Serie: Wie arbeitet Daniel Linder?
Daniel Linder: Die Redaktion bat mich, meine Praxis vorzustellen. Ich nutze den Bezug zur Arbeit am Klanghaus, die in dieser Ausgabe vorgestellt wird: Feldveränderung mit Ritual und Opus spicatum.
Ob es sich um eine Untersuchung von Wohnräumen, Ortsqualitäten, um andere Dienstleistungen an Menschen oder um ein Ritual handelt, ist für mich weniger wichtig. Die Haltung und die Technik der Ausführung der Aufgabe kann übertragen werden. Und eben dieser Aspekt macht die Qualität der Arbeit aus.
Der Neubau-Prototyp des Klanghauses Toggenburg wurde 2019 mit einer Volksabstimmung ermöglicht. Seither dürfen wir die Entwicklung dieses Bauwerks und dessen gewünschten Wirkungen unterstützen.

Foto: Franz Gyger
Angefangen hat alles am Rande des Klangfestivals Toggenburg, dort traf ich den Initianten der Klangwelt Peter Roth mit dem Jesuiten und Zen-Meister Niklaus Brantschen und ihrem Triumvirat, wie sich die Akteure humorvoll nennen: Eine Wandergemeinschaft, die sich wiederkehrend zum Wohle des Ganzen trifft und einbringt. Wir führten ein Ritual zu Ehren der Natur aus, befragten die Natur zum geplanten Bauvorhaben des Klanghaus und baten um Unterstützung. Das Ritual schenkte mir einen Eindruck dieser begeisterten und begeisternden Landschaft: Der Filter zur Intuition wird durchlässiger, die Abläufe ergeben sich fliessend, das Mehr-an-Möglichkeiten wird geladen.
Es folgte die Einladung zum Spatenstich Klanghaus Toggenburg.
Ankommen
Am Tag vor dem Spatenstich quartiere ich mich im Hotel Alpenrose ein. Ich geniesse den Ort, den Blick auf die Churfirsten und abends im Wellnessbereich den Blick auf den Säntis.
Am folgenden Morgen trinke ich Leitungswasser und Grüntee. Ich lasse mir vom Pendel den passenden Platz für mein persönliches Verbindungsritual anzeigen (Siehe Plätze finden). Ich setze mich an diesen Platz, lasse die nächtliche Wärme im Körper zirkulieren und spüre dieser Energie mit ausreichend Zeit in allen Bereichen des Körpers nach. Dabei versuche ich den Fühlraum und den mentalen Raum offenzuhalten – ohne zu bewerten. Vielleicht gelingt es mir, eine Minute ohne Gedanken zu sein. Bei meinem aktuellen Stand des Bewusstseins fühlt sich das wunderbar an.
Ich frage die Wesenheit Gaia, ob ich mit ihr verbunden bin und ob ich mit dem Schöpferlicht mental zu ihr kommen darf¹. Mein Kronenchakra öffnet sich weit. Ich hebe die Arme trichterartig in die Höhe und visualisiere die Weite des Universums. Ich sehe und spüre wie das Schöpferlicht angesogen wird und durch meinen Körper in die Erde strömt. Abwechselnd sehe ich mich aus der Makrokosmos-Perspektive als Mikro-Punkt an der Erdoberfläche sitzend und aus mir selbst heraus, wie dieser Strom durch mich hindurch in Richtung Erdkern fliesst.
Mein Bewusstsein wird vom Erdkern reflektiert und der Strahl zieht durch den Erdmantel und die Erdkruste zurück durch meinen Körper hindurch. Er fliesst weiter durch die Erdsphären ins Universum. Wichtig bei diesem Vorgang ist der emotionale Anteil, das körperliche Mitempfinden.
Dieses tiefgreifende Verbindungsritual ist für mich besonders wichtig, um mich gemäss meines Lebensthemas genügend zu erden.
Grosses Wasserelementarwesen
Im Hotelzimmer sitzend frage ich, ob das für heute Angedachte im Sinne des Ganzen ist und lasse mich intuitiv führen. «Möchte sich ein bestimmtes Geistwesen als Gesprächspartner zur Verfügung stellen?» Ich erstelle ein Handdiagramm mit Kriterien: 1 Schamanisches Lichtwesen – da ich gehört habe, dass am Schwendisee Schamanen gearbeitet haben, 2 Landschaftsengel, 3 Elementarwesen, 4 Höheres Engelwesen, 5 Andere. Ich halte meinen linken Handrücken mit abgespreizten Fingern und Daumen horizontal vor meinen Bauch und lasse das Pendel über der Handwurzel frei hängen. Die Strichschwingung rastet beim Kriterium Elementarwesen ein.

1 Schamanisches Lichtwesen
2 Landschaftsengel
3 Elementarwesen
4 Höheres Engelwesen
5 Andere
Foto: Daniel Linder
Ich kippe das Programm mit einer Handbewegung weg und programmiere neu: 5 Erd-, 4 Wasser-, 3 Feuer-, 2 Luftelementarwesen, 1 Andere. Es ist das Wasserelementarwesen.
«Möchtest du mir zeigen, wie gross dein Einflussbereich ist?» Ich programmiere das Handdiagramm mit den Grössen 1–7, nach Daniel Perret²: 1 als kleines, 7 als ein grösstes Elementarwesen seiner Art. Die 5 wird angezeigt. Es ist das Wasserelementarwesen der Region Schwendisee.

1 kleines Elementarwesen
7 sehr grosses Elementar- wesen.
Foto: Daniel Linder
Die Bedeutung, dem Ganzen dienen zu dürfen
Beim Frühstück versuche ich das Kauen der Speise, meinen Körper und die Mitwelt gleichermassen wahrzunehmen: Ohne Bewertung und Einordnung der Situation in der ich mich gerade befinde. Ich spüre die grosse Bedeutung, dem Ganzen dienen zu dürfen, koste die Vorfreude und Anregung des Bevorstehenden aus und spüre meinem Vertrauen zur Geistigen Welt nach. Ein Vertrauen das sich über die Jahre durch Erfahrungen bilden durfte. Es hilft, das Gedankenkarussell neben dem Thema selbst zur Ruhe kommen zu lassen und innerlich leer zu werden. Dieses Gewahrsein des Vertrauens stärkt meine Verbundenheit, den Fokus und das Bewusstsein für das Zusammenkommen der Wirkkräfte.
Der Hinweis vom Wasserelementarwesen
Auf dem Weg zum Bauplatz fällt mir eine Vase ins Auge. Sie steht am Wegesrand umgeben von Haushaltsgegenständen: «Gratis zum Mitnehmen.»
Ich komme als erster am Bauplatz an und frage das Wasserelementarwesen nach dem Ritualplatz. Dem Pendelstrich folgend werde ich zum erfragten Platz geführt (Siehe Plätze finden).
«Braucht es weitere Vorbereitungen?» Ich erstelle spontan ein Handdiagramm mit möglichen Kriterien: 1 Meditatives, 2 Objekt, 3 Anderes. Antwort: Objekt. Dem Pendelstrich folgend lasse ich mich zum fraglichen Objekt führen (Plätze finden). Es ist die Vase. Das Wasserelementarwesen führt mich mit der Vase an den See (Plätze finden). Ich befülle sie mit Seewasser.
Mit der Vase in der Hand lasse ich mir deren Standort anzeigen (Plätze finden). Er liegt rund 10 m westlich vom Ritualplatz.
Bei diesen Vorgängen versuche ich über die Intuition für das Ganze offen und erreichbar zu sein, Zeichen wahrzunehmen und mir zufallende Gedanken zu erfassen. Wenn sich Zweifel bei einem nächsten Schritt bemerkbar machen, erfrage ich, zu wieviel Prozent der Schritt passt. Wenn die Antwort einen tiefen Wert ergibt, frage ich nach einer Alternative und damit neuen Kriterien, die wiederum auf die Hand programmiert werden.
Plätze finden
Für Bedürfnisse gibt es die dazu passenden Plätze, etwa zum Arbeiten, zum Meditieren und zum Schlafen.
Für Handlungen wie das Pendeln oder ein Ritual möchte der Platz bewusst gewählt werden.
Ich lasse mir Plätze für Dritte und für mich von der Geistigen Welt über das Pendel anzeigen. Zur Vereinbarung und der Pendelsprache für das Finden von Plätzen: Ich lasse das Instrument frei schwingen und folge der Strich- schwingung bis eine Kreisschwingung angezeigt wird: der erfragte Platz. Passende Plätze gibt es auch für Objekte und Pflanzen: Ich verbinde mich mit der jeweiligen Wesenheit und lasse mir deren Platz anzeigen.
Zum Bestimmen von passenden Objekten kann dieselbe Technik angewendet werden.
Der Spatenstich
Die Mitgestalter des Rituals finden sich am Bauplatz ein: Peter Roth, Hotelier und Platzhalter Roland Stump, Projektleiter des Kanton St. Gallen Sacha Vaucher und weitere. Wir beginnen mit einer geführten mentalen Reise durch den eigenen Körper, atmen in alle Körperteile, das Bewusstsein jedes Einzelnen unternimmt eine Reise zum Erdkern und Kosmos. Die Gruppe darf die Bedeutung dieses Moments und die Gruppenkraft spüren. Wir laden alle Wesenheiten ein, sich zu beteiligen und den Bau des Klanghauses zu unterstützen. Ich spreche diese Bitte laut aus und die Gruppe empfindet es mit. Die gesamte Kommunikation mit der Geistigen Welt wird gut hörbar gesprochen, so dass alle Beteiligten jederzeit über den Ablauf informiert sind.
Wir stellen uns in die vier Himmelsrichtungen auf. In der Mitte steht eine Frau. Wir verbinden uns mental mit dem Ätherelement. Sie gräbt die Schaufel in die Erde und verteilt den Inhalt der Schaufel um sich. Wir empfinden das mit und singen intuitiv einen Ton aus der ureigenen Mitte heraus.
Die Schaufel wird Richtung Osten weitergeben. Wir verbinden uns mental mit dem Luftelement. Eine andere Person gräbt eine Schaufel voll Erde aus und wirft sie hinter sich. Wir empfinden mit und singen intuitiv einen Ton aus der ureigenen Mitte heraus.
Derselbe Ablauf folgt im Süden mit dem Feuerelement.
Die Schaufel wird weitergeben in Richtung Westen an Peter Roth. Wir verbinden uns mit dem Wasserelement. Peter gräbt eine Schaufel aus und wirft die Erde hinter sich – punktgenau in die einige Meter entfernt stehende Vase mit dem Seewasser. Ein Teil des Seewassers spritzt auf die Erde, die Vase schaukelt und bleibt stehen. Wir nehmen das wahr, empfinden das mit und singen einen Ton aus unserer ureigenen Mitte heraus.
Die Schaufel wird weitergeben in Richtung Norden. Wir verbinden uns mit dem Erdelement. Die Person gräbt eine Schaufel aus und wirft die Erde hinter sich. Wir empfinden mit und singen einen neuen Ton.
Wir bedanken uns, lassen alles stehen und verlassen den Ort schweigend.

Foto: Daniel Linder
Harmonische Baustelle
Die energetische Arbeit wurde von den Verantwortlichen während der gesamten Bauphase wohlwollend unterstützt. Die Bauarbeiter, die Bauführerin und der Projektleiter berichten, dass die Stimmung auf der Baustelle unterstützend und positiv gewesen ist: «Die Handwerkerinnen und Handwerker machten zusammen Pause. Von anderen Baustellen kennen wir es anders, die Leute aus den verschiedenen Unternehmen bleiben jeweils unter sich.»
Schwingung und Resonanz
Ein Ziel des Schaffens von Peter Roth ist die Rückverbindung – religio. Ein interkulturelles Verbinden ohne Worte. Er zitiert gerne den Physiker Hanspeter Dürr: «Über Klang sind wir mit dem Ganzen verbunden.» Diese Verbindung ist auch für die Arbeit des Geomanten grundlegend.
Ich glaube, die Welt braucht nicht noch mehr Wissen. Es geht darum, das Wenige, das wir verstehen, in die Praxis umzusetzen und entsprechend zu leben. Ist der Mensch nur da ganz Mensch, wo er spielt?
Praxis-Tipp: Die Haltung ist entscheidend
Schön wäre es, wenn mit diesem Beitrag verständlich wird, dass sich die Arbeitstechnik rund um die Geomantie auf alle Situationen kreativ anpassen und anwenden lässt. Die Geistige Welt steht als integrer Gesprächspartner für alle denkbaren Zusammenspiele bereit. Vergleichbar mit einem Gespräch, das wir etwa mit einem Coach in der feststofflichen Welt führen: Wir dürfen alles fragen und keine Befehle aussprechen.
Der wichtigste Faktor für die Qualität der Arbeit ist der Mensch selbst. Er geht über seine Instrumente mit der Ganzheit in Austausch. Es gibt Menschen, die ohne Ausbildung, Theorie und Fachbegriffe auf hohem Niveau arbeiten. Sie vertrauen sich selbst und dem Ganzen. In der heutigen Zivilisation aufgewachsen und entsprechend geprägt, dürfen wir uns dieses Vertrauen erst erarbeiten. Ausbildung und Theorie können dabei behilflich sein. An einem bestimmten Punkt geht es darum, die kulturellen Prägungen wie das Ego und den Verstand zu überwinden.
Das heutige Ego ist der Verstand, der um sein Überleben kämpft. Ich bin mit Dank erfüllt über meinen Verstand und dessen Leistung, mit der Überzeugung, dass ich nicht der Verstand bin.
Meine Haltung gegenüber den Ansprechpartnern der Geistigen Welt ist die eines Lernenden zu einem wohlwollenden Ausbildner. Ich empfinde eine grundlegende Dankbarkeit, täglich mit dieser Haltung und Technik arbeiten zu dürfen. Dankbarkeit löst bei mir zugleich Glücksgefühle aus, die mir mein persönliches Ankommen gewähren.
Geld war und ist nicht der Grund, warum ich arbeite. Früher als Musiker, künstlerischer Musikvermittler und nun als Wünschelrutengeher ist mein Anliegen die Selbstermächtigung, das Anregen zu eigenem Denken und Handeln im Dienste des Ganzen. Als Teenager wurde mir klar, in welch privilegierte Situation ich hineingeboren wurde. Ich wollte diese Ausgangslage nutzen und die Welt verändern. Inzwischen hat die Welt mich verändert.
Verknappt: Daniel bedeutet etymologisch Gott ist mein Richter. Mein Leitstern ist die Herzlichkeit und das Unendliche zu erleben. Wir tun Dinge entweder aus Liebe oder aus Angst, mein Antrieb ist die Liebe.
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Anmerkungen
1 Bei Fragen, zu denen keine Antwort geschrieben steht, ist die Antwort Ja.
2 Daniel Perret Kooperieren mit dem Unsichtbaren – Naturgeister und Geistwesen – Unser ökologischer Rettungsring, Amazon Kindle Publishing 2024.
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Veranstaltung Sonntag 28. Juni 2026 Klanghaus Öffentliche Vorstellung des Opus spicatum
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RR 4/2025 Serie: Wie arbeitet Daniel Perret?
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