat seit ein paar Jahren Wassernot. Das über sieben Meter tiefe Reservoir war beim Augenschein praktisch leer. Ein Haus stand schon 1880 an dieser Stelle am Waldrand hoch über dem Dorf auf 740 Meter. Und es hatte immer Wasser – bisher.
Nun war 2024 kein schlechtes Regenjahr, die Situation hat sich auf tiefem Niveau stabilisiert. Die Bauherrschaft hat ihre Energie in den Umbau des Hauses gesteckt und das Thema Trinkwasser hinausgeschoben. Wie lange das noch gut geht, wissen die Sterne. Idee: In unmittelbarer Nähe bei der bestehenden Wasserfassung nachgraben und sich vorsichtig an die alte Fassung vorarbeiten, um ja nicht das Vorhandene zu gefährden, sodann die Fassung und Zuleitung neu erstellen. Eine Pumpleitung vom Reservoir hochführen ist sehr teuer und eine permanente Wasserzulieferung ist auf Dauer auch keine Lösung.
Im Alpenraum ist genügend Wasser vorhanden. So scheint es jedenfalls. Noch. Das hilft einem Bergbauern wenig, wenn auf seiner Alp auf 1.800 m ü. M. kein Wasser mehr fliesst, wo stets ausreichend Wasser vorhanden war. Auf der Sömmerungsalp im Calancatal im Kanton Graubünden, die mit 200 Geissen und ein paar anderen Tieren bestossen wird, wird vor allem Käse produziert.

Foto: Konrad Uebelhart
Das Provisorium, Wasser aus einem entfernten Bach zu pumpen, funktioniert so lange bis dieser ausgetrocknet ist. Die Suche nach einer neuen Quelle im zwei Quadratkilometer grossen, steilen Gelände ist schwierig. Wir befinden uns im Kluftgestein. Regenwasser versiegt sofort in die Tiefe. Schaut man in die Karten, findet man Quellen mehrere Hundert Meter tiefer. Aber hier oben ist weit und breit keine Stelle, wo eine Bohrung empfohlen werden könnte. Nach langer Suche und nur per Zufall entdeckte ich in steilem, unwegsamem Gelände in einer Felswand eine Nische, woraus es wie aus einem Brunnen sprudelte. Etwa vier Meter, dann verschluckte es die nächste Kluft im Boden. Endlich! Jetzt braucht es nur noch eine 400 Meter lange Schlauchleitung zur Siedlung. Diese Leitung muss nach dem Alpabzug im Winter entleert werden. Das ist ein kleiner Aufwand im Vergleich zum Provisorium.
Im Lockergestein des Schweizer Mittellandes ist es tatsächlich einfacher an Wasser zu kommen. Man muss auch hier exakt arbeiten und darf nicht nachlässig sein. Der Umgang mit den Behörden funktioniert dem Anliegen gegenüber meistens offen, verständnisvoll und hilfsbereit – mit wenigen Ausnahmen.

Foto: Konrad Uebelhart
Die grosse Anspannung weicht einer grossen Erleichterung nach erfolgreicher Bohrung! Das Gelände absuchen und den besten Grab- oder Bohrpunkt bestimmen, ist der kleinste Teil der Kosten, die auf den Auftraggeber zukommen. Eine Erschliessung kann aufwändig und teuer werden. Wenn die Arbeiten im Sande verlaufen, schadet das dem Ruf des Radiästheten und der Auftraggeber muss weitersuchen.
Schadenverhütung
Ein Radiästhet kann für einen Grab- oder Bohrerfolg keine Garantie geben. Das liegt in der Natur der Sache. Seine Aufgabe ist es, den Punkt zu bestimmen. Andere führen die Bauarbeiten aus. Ist er auch als Projektleiter tätig, kommt er um Fragen der Versicherung nicht herum. Er tut gut daran, sich und alle Beteiligten seriös zu beraten und alle Vorkehrungen zu treffen um einen unfallfreien und reibungslosen Ablauf einer Quellenerschliessung zu gewährleisten. Bei grösseren Vorhaben wie für Wasserversorgungen für Gemeinden obliegt die Projektleitung dem Bauverwalter und einem professionellen Bauteam. Bei Horizontal- und Vertikalbohrungen ist eine Baubewilligung Pflicht. Bei kleinen Grabungen mit einem Bagger, in der Regel nur bei abgelegenen Liegenschaften und für den Eigenbedarf, sollte eine einfache Orientierung der Gemeindebehörde genügen. Sollte man meinen. Aber Achtung: Nicht in jedem Kanton. Die Bürokratie will da noch etwas Geld abholen. Ich könnte ein Buch darüber schreiben.

Grafik: Konrad Uebelhart
Zurück zum Thema. In den Versicherungsbulletins und in den Zeitungen liest man immer wieder von Schadenfällen. Ein paar Beispiele: In einer Tiefe von 120 Meter wird ein unter Druck stehender Grundwasserleiter angebohrt. Er tritt mit einem Volumenstrom von 600 Liter pro Minute an die Oberfläche. Das Abdichten des Bohrloches ist heikel, es musste kostspieliges Abdichtmaterial eingesetzt werden. Schadenhöhe CHF 42.000.
Beim Erstellen einer Erdwärmesondenbohrung wird ein Gasvorkommen angebohrt. Das Loch muss verschlossen und aufgegeben werden. Schadenhöhe CHF 62.000.
Am 4. September 2003 berichtete die Luzerner Zeitung über den Bau des neuen Tunnels der Luzern–Engelbergbahn. Im Berg wurden Wasseradern angebohrt, die zu Bauverzögerungen um ein ganzes Jahr und Mehrkosten von 37 Millionen Franken führten. Bis zu 180 Liter pro Sekunde schiessen aus dem Gestein in den Engelberger Tunnel.
Mehrmals wurde über Wassereintritte im Lötschbergbasistunnel berichtet. Auch hier Betriebsunterbrüche und Mehrkosten. Die Beispiele führen eindrücklich die verschlungenen Wege von Wasser vor Augen.

Foto: Konrad Uebelhart
Bei Grabarbeiten mit dem Bagger für kleine Wasserfassungen entscheiden die Fachleute vor Ort, wie die Grube ausgebildet werden muss. In diesem Beispiel muss flach abgeböscht werden, weil der Boden unstabil ist und nachzurutschen droht. In anderen Fällen kann beinahe senkrecht gegraben und gesichert werden.
Mein Klient stellte fest, dass in seiner Zisterne kein Wasser mehr war. Das gab es noch nie. Beim Nachgraben entdeckten wir im Berg eine Jahrhunderte alte Kaverne mit deutlich erkennbaren Wasserspuren. Leer. Ganz hinten Risse im Fels. Da floss das Wasser in die Kaverne. Wir kamen dem Grund auf die Spur: Beim Baugrubenaushub auf einer Nachbarparzelle wurde eine kompakte Sandsteinschicht zerstört. Das führte zu grösseren Wasseraustritten aus der steilen Böschung der Baugrube. Statt einem sofortigen Baustopp wurde die Böschung rasch mit Spritzbeton zugepflastert. Unprofessionell. Das Wasser dringt weiter durch, unterspült die Bodenplatte des Nachbarn und fliesst schliesslich in einen Strassenschacht. Bestes Trinkwasser meines Klienten ist futsch. Leider ein Fall für das Gericht. Lösung noch immer ausstehend.

Foto: Konrad Uebelhart
Ein kostspieliger Planungs- und Bauleitungsfehler: Beim Bau eines Einfamilienhauses im Kanton Wallis wurden beim Baugrubenaushub massive Wassereinbrüche ignoriert und weitergebaut. Beim Bezug des Hauses folgte der Schreck: Keller unter Wasser. Notfallmässig wurde ein Pumpschacht gegraben mit einer Pumpe im Dauerbetrieb und Entfeuchtungsgeräte aufgestellt. Ein weiterer Fehler: Das Terrain hat bergseitig Gefälle zum Haus hin, statt vom Haus weg. Bei Regen fliesst Wasser bis ans Haus heran, findet dann den Weg in die zu hoch liegende Sickerleitung – und alles was nicht geschluckt wird, läuft in den Keller. Die Massnahme war im Garten im Zuströmbereich der Wasserader einen tiefen Pumpschacht zu erstellen und das Wasser vor dem Haus abzufangen und umzuleiten.
Wasseradern im Gesundheitswesen
Bei Haus- und Schlafplatzuntersuchungen prognostizieren² Radiästheten oft Wasseradern. Zurecht? Sind es tatsächlich immer Wasseradern, wenn Klienten schlecht schlafen und über Gesundheitsprobleme klagen? Oder rutscht diese Prognose allzu rasch über die Lippen? Und die Verwerfungen? Ich weise hier im Zusammenhang mit Wasser darauf hin, weil sie oft als Paar auftreten.
Fachbegriffe sind für Patienten und Klienten zweitrangig. Das Leiden soll endlich ein Ende haben. Vielleicht haben vorgängig bereits einige Ärzte und Therapeutinnen ihr Bestes gegeben und die Situation ist noch immer nicht zufriedenstellend. Oder es hat sich gar eine Therapieresistenz entwickelt. Vielleicht hatte jemand die Idee, einen Rutengänger zu konsultieren. Nützt’s nicht, so schadet’s nicht. Im Ernst, meine Erfahrung zeigt mir, dass eine radiästhetische Untersuchung am Anfang und nicht am Ende einer langen Odyssee hätte erfolgen sollen. Beim Hausbau fängt das mit einer Grundstückanalyse an, vor einem Wohnungsbezug mit einer Wohnungsanalyse. Liegt bereits ein akutes Gesundheitsproblem vor, ist der Radiästhet als Feuerwehrmann gefragt.
Dank der Radiästhesie können Veränderungen in der Strahlensituation festgestellt werden, ob man nun eine Ahnung hat von der Geologie oder nicht, ob man daran glaubt oder nicht. Man muss nur einen Blick in die Natur, in die Tier- und Pflanzenwelt werfen, dann springt es einem geradezu in die Augen – und ein Licht geht auf.
Anstelle von Wasseradern und Verwerfungen verwende ich bei Hausuntersuchungen vielmehr den neutralen Begriff Reizzone. In einer Attikawohnung im elften Stock eines Hochhauses von Wasseradern zu sprechen, macht keinen Sinn. Man kann sich vorstellen, was von den unteren Stockwerken alles Mögliche und Unmögliche die Ursache von Reizungen auf die oberen Bewohner sein kann.
Bevor ich eine Wohnung radiästhetisch untersuche, befasse ich mich mit dem Elektrosmog, messe die hoch- und niederfrequenten Felder in den Räumen und am Schlafplatz. Als Architekt ist mir ein Röntgenblick in die Konstruktion eines Gebäudes nicht fremd. So erkenne ich, ob noch andere belastende Faktoren betrachtet werden müssen.
«Dankeschön. Sie waren vor ein paar Wochen bei uns. Wir haben kurz nach Ihrem Besuch das Zimmer von Noé, unserem jüngsten Sohn umgestellt, so wie Sie uns das empfohlen haben. Wir konnten es kaum glauben, aber es ist wirklich wahr, Noé ist seit dieser Umstellung trocken. Seitdem klappt dies wunderbar. Sehr gerne wollten wir uns nochmals für Ihre wertvolle Arbeit bedanken. Es war spannend.» F.S.

Foto: Konrad Uebelhart
Aufsteigende Feuchtigkeit, wie hier in einem alten Haus im Kanton Tessin, ist ein häufig anzutreffender Baumangel. Ein Hinweis, dass es unter dem Haus eine Wasserader haben kann, nicht muss.
Fehlerhafte Baukonstruktionen und giftige Stoffe können gravierende Folgen für die Bewohner haben. Oft schleichend, weil die Ursachen nicht gleich offensichtlich ins Auge springen. Beim Bezug einer neu gestrichenen Wohnung klagen viele über Kopfschmerzen. Das ist möglicherweise nur die Spitze des Eisberges.

welche gesundheitlichen Probleme man sich an dieser Lage einhandelt.
Luftbild: local.ch
Dieses Haus steht auf einer Verwerfung mit Wasser. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf dessen Bewohner ist tragisch, bis zur völligen Erschöpfung und Arbeitsunfähigkeit. Man wollte früher das schöne Land landwirtschaftlich nutzen und stellte das Haus buchstäblich übers kleine Tobel. Dazu waren die Elektroinstallationen in desolatem Zustand mit vielen improvisierten Teilen, freiliegenden Kabeln und Steckern. Eine aufwändige Totalsanierung ist unumgänglich, will man hier fortan gesund leben können.
Ein Wort noch zum Schlafplatz: Es ist der wichtigste Ort zur Erholung in der Wohnung. Einen Drittel des Lebens verbringen wir darin. Das Bett sollte aus Naturmaterialien bestehen. Viele Matratzen im Handel kommen mir vor wie Kunststoffmüllhalden. Ich sehe keine Notwendigkeit für Hightechmatratzen. Eine Naturmatratze auf Holzlattenrost genügt vollkommen.
Auflösung des Rätsels vom Anfang dieses Berichtes: Die Schweizer 100-Franken-Banknote zeigt auf der Vorderseite offene Hände mit Wasser und auf der Rückseite eine Suone – eine von Menschenhand geschaffene Wasserleitung im Kanton Wallis: Wertschätzung des Wassers.

Ein Zeugnis der Wichtigkeit und der Wertschätzung dem Wasser gegenüber.Foto: Konrad Uebelhart
Heilquellen und Brunnen
Geniessen wir zum Abschluss die schönsten Seiten des Wassers. Es ist elementar in unserem Leben. Eben ein Wunder! Ein Thermalbadaufenthalt ist ein Jungbrunnen, eine Wohltat für Körper, Seele und Geist. Mir geht es so. Darum leiste ich mir ab und zu einen Aufenthalt in einer der schönen Anlagen. Die Dorfbrunnen an manchen Orten sind wahre Bijous: Sie sind zu meinem Hobby geworden. Sehen und geniessen Sie selber! Ganz herzlich: Konrad Uebelhart

Foto: Konrad Uebelhart
Bemerkungen
1 Öffnungszeiten März – November, 10–17 Uhr lac-souterrain.com
2 Ich spreche ausdrücklich von prognostizieren und nicht von diagnostizieren. Medizinisches Fachpersonal stellt Diagnosen. Radiästheten, die in ihren Spezialgebieten der Wahrnehmung selbstverständlich ebenso professionell arbeiten, sprechen von Prognosen. Zumindest so lange ihre Erkenntnisse nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind und nicht der Evidenzklasse 1 entsprechen.
Praxis-Tipp von Konrad Uebelhart
Innere und äussere Anwendung von Wasser tun dem Körper gut, erhalten gesund und heilen. Ich empfehle Ihnen ab und zu einen Thermalbadaufenthalt. Zum Beispiel in Scuol, Andeer, Vals, Bad Ragaz, Brigerbad, Saillon, Lavey, Yverdon, Rheinfelden, Schinznach, Baden, Zurzach, Rigi Kaltbad.
Ausserdem: Besuchen Sie Höhlen – Siehe Seite 10 und 11 – und lassen Sie sich auf die faszinierende Welt unter Tag ein. Mich berühren Höhlen immer wieder tief in der Seele.
Konrad Uebelhart
CH-6017 Ruswil LU
info@geobiologisch.ch
geobiologisch.ch
Architekt, Baubiologe, Geobiologe, Radiästhet, Feng Shui Berater.
Literatur
Quellen der Schweiz, Wenger, Lalou, Hapka, Haupt Verlag 2021
Das Relief der Schweiz, Bühl, Haupt Verlag 2020
Landschaften und Geologie der Schweiz, Pfiffner, Haupt Verlag, Bern, 2019
Quellen der Kraft, Hänni, AT Verlag 2004
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