Perlen aus dem Archiv – Wassersuche Teil 3

Hydroskopist arbeitet über Bodenloch, das die Begleitperson ausgehoben hat: Die Untersuchung des Brodems, der dem Bodenloch entströmt, wiederholt man so lange mit Ruhe und Geduld bis man an einer Stelle die Wasserzeichen-Schwingung erhält. Siehe auch RR 1/2025 Wassersuche Teil 1. Die Wassersuch- Utensilien für das Arbeiten im Gelände: Hydroskop-Apparat, Tiefenbestimmungstafel, Spaten zum Versuchs- löcher graben, eine zirka 30 Meter lange Schnur mit Bleikugeln am Ende zur Feststellung der Wassertiefe eines neuerschlossenen Brunnens, etwa 10 Pflöcke aus Holz zur Markierung von Fundstellen. Ferner: Phonendoskop nach Bazzi-­Bianchi, elektrische Taschenlampe für Schachtbeleuchtungen, Rucksack für allerlei Esswaren und sonstige Kleinigkeiten.

Naturerscheinungen höherer Art, die den beschränkten Rahmen menschlicher Erkenntnis auf diesem Gebiet überschreiten, deshalb aber doch existieren, man denke nur an Elektrizität, Radio, Od, Magnetismus, Telepathie, Hypnose. Diese sind fast alle in ihren Grundursachen noch sehr rätselhafte Naturerscheinungen. Vorhanden sind sie doch und leisten der Menschheit grosse Dienste, auch wenn sie ans Wunderbare grenzen. Man muss sie nur richtig anwenden. So auch die moderne Strahlenforschung, der von allen Kennern eine grosse Zukunft zum Segen und Fortschritt der Menschheit vorhergesagt wird. Allen starrköpfigen Zweiflern, die es auch unter sonst sehr gescheiten Köpfen gibt – die aus Eigensinn keiner Belehrung auf diesem Gebiet zugänglich – und so als Hemmschuhe einer guten Sache zu bewerten sind, trete der ernste Wassersucher kurz und scharf entgegen und betrachte umso mehr die Wahrheitssucher, die Einsichtigen für unsere Sache einzunehmen. Viele jüngere Geologen und Hydrologen sind für diese Art der Wassersuche ganz begeistert und wenden sie zu ihrem Vorteil und Ruhm an. 

Ganz genau wie der neuzeitliche Arzt doch Röntgenapparat, Stethoscop, Blutdruckapparat, Thermometer und so weiter ja auch anwendet, ja unbedingt anwenden muss, wenn er eine zuverlässige Diagnose stellen will. 

Besonders hüte er sich, sich beim Wassersuchen etwa von Skeptikern begleiten zu lassen, da sie ihn schädlich beeinflussen, stören, seine Sicherheit hemmen, was immer wieder betont werden sollte. Denn: 

«Schielt Dir die Missgunst in Dein Haus, 

Sucht sie den kleinsten Fleck heraus! 

Und macht zu jedem Fleck – im Nu, 

Noch einen grossen Klecks dazu!»

Falsche Ansichten

Viele Laien wissen nicht, dass oft sehr nahe beieinanderliegende unterirdische Wasser erheblich verschiedene Wassertiefen haben können. Die Laienansicht, dass man auf 4–5 Meter Bohrtiefe schon auf Wasser stossen müsste, ist grundfalsch. Es gibt auch 150 Meter tiefe und 1000 Meter tiefe Brunnen, die artesischen Brunnen. Die Bohrung darf man nicht vorzeitig abbrechen, den Mut und die Hoffnung nicht aufgeben. 

Das ist die schöne Arbeit mit dem Hydroskop, auch während der Bohrung Prüfungen auf Wasserfinden vornehmen und bis auf 30 Meter die Tiefe bestimmen zu können! Auf Bergen liegt das Wasser immer tiefer als im Tale. Wissenschaftliche Erkenntnis ist beschränkt, Irren ist menschlich. Auch Ärzte machen Fehldiagnosen und die besten Rechner Fehler. 

Bei richtigem Suchvorgang und genauer Einhaltung der Anleitungen gehören Irrtümer beim Wassersuchen und der Tiefenbestimmung mit dem Hydroskop zu den Seltenheiten. 

Die Brunnenanlage ist zwar keine Aufgabe des Wassersuchers, aber einige erprobte Ratschläge sind in dieser Hinsicht für die Praxis wissenswert und dem Auftragge­ber willkommen. Wie bereits an anderer Stelle dieser Wassersuchanleitung erwähnt, ist es wertvoll, an der beabsichtigten Bohrstelle des zukünftigen Brunnens mittels eines kleinkalibri­gen Bohrers eine Probebohrung machen zu lassen. Erstens wird dadurch tatsächlich der Beweis des Wasservorhandenseins sofort erbracht und zwei­tens auch ein eventuelles Bohrhindernis in Stein­form schon im Vorhinein festgestellt. Man kommt auf diese Weise mit dem Auftraggeber über alles Wissenswichtige gleich ins Reine.

Wasser fassen

Bei einer Brunnenanlage ist das Hauptgewicht auf Folgendes zu legen:

1. dass nur reines, gesundheitlich einwandfreies Wasser in den Brunnenschacht gelangt. Nimmt man aus einem Brunnen eine Wasser­probe von einem Liter Wasser, giesst dies in ein rei­nes Blechgefäss, in das mit einem Nagel ein klei­nes Abtropfloch geschlagen wurde und hängt das Gefäss so über eine heisse Ofenplatte, dass das Wasser in eine Kaffeeschale tropft, wird das Wasser dort infolge der Hitze verpuffen. Stammt nun das Wasser aus einem Brunnen, der mit Stall, Düngerhaufen oder Senkgrube irgend­wie im Kontakt steht, bildet sich am Schalen­grunde ein brauner Ansatz, der aufgekratzt nach verbrannten Federn riecht, was ein zuverläs­siges Zeichen dessen ist, dass sich in dem Brun­nenwasser faulende Stoffe organischer Natur befinden. 

2. Bei Anlage eines Tiefbrunnens darf das in der wasserführenden Schotter- oder Sandschicht befindliche Grundwasser nicht stehen, sondern in der Richtung gegen die Talsohle in Bewegung sein.

3. Der Brunnen soll in möglichst weiter Entfernung von Stall, Senkgrube sein und wo es angeht, immer gegen die Bergseite angelegt werden, recht weit von der Schmutz­stelle am anderen Hofende oder des Gartens. 

4. Der Brunnen soll in die wasserführende Schichte 0,5 bis 1 Meter tief hineinreichen.

5. Das Wasser im Brunnen muss durch Zuströmen frischen  Grundwassers oft gewechselt wer­den, weshalb zu grosse Reservoire nicht empfeh­lenswert sind, weil das Brunnenwasser absteht und verdirbt. 

6. Das Mauerwerk soll in der wasserführenden Schicht durch Löcher dem Wasserzustrom durchlässig gemacht sein. Oberhalb dieser muss die Brunnenmauer völlig dicht und undurchlässig sein, damit kein Schmutzwasser der Oberfläche eindringen kann. Dies erreicht man am besten durch Zementbeton-Brunnenringe von 1–2 m Durchmesser. 

7. Steinhindernisse müssen durch Zerschlagen, im Notfalle durch Sprengen mit Brunnenpatronen entfernt werden.

8. Weiches Wasser wird hart gemacht, wenn auf den Boden des Brunnenschachtes nach gründlicher Auspumpung des Wassers, Holzkohle und gelöschter Kalk gemischt und festgestampft wird, ein einfaches sicheres Verfahren, des­sen Anwendung ein gutes Wasser schafft.

Vorgehen des Hydrokopisten in Ausnahmefällen

Oft wird der Wassersucher dringend zu einem, sagen wir bereits auf 6–8 Meter Tiefe ge­grabenen Brunnen gerufen. Die Zementringe sind bereits eingelegt. Es sieht hoffnungsreich aus. Nur die Hauptsache fehlt noch: Das Wasser. Wird da Wasser sein, wenn er weitergräbt. Soll er den Brunnen zuschütten oder wei­tergraben? Auf welche Tiefe wäre Wasser zu er­warten? Der Hydroskopist wird im Nachhinein statt im Vornherein gerufen.

In solchen Fällen steigt der Wassersucher auf starker Leiter in den Schacht bis zur Sohle oder man lässt ihn angeseilt hinab. Wenn nötig, macht er mit der elektrischen Taschenlampe Licht, prüft den Boden, wie bereits geraten, auf Wassertiefe ruhig und kaltblütig und gibt sein Urteil ab. 

Gesetzt den Fall, es hätte auch nur ein wenig geregnet, sodass am Boden im Schacht Wasser zu sehen ist, verweigere er entschieden sein Gutachten abzugeben, denn es herrscht Ungewissheit darüber, ob nun die­ses Wasser dem Erdreich entquollen oder vom Regen stammt. Lieber kei­n Urteil abgeben als sich zu blamieren! Abwarten bis gutes Wetter eintritt, dann prüfen und urtei­len, das wäre in diesem Falle das einzig rationelle Vorgehen. Bei tiefen Brunnen muss mittels Hinablassen eines brennenden Lichtes in den Schacht klarge­legt werden, ob sich im Brunnen keine Stick­gase angesammelt haben, denn in solchen Fällen er­lischt das Licht und jedes Lebewesen, das in den Schacht steigt, erstickt, wie das öfters vorkam. 

Lehren zum guten Beispiel

1. Sei hoffnungsfreudig! Nur wer voll Hoffnungsfreude und doch mit kühler Überlegung zur Überzeugung kam, dass nach allen Vorbereitungen seine Wassersuche ge­lingen wird, der wird erfolgreich sein erhofftes Ziel erreichen und vor keinen unerwarteten Suchhindernissen zurück­schrecken. 

2. Sei sucheifrig! Jede mit Hingebung, Eifer, klarem Kopf und scharfer Beobachtung aller Umstände vollzogene Sucharbeit im Gelände zeitigt immer seelische Befriedigung, gibt dem Leben einen neuen An­sporn, Wert und Inhalt. Denn Wasser zu finden ist eine Wohltat für die Menschheit. Es ist ein Mittel, Segen zu verbreiten und so sich selbst mit Seele und Leib im Gleichgewicht zu halten, was zur erfolgreichen Wassersuche so überaus wichtig ist.

3. Sei unzufrieden! Soweit man es in der edlen Kunst des Wasserfindens gebracht hat, man forsche unent­wegt weiter, sinne stets auf Verbesserungen, kurz, man strebe nach dem Höchstziel auf diesem Ge­biet. Man lerne zum Alten immer noch Neues, versuche es und behalte das Bessere bei. Nur diese Unzufriedenheit, dieser Drang zum Forschen, treibt zu neuer Tätigkeit, zur Begeiste­rung und so zu grösserem Erfolge an. 

4. Sei vorbedacht! Vergiss nicht, dass Dir Dein Weg zum Erfolge nur durch Übung und Praxis Schritt für Schritt erleichtert wird. Nimm alle Nüchternheit und Klugheit zusam­men, erwäge alle Möglichkeiten mit kühlem Wirk­lichkeitssinn, bevor Du die Sache beginnst. Bist Du Dir endlich über alle Seiten Deines Vorhabens im Klaren, in Suchdisposition: Dann frisch drauf los, an’s Werk! Dann darf kein Gedanke an Misslingen in Dei­nem Kopfe innere Hemmungen bereiten, dann los auf’s Ziel mit Forschergeist und Wagemut. Dann ignoriere alle sachunkundigen Nörgler, Skeptiker, negative Kritiker, denn kritteln kann der enge Schulverstand, schaffen nur der freie Genius! 

Unter diesen Voraussetzungen gesucht, wirst Du den Erfolg, den Ruhm, den Segen und den Nutzen für Dich und andere schliesslich doch er­zwingen. 

Wissenswertes vom Wasser

Quellen entstehen immer dort, wo in die Erde eingedrungenes Regen- oder Schneewasser auf einen unterirdischen Gegenstand, zum Beispiel Ton, Lehm, Mergel oder Gestein stösst und sich ihm eine Abflussgelegenheit bietet. Dementsprechend gibt es Schichtquellen, Über­fallsquellen, Spaltquellen und artesische Quellen. 

Dann gibt es ständig fliessende Quellen oder Permanenz­quellen, nur zeitweise fliessende oder Hunger­quellen, die meist nur von März bis Mai fliessen. Manche Quellen haben sogar Ruhepausen, fliessen in unbestimmten Phasen, welchen Pausen dann ein umso grösserer Ausbruch folgt, die Geiser. 

Unter Thermen versteht man wärmere Quellen mit höherer Temperatur als der mittleren Jahrestem­peratur. Heisse Quellen entstammen aus grossen Erd­tiefen, in denen sich heftige chemische Prozesse abspielen, wobei grosse Wärme frei wird. Sind einige Sommer hintereinander arm an Regen oder Winter arm an Schnee, so macht sich bald ein empfindlicher Wassermangel bemerkbar. 

Jedes Quellwasser ist in der Hauptsache athmosphärischen Ursprungs: Es stammt vom Re­gen her. Es rührt von etwa der Regenmenge her, die in das Erdreich – oft bis zu sehr grosser Tiefe – hinuntersickert. 

Ein Teil des Regenwassers fliesst in Quellen, ein Teil verdunstet, ein Teil fliesst zu Tal. Alle unterirdischen Ouellen werden durch Was­seradern getrieben und entwickeln je nach Reibungswiderstand verschiedene Radioaktivität, die der Volksmund seit jeher als Brunnengeist bezeichnet, je nachdem wie sie Minerallager­stätten durchströmen.

Das Zustandekommen der Quellenbildung hängt ganz von dem wasserdurchlässigen und wasser­nichtdurchlässigen, sperrenden Gestein in der Erdkruste ab. Das Regenwasser versinkt allmählich in die Tiefe, trotz Sand, Sandstein, Geröll oder Steinbrüchen. Es kommt endlich auf eine Das-Wasser-sperrende-Schicht: Ton, Lehm, Mergel. Von da kann es nicht weiter sinken und sucht sich einen Abfluss.  

Unterhalb der Erdoberfläche, der Erdrinde sind schmale, scharf begrenzte Wasseradern. Diese laufen selbst unter Flüssen in der Tiefe einfach weiter. Sie laufen, je nach Beschaffenheit vom Erdinnern, bergauf, bergab und können sich kreuzen ohne sich zu vermischen. So ist und bleibt dies, seitdem sich unser einst leuchtender Erdstein mit einer geschlos­senen Erdrinde umgab.

Die meiste elektrische Spannung (radioaktive Ausstrahlung) befindet sich nicht in der Mitte sondern am Rande der Wasseradern, wo die Reibung des Wassers am stärksten ist. Bei brei­ten Wässern treten überhaupt nur Randreaktio­nen ein.

Wenn in der Tiefe eine das Wasser nicht durchlassende Schicht, zum Beispiel Ton, eine Wasser führende Schicht einschliesst und wenn diese Schicht stark gebogen ist, entsteht eine auf­steigende, artesische Quelle, dadurch dass nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren das Regenwasser, das dahinan einsickerte, vom Sam­mel-Territorium in dem einen Schenkel der Röhre nach abwärts fliesst und in dem anderen Röhren­schenkel bis zur gleichen Höhe hinauf­steigt. Wird eine so gebogene wasserführende Schicht, nun durch eine Bohrung angezapft, entsteht ein artesischer Brunnen. Alle Quellen, die am Gipfel hoher Berge ans Tageslicht treten, sind artesische Quellen.

Wo kein Wasser ist, da ist kein Segen!

Schlusswort 

«Wer ein Buch liest, verdient den höheren Preis! 

Und der ist jenem vorzuziehen, der das Ge­lesene nicht vergisst. 

Ein solcher ist von höherem Wert, der das Gelesene auch versteht. 

Doch höchsten Wert hat jener Mensch, 

der frisch an’s Handeln geht. 

Und daraus Nutzen zieht, 

solange noch die Tatkraft blüht. 

Denn jeder Wissenschatz, den Menschen in sich tragen, 

hat auf den ersten Platz den Anspruch! 

Rauben kann kein Dieb, kein König ihn, 

Er ist nie lästig, wenn wir in die Fremde zieh’n!

In Gesellschaft flacher Köpfe 

Lasse Deinen Geist nicht seh’n ! 

Flache Köpfe ärgert alles, 

Was sie selber nicht versteh’n! 

Und unfehlbar wirst bald 

Ihre Art erkennen: 

Edel werden Dich die einen, 

Esel Dich die andren nennen.»

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